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Mansour in ZDF-Talk von Sarah Tacke zu Anschlag: „Islamisten sind bessere Sozialarbeiter - sie sorgen sich””

Дата публикации: 31-07-2026 06:05:00

Wie stoppen wir Islamisten? Fußfesseln, Jugendstrafrecht, Behördenversagen: Über vieles wurde im neuen ZDF-Talk „Sarah Tacke“ debattiert. Und Experte Mansour sagt: „Islamisten sind mittlerweile die besseren Sozialarbeiter.“

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Wie stoppen wir Islamisten? Fußfesseln, Jugendstrafrecht, Behördenversagen: Über vieles wurde im neuen ZDF-Talk „Sarah Tacke“ debattiert. Und Experte Mansour sagt: „Islamisten sind mittlerweile die besseren Sozialarbeiter.“

Wenn Deutschlands Top-Talkmaster in die Sommerpause gehen, schlägt die Stunde der Moderatoren aus der zweiten Reihe: Sie dürfen die Löcher im TV-Programm füllen, dürfen sich und oft sogar neue Formate zur besseren Sendezeit ausprobieren. Und das manchmal sogar mit Themen, die Menschen selbst bei Tropenhitze aus dem Liegestuhl holen.

Sarah Tacke, bislang Rechtsexpertin beim ZDF, ist in so ein Sommerloch gefallen: Vier Wochen darf die Juristin nun in der Donnerstagnacht die Platzhalterin für „Maybrit Illner“ geben. Ihr großes Ziel laut „teleschau“-Interview: die lösungsorientierte Debatte komplexer Probleme. Eine Phrase, hinter der sich schon viele Talker verschanzt haben, ohne sie auch nur ansatzweise umzusetzen.

„Sarah Tacke“: Debüt mit brandaktuellem Thema

Starten sollte „Sarah Tacke“ mit einer Talkrunde zum Thema Grundsicherung. Doch dann kam der Berliner CSD, an dessen Rande der 21-jährige Islamist Abdul Ballout eine Frau tötete und viele weitere Menschen zum Teil schwer verletzte. Ein Anschlag, der die Vokabel Grundsicherung mit einer neuen Bedeutung auflädt: Wie sichert der Staat seine Bürger gegen islamistisch oder anderweitig extremistisch motivierte Attacken?

Übernimmt im Sommer den Sendeplatz von "Maybrit Illner": Juristin Sarah Tacke

Übernimmt im Sommer den Sendeplatz von "Maybrit Illner": Juristin Sarah Tacke ZDF

„Der Feind im Innern – Wie stoppen wir Islamisten?“ lautet folgerichtig das Thema für das Debüt von „Sarah Tacke“. Zu Gast sind NRW-Innenminister Herbert Reul, der Psychologe und Islamismus-Experte Ahmad Mansour und die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. Und in der Debatte um Fußfesseln, einer Änderung des Jugendstrafrechts und den laschen Berliner Behörden kristallisiert sich binnen einer Stunde tatsächlich ein Punkt heraus, der bislang in den vielen Talkshows übergangen wurde.

Islamismus-Experte benennt das Kernproblem der Radikalisierung

„Wir als Gesellschaft haben versagt.“ Diese Feststellung, ausgesprochen von Ahmad Mansour, klingt zunächst nach wohlfeilem Schuldbekenntnis. Dass „wir alle“ jetzt den Islamismus bekämpfen müssen, klingt wie die hilfloseste aller Antworten auf die Frage, wie Islamisten gestoppt werden können.

Doch tatsächlich steckt darin auch eine Wahrheit, die viele nicht so gerne hören werden, die jetzt mit dem Finger auf den Staatsapparat zeigen und fordern, dieser müsse nun den ganz großen Instrumentenkoffer auspacken. Wenn sich immer mehr und immer jüngere Einzeltäter im Internet radikalisieren, müsste Deutschland zum Überwachungsstaat werden, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Wollen wir das?

„Islamisten sind mittlerweile die besseren Sozialarbeiter“

Radikalisierung passiere in der Regel dort, wo Überforderung stattfindet, sagt Psychologe Mansour, also an den Sollbruchstellen des Lebens, an denen Menschen scheitern können. Doch auch hier schauen Staat und Gesellschaft lieber weg aus Sorge, irgendjemandem in seinem kulturellen Habitat zu nahe zu treten. „Islamisten sind mittlerweile die besseren Sozialarbeiter, weil sie sich sorgen“, glaubt Mansour. „Weil sie da sind. Weil sie Bindung schaffen.“

Wenn „wir“ – Familie, Freunde, Schule, Kirche, Vereine und all die anderen Institutionen, aus denen eine Gesellschaft besteht – zum Korrektiv dieser fatalen Entwicklung werden wollen, bedeutet das vor allem, dass das Problem beim Namen genannt werden darf. Die Menschen hätten oftmals Angst, als Rassisten gebrandmarkt zu werden, wenn sie sich gegen Islamismus äußern, glaubt Düzen Tekkal: „Das gesellschaftliche Schweigen ist inzwischen zum Bodyguard der Täter geworden.“

Das stille Geschenk an die AfD

Das eigentlich gutmeinende Schweigen wird so zur Gefährdung. Denn durch Wegschauen und Wegschweigen verschwindet das Problem nicht, sondern es entsteht eine unbesetzte Zone, die dann von antidemokratischen Kräften besetzt und mit eigenen Narrativen gefüllt werden. Oder wie es Tekkal ausdrückt: „Es ist für die AfD das größte Wahlkampfgeschenk, wenn wir hier nicht langsam etwas ändern.“

Präventionsarbeit ist wichtig – aber nur möglich, wenn der Islamismus als Problem erkannt und benannt wird. Und wenn diese Mammutaufgabe auf möglichst viele Schultern verteilt wird. „Wir sollten sichtbar sein in den Sozialen Medien und Gegennarrative schaffen“, glaubt Mansour. Denn bislang würden Menschen dort vielleicht für Apple-Produkte begeistert, aber nicht für Menschenrechte und Demokratie.

Zum Hamburger CSD gehen – jetzt erst recht

In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden aktuell 492 sogenannte Gefährder im Visier – 17 davon linksextremistisch, 65 rechtsextremistisch. Und 410 islamistisch. Die Behörden gehen davon aus, dass gerade letztere Gruppe jederzeit einen Anschlag planen und durchführen können.

Trotzdem, so NRW-Innenminister Herbert Reul, wäre es jetzt der größte Fehler, am Wochenende beispielsweise nicht zum Christopher Street Day in Hamburg zu gehen, sagt Reul. Das Motto des hanseatischen CSD lautet schließlich: „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst.“

Die Gefahr sei leider nicht weg, sagt Reul. Doch „wenn wir das nicht tun, haben die Islamisten gewonnen“. Und Mansour ergänzt: „Islamisten feiern den Tod – wir feiern das Leben, die Freiheit, die Demokratie.“

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