Mehr als 80.000 Menschen folgen ihr auf Instagram. In Bari gilt Nonna Nunzia als legendäre Pasta-Macherin. Doch „Achtung Abzocke“-Moderator Peter Giesel traut ihren Versprechungen nicht.
Mehr als 80.000 Menschen folgen ihr auf Instagram. In Bari gilt Nonna Nunzia als legendäre Pasta-Macherin. Doch „Achtung Abzocke“-Moderator Peter Giesel traut ihren Versprechungen nicht.
Mit seinem „Achtung Abzocke“-Team ist Urlaubsreporter Peter Giesel in der aktuellen Kabel-Eins-Folge nach Bari gereist, um Touristen vor Geldfallen zu bewahren. Italienische Großmütter verkaufen seit Jahrzehnten selbstgemachte Orecchiette auf den Straßen. Auch Nonna Nunzia, die bei Instagram unter den Namen „loerecchiettedinunzia“ bekannt ist, soll ihre Nudeln auf diese Weise anbieten. Mehr als 80.000 Menschen folgen der Kult-Italienerin auf Instagram. Sogar eine Audienz beim Papst hatte die so sympathisch wirkende Nudel-Nonna bereits. Doch als Peter Giesel ihr einen Besuch abstatten will, wird es verdächtig.
Der Platz der berühmten Pasta-Macherin ist leer. Stattdessen verkaufen ihre Enkelinnen angeblich handgemachte Nudeln für drei Euro pro Packung. Für Giesels Team ist die Sache damit jedoch längst nicht erledigt. In einer Seitenstraße entdecken die Reporter einen Einkaufswagen voller Verpackungsmüll. Eine Adresse auf den Verpackungen führt zu einer Fabrik.
Also folgen Peter Giesel, der sich kürzlich mit einem Fake-Mönch angelegt hat, und sein Team der Spur. 40 Kilometer von Bari entfernt machen sie schließlich eine Entdeckung. Genau an dieser Adresse werden die angeblich handgemachten Nudeln von Nonna Nunzia hergestellt. Der Verdacht scheint sich zu bestätigen: Die gekauften Orecchiette sind offenbar keine handgemachte Pasta, sondern Fabrikware.
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Als Giesel mit dieser Erkenntnis zu Nonnas Laden zurückkehrt, sitzt dort inzwischen die Pasta-Oma höchstpersönlich auf einem Stuhl und fertigt Nudeln vor ihrem Laden an. Er möchte jedoch mit einer Enkelin sprechen, die Englisch spricht. Er erzählt ihr, dass sie zur Fabrik gefahren seien. Dort würden die Nudeln „nur getrocknet“, aber von Nonna hergestellt, erklärt die Enkelin. „Die Herren von der Fabrik haben uns etwas völlig anderes erzählt“, konfrontiert der hartnäckige TV-Moderator die junge Frau weiter. „Nonna Nunzia macht die Nudeln nicht in Bari, sondern die Fabrik für sie“, lautet Giesels Version.
Daraufhin verschwindet die Frau im Lager und kehrt mit einem Sack frischer Pasta zurück. Diese Pasta sei dieselbe wie in der Packung. Der einzige Unterschied bestehe darin, dass die Pasta, die Giesel gekauft habe, in der Fabrik getrocknet worden sei. „Ja, ja, ist klar“, entgegnet Giesel genervt. Anschließend stürmt die Frau sichtlich verärgert zu den Kunden, die an der Kasse darauf warten, vermeintlich hausgemachte Nudeln zu kaufen. „Es ist jetzt auch unangenehm, mit der Enkelin einen Streit anzufangen“, spricht Giesel in die Kamera. „Alles, was hier in dem Laden verkauft wird, kommt aus einer Fabrik“, beharrt er.
Bereits Anfang des vergangenen Jahres sorgte die Pasta-Oma im Netz wegen solcher Ungereimtheiten für Wirbel. Dass sie neben frischen Orecchiette aus eigener Herstellung auch abgepackte Pasta und andere Fertigprodukte wie Soßen und Konserven verkaufe, daraus mache sie keinen Hehl, schrieb die „Berliner Morgenpost“. Zu allem Weiteren wollte sie sich damals nicht äußern.
Von Paula Oferath