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+++ Fußball-WM 2026 +++: WM-Krimi – Argentinien braucht Verlängerung gegen Kap Verde

Дата публикации: 04-07-2026 07:00:00

Premierensieg im Elfer-Drama – Ägypten im Achtelfinale +++ Nagelsmann tritt zurück – Verhandlungen mit Klopp +++ Sport-Geschäftsführer Rettig verlässt DFB zum Jahresende +++ Der Newsblog.

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WM 2026: WM-Krimi – Argentinien braucht Verlängerung gegen Kap Verde

Live-Blog Premierensieg im Elfer-Drama – Ägypten im Achtelfinale +++ Nagelsmann tritt zurück – Verhandlungen mit Klopp +++ Sport-Geschäftsführer Rettig verlässt DFB zum Jahresende +++ Der Newsblog. 04.07.2026 - 09:00 Uhr Artikel anhören

WM 2026: Der Argentinier Lionel Messi jubelt nach dem WM-Spiel. Argentinien gewinnt 3:2 gegen Kap Verde. Foto: dpa

WM-Krimi: Argentinien braucht Verlängerung gegen Kap Verde

Fußball-Weltmeister Argentinien hat das WM-Märchen von Kap Verde nur mit großem Zittern beendet. Der Titelverteidiger benötigte seinen Superstar Lionel Messi, eine 30-minütige Extrazeit und zwei überraschende Rückschläge, um den krassen Außenseiter in einem packenden und denkwürdigen Sechzehntelfinale mit 3:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung niederzuringen.

Vor 64.478 Zuschauern in seiner Wahlheimat Miami schoss Messi in der 29. Minute bereits sein siebtes Tor bei diesem Turnier und sein 20. insgesamt bei einer WM. Nach der Pause bestrafte Deroy Duarte (59.) das erste Mal die argentinische Passivität.

Auch in der Verlängerung kam der kleine Inselstaat nach dem 1:2 durch Lisandro Martinez (93.) noch einmal zurück. Denn der frühere Rot-Weiß-Erfurt- und Viktoria-Köln-Spieler Sidny Lopes Cabral gelang in der 103. Minute ein Traumtor. Argentiniens Treffer zum 3:2 wurde von der FIFA als Eigentor von Diney Borges gewertet in der 111. Minute - nach einem Eckball von Messi.


Premierensieg im Elfer-Drama: Ägypten im Achtelfinale

Ägypten um Superstar Mohamed Salah hat mit dem ersten WM-K.-o.-Rundensieg auf dramatische Weise nationale Fußballgeschichte geschrieben. Der siebenmalige Afrika-Cup-Gewinner setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschießen durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen. 

Den entscheidenden Elfmeter im Dallas Stadion vor 70.244 Zuschauern verwandelte Hossam Abdelmaguid. Für das Elfmeterschießen hatte Australiens Trainer Tony Popovic kurz vor Ende der Verlängerung den erfahrenen Torhüter Mathew Ryan für den bis dahin starken Patrick Beach eingewechselt – das zahlte sich nicht aus. Nach der regulären Spieldauer und der Verlängerung hatte es 1:1 (1:0) gestanden.

Ägypten trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi und Außenseiter Kap Verde. Australien muss dagegen weiter auf den ersten K.-o.-Runden-Sieg bei Weltmeisterschaften warten.

Ägyptens Teamdirektor gerät mit Sicherheitsdienst aneinander

Im Teamhotel der ägyptischen Mannschaft ist es vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Australien zu einem kuriosen Zwischenfall gekommen. Videos in sozialen Medien zeigten Rangeleien und hitzige Wortwechsel zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern der ägyptischen WM-Delegation. Mittendrin: Ibrahim Hassan, Zwillingsbruder von Trainer Hossam Hassan.

Wie Medien berichteten, hinderte ein Security-Mitarbeiter nach Angaben des ägyptischen Fußballverbandes ein Kind daran, ein Foto mit den Spielern zu machen. Ibrahim Hassan sei daraufhin eingeschritten, um das Kind zu schützen. Dabei sei es zu einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal gekommen.

Bundeskanzler Merz dankt Julian Nagelsmann

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den bisherigen Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann für seine Arbeit gewürdigt. „Der Bundeskanzler dankt Julian Nagelsmann für sein Engagement und den Einsatz in den letzten Jahren als Bundestrainer der Nationalmannschaft“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Zur Nachfolgefrage wollte er sich nicht äußern und verwies auf die Autonomie der Sportverbände in derartigen Personalfragen.

