Anja Schüte spricht in der „NDR Talk Show“ offen über die lange Krebserkrankung ihrer Mutter. Dabei erklärt Schüte, warum sie sich deren Lebensfreude bis heute bewahrt hat.
Anja Schüte spricht in der „NDR Talk Show“ offen über die lange Krebserkrankung ihrer Mutter. Dabei erklärt Schüte, warum sie sich deren Lebensfreude bis heute bewahrt hat.
Jahrelang stellte Schauspielerin Anja Schüte ihr eigenes Leben zurück, um ihre Mutter zu begleiten. In der „NDR Talk Show“ schilderte sie am Freitagabend, dass ihre Mutter 40 Jahre lang schwer an Krebs erkrankt war. „Ich bin damit sozusagen groß geworden. Und deswegen war es klar, dass ich meine Mutter unter den Arm nehme und sage: 'Ich lasse dich nicht allein und wir machen das.' Und das haben wir bis zum Schluss gemeinsam gut geschafft.“
Die aus Produktionen wie „Der Trotzkopf“ und „Forsthaus Falkenau“ bekannte Schauspielerin machte deutlich, wie prägend diese Zeit für sie war. Trotz der Belastung habe sie sich ihren Optimismus bewahrt. Genau das sei auch ein Vermächtnis ihrer Mutter.
Anja Schüte, die einst mit Roland Kaiser verheiratet war, blieb auch an der Seite ihrer Mutter, als diese in ein Hospiz kam. Zuvor hatten beide gemeinsam entschieden, die vielen Therapien zu beenden, weil sie keinen Erfolg mehr brachten. „Die Krankenhausbesuche und die Tortur wurden von Mal zu Mal immer schlimmer“, sagte die 61-Jährige.
Im Hospiz sei sie täglich bei ihrer Mutter gewesen. Dort habe sie schließlich die Betreuung erhalten, die sie brauchte. Schüte erinnert sich außerdem an gemeinsame Momente, in denen sie das Schwere nicht alles bestimmen ließ: „Ich habe bis zum Schluss mit meiner Mutter sozusagen das Leben gefeiert.“
,regionOfInterest=(2669,1466)&hash=fca61a404f715e6cd336f6fc9ecd99f5e1cd883978fe8e480e7c3c6f66cb7df0)
Anja Schüte sagt, dass ihre Mutter inzwischen gestorben ist. Deren Haltung zum Leben prägt sie nach eigenen Worten aber weiter. In der „NDR Talk Show“ beschrieb sie, wie stark diese Lebenslust bis heute in ihr nachwirkt.
Über ihre Mutter sagte die Schauspielerin: „Sie sagte auch bis zum letzten Tag: Ich liebe das Leben, ich will nicht sterben“. Genau diese Einstellung habe sie übernommen. Seit neun Jahren lebt Anja Schüte mit ihrem heutigen Ehemann aus Norwegen zusammen, teils in Friesland, teils in Oslo.
Dass sie weiter voller Tatendrang ist, machte sie ebenfalls deutlich. „Mir wird nie was zu viel“, erzählte sie. „Ich interessiere mich für alles. Und ich habe dann mit 60 gesagt: Ich habe einen Motorradführerschein mit 18 gemacht, bin aber nie gefahren. Und mit 60 habe ich gesagt: Ich kaufe mir ein Motorrad!“
Mit dem Motorrad ist sie nun unterwegs, besonders oft in Norwegen. Dort habe sie viel Raum, auch weil ihr Mann als Reeder arbeitet. An Energie fehle es ihr ohnehin nicht, wie sie mit einem klaren Satz zusammenfasste: „Mein Spruch ist: The world is not enough“.
Dazu sagte Anja Schüte außerdem: „Ich möchte immer so viel von allem im Leben haben und aufsaugen.“ Für Zuschauerinnen und Zuschauer der „NDR Talk Show“ wurde damit vor allem eines sichtbar: Die Schauspielerin verbindet den Verlust ihrer Mutter mit einem sehr bewussten Blick auf das Leben.