Yasmina Filali spricht erstmals offen über ihre Kindheit und Jugend. Die Schauspielerin war unter anderem Opfer von Gewalt.
Yasmina Filali spricht erstmals offen über ihre Kindheit und Jugend. Die Schauspielerin war unter anderem Opfer von Gewalt.
„Eines der ersten Traumata war, als man mir im Schlaf mit einem Telefon meine vorderen Zähne und meine Nase eingeschlagen hat. Es gab keinen Anlass dafür“, berichtet Yasmina Filali von einem Vorfall aus dem Kinderheim. Das ist nur eins von vielen traumatischen Erlebnissen, über das sie bei „Bild“ auspackt.
Filali berichtet, dass ihr Vater die Familie verließ. Sie sei gerade mal zweieinhalb Jahre alt gewesen. Sie erinnert sich an einen Abend, an dem sie und ihre Mutter nach Hause kamen und die Wohnung leergeräumt war. „Er war weg und hat alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war“, sagt sie über ihren Vater. Ihre Mutter habe später durch das Fenster gegenüber Teile des Hausrats wiederentdeckt – ihr Vater sei direkt in eine Wohnung mit seiner neuen Freundin gezogen. „Das war so kaltblütig von ihm“, sagt Filali rückblickend.
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Nach der Trennung, so schildert es Filali, habe ihr Vater den Kontakt zu ihr eingeklagt. Als Sechsjährige habe sie jedes zweite Wochenende gegen ihren Willen mit ihm verbringen müssen. Sie habe dort oft nur gewartet, bis ihr Vater und dessen Partnerin ihren Alkoholrausch ausgeschlafen hatten. Beide seien später an den Folgen langjährigen Alkoholmissbrauchs gestorben. Ihr Vater wurde 59 Jahre alt.
Als Zehnjährige lief Filali schließlich von zu Hause weg. Sie sei nach der Schule eines Tages einfach nicht zurück gegangen, sondern habe auf der Reeperbahn Schutz im Gewimmel gesucht. Dort sei sie von der Polizei aufgegriffen und in ein Übergangsheim gebracht worden. Sie wollte nicht mehr zurück. „Es war meine Entscheidung, mein Zuhause zu verlassen“, sagt sie. Kurz darauf kam sie in eine feste Einrichtung und blieb dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr.
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Die Zustände im Heim beschreibt Filali als schockierend. „Es gab Geschrei, Gejammer, Gewalt, Drogen und Alkohol, das kannte ich bis dato gar nicht.“ Konflikte seien dort nicht durch Gespräche gelöst worden, sondern mit körperlicher Gewalt: „Sie wollten mir lieber die Faust ins Gesicht hauen.“ Dort ereignete sich dann auch der Telefon-Vorfall. Nach dem unerwarteten Schlag ins Gesicht seien beide Vorderzähne und ein Schneidezahn abgebrochen. Auch ihre Nasenscheidewand sei verletzt worden, zwei Operationen seien später nötig gewesen.
Diese Erfahrung sei nicht die letzte Gewalterfahrung geblieben. Filali beschreibt, dass sie im Heim ein hartes Prinzip verinnerlicht habe: „Entweder bist du das Opfer oder du bist der Täter! Es gibt nichts dazwischen.“ Irgendwann habe sie gelernt, zuerst zuzuschlagen, um sich zu schützen. „Ich wollte einfach kein Opfer mehr sein.“
Die Folgen dieser Jahre begleiten sie bis heute. Tief schlafen könne sie nach dem nächtlichen Angriff nicht mehr: „Wenn man einmal aus dem Tiefschlaf so geweckt wird, dann schläft man nie wieder in seinem Leben tief.“ Ihr Körper sei auch im Schlaf in Alarmbereitschaft.
Yasmina Filali zählt seit den 1990er-Jahren zu den bekannten Gesichtern im deutschen Fernsehen. Ihren Durchbruch feierte die Schauspielerin mit der Sat.1-Serie „Die Rote Meile“, nachdem sie zuvor bereits in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen war. Es folgten zahlreiche Gastrollen in Erfolgsformaten wie „Alarm für Cobra 11“, „Die Rosenheim-Cops“ oder „Notruf Hafenkante“. Darüber hinaus sorgte auch ihre Ehe mit Ex-Fußballnationalspieler Thomas Helmer für öffentliche Aufmerksamkeit.