Sport-Geschäftsführer Rettig verlässt DFB zum Jahresende

Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlässt den Deutschen Fußball-Bund zum Jahresende. Dies gab der DFB in der Mitteilung zum Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem WM-Debakel bekannt. Keine Angaben machte der Verband zur Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler. Der Weltmeister von 1990 war für Nagelsmann erster Ansprechpartner beim Verband. 

Der 63 Jahre alte Rettig habe während der Sitzung der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates erklärt, dass er seinen zum 31. Dezember 2026 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern werde. Darüber habe er den DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf bereits vor Beginn der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft informiert.

Nagelsmann tritt zurück – Verhandlungen mit Klopp

Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer - und Jürgen Klopp steht als Nachfolger bereit. Der 38-jährige bisherige Chefcoach der Nationalmannschaft erklärte wenige Tage nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay seinen sofortigen Rücktritt, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ihm dieser Schritt von der DFB-Spitze während eines Krisentreffens am Donnerstag nahelegt worden sein.

„Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es in einer DFB-Mitteilung.

Der 59-jährige Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er den englischen Titel und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz. 

Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient Julian Nagelsmann in der DFB-Presseerklärung

Manzambi leitet ein: Schweiz mühelos ins WM-Achtelfinale

Die Schweiz darf bei der Fußball-WM weiter vom ersten Viertelfinale seit dem Heim-Turnier 1954 träumen. Das Team um Vorlagengeber Johan Manzambi setzte sich im Sechzehntelfinale von Vancouver problemlos mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch und bleibt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko unbesiegt. Im Achtelfinale geht es erneut in Vancouver am Dienstag (22.00 Uhr/MESZ) gegen Kolumbien oder Ghana.

Vor 52.497 Zuschauern im ausverkauften Stadion sorgte der frühere Schalker Breel Embolo (10. Minute) für die frühe Führung. Nach der Pause traf dessen Sturmkollege Dan Ndoye (46.) zur vorzeitigen Entscheidung. Manzambi vom SC Freiburg hatte das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent eingeleitet.

Algeriens Auftritt bei dem Turnier dürfte - abgesehen vom denkwürdigen 3:3 gegen Österreich in der Vorrunde - schnell in Vergessenheit geraten. Das Team um BVB-Profi Ramy Bensebaini konnte den starken Schweizern fast nichts entgegensetzen. Die Nordafrikaner müssen weiter auf ihren ersten Sieg in einer K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft warten.

Nagelsmann-Rücktritt in Kürze erwartet – DFB-Gremien diskutieren heute auch Zukunft von Völler und Rettig

Der Aufsichtsrat und die Gesellschaftsversammlung des Deutschen Fußball-Bundes beraten nach dpa-Informationen am heutigen Vormittag über Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dem Vernehmen nach soll es bei der Videoschalte auch um die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig gehen.

Nagelsmann soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge in Kürze seinen Rücktritt erklären. Der 38-Jährige soll nach der Krisensitzung beim DFB am Donnerstag in Frankfurt/Main zu dieser Entscheidung gekommen sein, wie der TV-Sender Sky und die „Bild“-Zeitung berichteten.

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Julian Nagelsmann: Steht offenbar kurz vor dem Rücktritt. Imago

Nagelsmann war mit der deutschen Nationalmannschaft am Montag im Sechzehntelfinale der WM im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt ausgeschlossen. Bei dem Treffen auf dem DFB-Campus soll ihm die Verbandsspitze aber diesen Schritt nahegelegt haben. Sein Vertrag wurde ursprünglich bis zur EM 2028 abgeschlossen.

„Ich bin keiner der wegläuft“, hatte Nagelsmann im Stadion in Foxborough in den USA gesagt. Nun kam es aber zu dem Sinneswandel. Offen ist noch die DFB-Zukunft von Völler und Rettig. Als Nachfolger ist seit Tagen Jürgen Klopp im Gespräch. Der einstige Erfolgscoach und derzeitige Chefstratege von Red Bull ist der Topkandidat. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV in Amerika im Einsatz.

