30 Jahre nach der Comicverfilmung mit Til Schweiger ist eine Fortsetzung in Arbeit. Ralf König fand die Adaption seines Bestsellers damals nicht besonders gelungen.
Es war der erfolgreichste deutsche Film der 1990er Jahre. Nun soll es eine Fortsetzung der Kino-Komödie „Der bewegte Mann“ von 1994 geben. Die Hauptrolle soll erneut Schauspieler Til Schweiger übernehmen. Der Film, der damals mehr als 6,5 Millionen Besucher in die Kinos lockte, basierte auf dem gleichnamigen Comicbestseller von Ralf König. Der war allerdings damals von der Adaption nicht sehr angetan. Mit dem neuen Projekt hat er nichts zu tun, sagte er dem Tagesspiegel.
Die Regie des neuen Films wird Hermine Huntgeburth führen, wie aus einer Mitteilung der Film- und Medienstiftung NRW hervorgeht, die den Film mit 900.000 Euro fördert. Zuvor hatte das Fachmedium „The Spot media & film“ berichtet.
Die Hauptfigur der Geschichte war damals der von Til Schweiger gespielte Axel Feldheim, ein heterosexueller Mann, der nach einer Affäre von seiner Freundin Doro (Katja Riemann) auf die Straße geworfen wird und in eine Clique schwuler Männer gerät. Dazu zählten auch der von Joachim Król gespielte Norbert Brommer und Walter alias Waltraud, gespielt von Rufus Beck.

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Produziert wird die Fortsetzung von den Kölner Firmen Peak Point Pictures und Gesellschaft für Feine Filme. Den Verleih übernimmt Vuelta Entertainment Germany. Zum weiteren Cast gehören Jan Josef Liefers, Marie Bäumer und Rufus Beck. Das Drehbuch stammt den Angaben nach von Judy Horney und Martin Gypkens.
Inhaltlich knüpft der Film 30 Jahre nach den Ereignissen des Originals an. In der Mitteilung wird er wie folgt angekündigt: „Der bewegte Mann, 30 Jahre später. Als Axel nach Jahren der Funkstille unangekündigt zur Hochzeit seines schwulen Sohnes auftaucht, gerät das fein austarierte Patchwork-Leben von Ex Doro und Ersatzvater Norbert aus dem Lot – mitten in Midlife-Krisen, Babyplänen und der Frage: „Wer ist eigentlich Familie?“
Ralf König fand die erste Verfilmung seines Comics „Der bewegte Mann“ damals „nicht so gelungen“, wie er dem Tagesspiegel mal in einem Interview erzählt hat. In dem 1994 veröffentlichten Film, an dem König inhaltlich nicht beteiligt war, wurden anders als in der Comicvorlage vor allem die schwulen Protagonisten sehr klischeehaft und als überspitzte Karikaturen dargestellt – im Comic war dies auch bei den heterosexuellen Figuren der Fall.
Zu dem Comic „Der bewegte Mann“, der Ralf König 1987 den Durchbruch als Bestseller-Autor bescherte, hat der Zeichner heute ebenfalls ein eher distanziertes Verhältnis. So erklärte er im vergangenen Jahr in seinem, zusammen mit dem Journalisten Alex Jakubowski erarbeiteten Buch „Pflaumensturz und Sahneschnitten“, die Geschichte sei aus heutiger Sicht „ein bisschen aus der Zeit gefallen: Ein gut aussehender Hetero, der in die Schwulenszene gerät und der von den Tunten angeschmachtet wird … ist heute nicht mehr so exotisch“.
Es sei für ihn zudem „immer irgendwie befremdlich“ gewesen, mitanzusehen, was aus seiner Comicvorlage gemacht wurde, darunter auch ein Musical in Hamburg.

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Die Geschichte hat eine Eigendynamik entwickelt, an der ich nicht sehr interessiert bin.
Ralf König, Comiczeichner
Mit der jetzt geplanten Fortsetzung des Films hat Ralf König inhaltlich nichts zu tun, und er kennt bislang auch das Drehbuch nicht, wie er dem Tagesspiegel erklärt. „Als dem Film 2024 das 30. Jubiläum bevorstand, kam der nette Joachim Król auf mich zu und fragte, ob ich nicht eine Fortsetzung schreiben könne“, erzählt König. „Ich war dem gegenüber aufgeschlossen und habe damals ein paar Tage darüber nachgedacht, aber eine zündende Idee kam mir nicht, wie man mit diesen Charakteren 30 Jahre später neu ansetzen könnte.“

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Außerdem habe er vor seinem Inneren immer Til Schweiger und Katja Riemann gesehen „und nicht mehr meine gezeichneten Nasen“, sagt der Zeichner. „Ich hätte mir also nur des Geldes wegen irgendwas aus der Nase gepopelt, und das wollte ich nicht.“ Er habe aber seinen „Segen“ gegeben, dass andere Drehbuchschreiber es versuchen können: „Das ist nun offenbar geglückt, sollen sie ruhig machen.“
Die Geschichte von „Der bewegte Mann“ sei ihm „schon lange davongaloppiert und hat eine Eigendynamik entwickelt, an der ich nicht sehr interessiert bin“, sagt König. Er arbeitet derzeit an einer humorvoll-queeren Comic-Adaption der Nibelungen-Sage. Da beschäftigten ihn andere Probleme.
„Meine eigene kleine Fortsetzung habe ich zur 30-Jahre-Jubiläumsausgabe des Comics ‚Der bewegte Mann‘ bei Rowohlt hinzugefügt“, ergänzt König. „Da begegnen sich Norbert, Waltraud, Axel und Doro nach all der Zeit kurz in einem Restaurant.“ Das habe sich für ihn glaubhaft angefühlt, „wäre aber für einen Film zu wenig Stoff gewesen“. (mit dpa)
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