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US-Angriffe im Iran: Warum der Krieg jetzt neue Fronten eröffnet

Дата публикации: 31-07-2026 06:49:15

US-Truppen greifen im Iran Dutzende Ziele an. Zugleich weitet sich der Krieg auf Kuwait und Ägypten aus – während die Diplomatie feststeckt. Eine Analyse.

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US-Angriffe im Iran: Warum der Krieg jetzt neue Fronten eröffnet

Stand: 31.07.2026, 08:49 Uhr

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Iranische Flagge (Symbolbild).

Iranische Flagge (Symbolbild). © Valerio Rosati/Imago

US-Truppen greifen im Iran Dutzende Ziele an. Zugleich weitet sich der Krieg auf Kuwait und Ägypten aus – während die Diplomatie feststeckt. Eine Analyse.

Washington, D.C./Teheran – US-Streitkräfte haben in der Nacht eine neue Welle von Luftangriffen auf den Iran gestartet, während die Gewalt in der Region eskalierte. Dazu gehörten ein iranischer Angriff in Kuwait und ein Drohnenangriff, der einen US-Tanker in einem ägyptischen Hafen traf.

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Die US-Angriffe richteten sich gegen Dutzende Ziele, die mit den Islamischen Revolutionsgarden des Iran in Verbindung stehen, teilte das US-Zentralkommando mit – „darunter militärische Kommandozentralen, Anlagen für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungs- und Verteidigungsstellungen sowie maritime Fähigkeiten“. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete, das US-Militär habe in der Nacht drei Städte in der südlichen Provinz Buschehr angegriffen.

US-Vertreter erklärten, die Angriffe seien als „kraftvolle Antwort“ auf Irans Attacken gegen US-Streitkräfte im Nahen Osten gedacht gewesen. Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, den Iran „hart“ zu treffen, nachdem die Vereinigten Staaten fünf ballistische Raketen abgeschossen hatten. Diese waren auf US-Streitkräfte in Jordanien gerichtet, einem wichtigen amerikanischen Partner in der Region.

Der iranische Angriff am Donnerstag im Norden Kuwaits traf ein Gebäude, das einem chinesischen Unternehmen gehört. Nach Angaben der kuwaitischen Armee wurde dabei ein Arbeiter getötet.

Der Drohnenangriff in Ägypten schien erstmals zu zeigen, dass dieses Land zum Ziel des sich ausweitenden Krieges wurde. Zwei Schiffe gerieten am Mittwoch nach einer Explosion an einem ägyptischen Umschlagplatz in Brand. Darunter war ein Tanker in US-Besitz, der Flüssigerdgas lagerte, wie das Schifffahrtsüberwachungsunternehmen Ambrey mitteilte.

Die ägyptische Regierung erklärte am Donnerstag, eine Drohne habe den Brand im Hafen von Damiette verursacht. Bislang habe keine Partei die Verantwortung übernommen. Ägyptische Vertreter sagten, es habe keine Opfer gegeben.

Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels im Februar hat der Iran Raketen und Drohnen in die gesamte Region entsandt.

Neue Fronten und wachsende Unsicherheit

Der Konflikt drohte sich in den vergangenen Tagen weiter auszuweiten. Saudi-Arabien beteiligte sich an US-Angriffen auf mit dem Iran verbündete Milizen im Irak. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen kündigten unterdessen eine Blockade des Roten Meeres an.

Trump sagte am Donnerstag im Oval Office, er sei über den Vorfall in Ägypten informiert worden. „Es ist ein bisschen mehr vom Gleichen, aber es wird sich klären“, sagte er zu Reportern. „In der Zwischenzeit werden wir sie sehr hart treffen.“

Die jüngsten Feindseligkeiten zeigen, dass die Bemühungen um ein Ende des Krieges erneut unterbrochen sind. Der Krieg dauert inzwischen sechs Monate.

Diplomatie steckt fest

Dana Stroul, eine ranghohe Pentagon-Vertreterin während der Biden-Regierung, sagte, sowohl Trump als auch Teheran schienen „festzustecken“. Keine der beiden Seiten sehe einen Vorteil darin, den Konflikt fortzusetzen, oder glaube, dass Verhandlungen zu einem entscheidenden Ergebnis führen würden.

„In beiden Hauptstädten wächst der Pessimismus angesichts der Unfähigkeit der Seiten, sich auf ein diplomatisches Abkommen festzulegen“, sagte sie.

Stroul ist inzwischen Forschungsdirektorin am Washington Institute for Near East Policy. Sie sagte, es „scheine fast so, als würden beide Seiten ihre Militärschläge weiterhin aus einer Position der Schwäche heraus starten“. Trump scheint nicht bereit zu sein, größere Militäroperationen einzuleiten. Diese könnten seine politische Unterstützerbasis bei den Zwischenwahlen im Herbst gefährden. Der Iran wiederum scheine einen „einzigartigen Moment maximaler Einflussmöglichkeiten“ zu erkennen.

Bilanz der Opfer

Bislang wurden nach Angaben des Pentagons 18 US-Soldaten getötet und mehr als 600 verwundet.

Das iranische Gesundheitsministerium teilte mit, in dem Krieg seien mehr als 3500 Menschen getötet worden. Staatliche iranische Medien berichteten am Donnerstag, bei den nächtlichen Angriffen seien auf der Insel Qeschm im Persischen Golf ein Paar und ein Kind getötet worden. Außerdem seien im Nordwesten des Landes drei Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden getötet worden.

Lior Soroka in Tel Aviv sowie Mohamad El Chamaa und Suzan Haidamous in Beirut haben zu diesem Bericht beigetragen.

Zu den Autoren:

Ellen Francis ist Leiterin des Brüsseler Büros der The Washington Post und berichtet über die Europäische Union und die NATO.

Dan Lamothe kam 2014 zur The Washington Post, um über das US-Militär zu berichten. Seit 2008 schreibt er über die Streitkräfte, reist umfassend, war bei fünf Teilstreitkräften als eingebetteter Journalist im Einsatz und berichtete über die Kämpfe in Afghanistan. Er ist über Signal unter danlamothe.30 erreichbar.

Dieser Artikel war zuerst am 30. Juli 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

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