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Andreas Rettig, Rudi Völler: Zukunft offen. Imago

Wieder ohne Gegentor: Spaniens Simon knackt WM-Rekord

Spaniens Torhüter Unai Simon hat im Sechzehntelfinale gegen Österreich einen Weltmeisterschaftsrekord gebrochen. Der Schlussmann hielt seinen Kasten beim 3:0-Erfolg sauber und ist damit nun bei WM-Endrunden seit 519 Minuten ohne Gegentor. Damit überflügelte der Profi von Athletic Bilbao den Italiener Walter Zenga, der bei der Heim-WM 1990 zwischen dem Auftaktspiel und dem Halbfinale 517 Minuten lang ohne Gegentor geblieben war.

Simons Unbezwungen-Serie begann bei der WM 2022 in Katar, als er im letzten Gruppenspiel gegen Japan (1:2) in der 51. Minute von Ao Tanaka bezwungen worden danach. Danach folgte zwar das Aus im Achtelfinale gegen Marokko, das aber nach einem 0:0 erst im Elfmeterschießen. Bei der aktuellen WM in Amerika wurde Simon weder von den Kickern von Kap Verde (0:0) noch jenen aus Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0) bezwungen.

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Unai Simon: WM-Rekord. Imago

Rassismus? Belgiens Trainer erklärt sich nach WM-Interview

Belgiens Cheftrainer Rudi Garcia hat sich nach seinem WM-Interview gegen Rassismusvorwürfe verteidigt. Der 62 Jahre alte Franzose hatte unmittelbar nach dem packenden 3:2-Erfolg der Roten Teufel über Senegal am Spielfeldrand von Seattle gesagt: „Wir kennen solche Mannschaften: Gegen Ende des Spiels verlieren sie ihre taktische Struktur.“ Daraufhin hatte es Kritik an Garcia gegeben.

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Rudi Garcia ap

Dieser schrieb nun via X auf Englisch und Französisch: „Meine Kommentare richteten sich keinesfalls an afrikanische Mannschaften; sie hätten genauso gut auf asiatische, südamerikanische oder europäische Teams zutreffen können, die mit solch einem Druck nicht vertraut sind.“ Belgien hatte ein 0:2 gedreht und war dank zweier später Treffer von Romelu Lukaku und Youri Tielemans noch in die Verlängerung gekommen.

„Als weniger erfahrener Trainer habe ich selbst schmerzlich erfahren müssen, dass es kontraproduktiv ist, das Spiel zu unterbrechen, um ein Ergebnis um jeden Preis zu verteidigen“, fügte Garcia an. Genau diese Erfahrung, die er selbst als Trainer gemacht habe, habe er teilen wollen. Sein Kollege Pape Thiaw war bei der Pressekonferenz in Seattle auf Garcias Aussage angesprochen worden. Er antwortete darauf, dass er diese Ansicht nicht teile.

Ronaldo trifft bei dramatischem Sieg gegen Kroatien und gedenkt Diogo Jota

41 Jahre alt – und kein bisschen müde: Dank Cristiano Ronaldo darf Portugal weiter vom ersten WM-Titel träumen. Der Superstar erzielte beim dramatischen 2:1 gegen Kroatien den Ausgleich und bereitete den Weg für das Achtelfinale gegen Spanien.

Vor 43.036 Zuschauern in Toronto trafen Ronaldo (68. Minute) per Foulelfmeter und Gonçalo Ramos (90.+4) für die Portugiesen und sorgten zum ersten Todestag von Diogo Jota für einen emotionalen Sieg. Der Offensivspieler war am 3. Juli 2025 im Alter von nur 29 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab“, sagte der zum „Man of the Match“ gewählte Ronaldo.

Ivan Perisic (53.) hatte Kroatien in Führung gebracht. Kroatien gelang in der 13. Minute der Nachspielzeit der vermeintliche Ausgleich, doch der Treffer wurden wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Während es für Ronaldo mit der Seleção weitergeht, muss sein langjähriger Weggefährte Luka Modric die Heimreise antreten. Beide spielten sechs Jahre lang gemeinsam bei Real Madrid. 

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Cristiano Ronaldo (M.) steht mit seinen Mannschaftskollegen zusammen und hält nach dem Spiel das Trikot von Diogo Jota in Händen. Jota starb bei einem Autounfall vor einem Jahr.  dpa

Nach WM-Aus: Alaba lässt Zukunft in Nationalmannschaft offen

Österreichs Kapitän hat seine Zukunft als Nationalspieler nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale offen gelassen. „Ich habe mir überhaupt keine Gedanken gemacht um meine Zukunft, auch auf Club-Ebene um meine Zukunft. Ich war wirklich hier und jetzt sehr, sehr konzentriert und fokussiert auf diese Weltmeisterschaft. Und habe da wirklich nur darauf meinen Fokus gelegt“, sagte der ehemalige Profi des FC Bayern München nach dem 0:3 gegen Spanien. Für Österreich war es die erste WM-Teilnahme seit 1998.

Alabas Vertrag bei Real Madrid war Ende Juni ausgelaufen. Wie es für den 34-Jährigen weitergeht, ist unklar. Er werde „erstmal diesen bitteren Moment verarbeiten müssen. Das wird sicherlich ein paar Tage dauern und brauchen. Und dann mache ich mir natürlich Gedanken“, sagte Alaba. 

Der Innenverteidiger kommt auf 117 Länderspiele für Österreich. Er erzielte 15 Tore. Alaba begann seine Karriere als Profi beim FC Bayern München und wechselte 2021 zum spanischen Rekordmeister. Ende 2023 erlitt er einen Kreuzbandriss, in der vergangenen Saison verpasste er zahlreiche Partien wegen einer Wadenverletzung. 

Spanien souverän 3:0 gegen Österreich: „Wundervolles Spiel“

Spaniens Fußball-Künstler um Superstar Lamine Yamal klatschten sich nach der Pflichtaufgabe cool und nüchtern ab – die Österreicher ließen am Ende ihrer WM-Reise dagegen die Köpfe hängen. Der Europameister hat seine WM-Pflichtaufgabe gegen die Alpenrepublik mit 3:0 (1:0) souverän erfüllt und steht im Achtelfinale. „Wir haben ein wundervolles Spiel gezeigt“, resümierte Spanien-Coach Luis de la Fuente. „Ich bin überglücklich.“

Torjäger Mikel Oyarzabal per Doppelpack (36./89. Minute) und Pedro Porro (66.) trafen beim nie gefährdeten Erfolg der Südeuropäer. „Es war ein kompliziertes Spiel und wir wussten, dass es schwierig sein würde“, sagte Matchwinner Oyarzabal mit übertriebener Bescheidenheit. 

Österreichs Bundesliga-Profi Marcel Sabitzer wurde deutlicher: „Man muss sagen, dass die einfach besser sind als wir. Der Sieg ist verdient für Spanien.“ Auch Coach Rangnick sagte: „Insgesamt muss man anerkennen, dass wir auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind.“ Er haderte mit der WM-Auslosung, die Österreich den Europameister schon in der ersten K.-o.-Runde bescherte. „Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft gegen jeden anderen Gegner auf Augenhöhe die Chance auf das Weiterkommen gehabt hätten.“

Erste Krisensitzung nach WM-Aus: DFB-Spitze empfiehlt Nagelsmann laut Medienbericht Rücktritt

In einer dreistündigen Sitzung soll die DFB-Spitze Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Rücktritt nahe gelegt haben. 

Dies berichtet die „Bild“

 nach einer Aussprache des 38-Jährigen mit Spitzenfunktionären auf dem Campus des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main. Nagelsmann soll sich Bedenkzeit erbeten haben. Einem 

Bericht der „Frankfurter Rundschau“

 zufolge soll die Ablösung von Nagelsmann ausgemachte Sache und bis zum Wochenende durch sein. Der Verband äußerte sich bislang nicht.  Bei der Sitzung drei Tage nach dem WM-Aus gegen Paraguay waren nach Informationen der „Bild“ Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, Liga-Boss Hans-Joachim Watzke und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig dabei.

Nach dpa-Informationen hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Mittwoch in einer internen Mail an hochrangige Ehren- und Hauptamtliche über den Stand der Dinge informiert. Man werde weiter fortlaufend berichten. Über die Auflösung eines Vertrags von Nagelsmann würde der DFB-Aufsichtsrat entscheiden. Ebenso bei einer Verpflichtung eines Nachfolgers. 

Nagelsmann hat noch einen Vertrag bis zur EM 2028 und unmittelbar nach der Niederlage im Sechzehntelfinale gegen Paraguay einen Rücktritt ausgeschlossen. Als sein möglicher Nachfolger gilt Jürgen Klopp, derzeit noch Head of Global Soccer bei Red Bull. 

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DFB-Campus in Frankfurt: Erste Krisensitzung nach WM-Debakel. dpa

Echo aus England: „Tuchels katastrophale Entscheidung“

Trotz des Einzugs in das Achtelfinale der Fußball-WM schlagen Thomas Tuchel in England auch viele kritische Töne entgegen. „Ich habe große Bedenken. Wir freuen uns alle, dass England weitergekommen ist, aber besonders, wenn England den Ball verliert, ist die Abwehr sehr anfällig“, monierte Wayne Rooney bei der BBC nach dem mühevollen 2:1 gegen die Demokratische Republik Kongo. Tuchels Elf sei in vielen Bereichen „einfach nicht auf der Höhe“, bemängelte der frühere Weltklasse-Stürmer.

Auch die englische Presse sparte angesichts des schwachen Auftritts nicht mit Kritik. „Thomas Tuchels katastrophale Entscheidung wäre beinahe aufgedeckt worden – England entgeht nur knapp einer WM-Überraschung“, schrieb der „Daily Star“. Die Mannschaft habe sich unerklärlicherweise in ein „Pub-Team“ verwandelt, habe „langsam und schlampig“ gespielt. „England war in diesem Spiel zeitweise wirklich am Ende“, analysierte der „Guardian“.

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Thomas Tuchel: In der Kritik. Reuters

Vor allem die schon vor der WM viel diskutierten Personalentscheidungen des 52 Jahre alten deutschen Trainers gerieten in den Fokus. „Der eklatante Mangel an Kreativität auf der englischen Ersatzbank wurde deutlich, als ziellose Flanken in den Strafraum geschlagen wurden“, hieß es beim „Daily Star“ – das Blatt verwies dabei auf die von Tuchel nicht für die WM nominierten Premier-League-Stars Phil Foden und Cole Palmer.

Die positiven Schlagzeilen gehörten wieder einmal Doppelpacker Harry Kane, der nun auf fünf Turniertreffer kommt. „Von nun an werde ich ihn Sir Harry Kane nennen“, adelte Frankreichs Ex-Stürmerstar Thierry Henry den Bayern-Angreifer beim US-Sender CBS. „Er allein war die Antwort.“ „The Sun“ bemühte ebenfalls royale Worte: „Kate & the Great“, schrieb das Boulevardblatt zu einem Foto, das den Bayern-Star nach der Partie küssend mit seiner Ehefrau zeigt, die wie Englands Herzogin ebenfalls Kate heißt. „Harry Kane rettet das glanzlose englische Team und hält den WM-Traum am Leben“, titelte der „Daily Mirror“.

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Harry Kane und seine Ehefrau nach dem Schlusspfiff:  „Kate & the Great“.

Wieder gefordert ist der 32 Jahre alte Topstürmer in der Nacht zum Montag im legendären Aztekenstadion. Dann tritt England im Achtelfinale gegen den starken Co-Gastgeber Mexiko (2.00 Uhr/MagentaTV) an.

„Liebe Eltern ...“: Österreichs Bundespräsident hat eine ungewöhnliche WM-Bitte

Für Österreich ist das Sechzehntelfinale gegen Spanien ein ganz besonderes Spiel. Wenn es nach Bundespräsident Van der Bellen geht, sollen daran trotz des späten Anstoßes auch Kinder teilhaben.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat vor dem ersten K.o.-Spiel der Nationalmannschaft bei einer Fußball-WM seit 1954 eine ungewöhnliche Bitte. „Liebe Eltern“, beginnt der 82-Jährige seine Ansprache in einem bei Facebook geteilten Video. Er habe eine Bitte, im Namen der Kinder. „Lassen Sie sie heute, also am Donnerstag, ein wenig länger aufbleiben“, sagte Van der Bellen.

Er erklärte: „Ja, bis spät in die Nacht hinein Fernsehen ist nicht gut. Ich weiß das. Aber drücken Sie diesmal ein Auge zu, damit die Kinder, die das wollen, unser Nationalteam live anfeuern können. Solche Erinnerungen nimmt man doch sein Leben lang mit. Und obendrein haben wir derzeit die letzten Tage vor den Ferien.“ Er wünsche allen Kindern „viel Spaß beim Anfeuern“. Die Partie in Inglewood bei Los Angeles findet um 12 Uhr Ortszeit statt. In Österreich ist es dann 21 Uhr.: 

„Macht mich fertig“: Kimmich hadert immer noch mit WM-Aus

Auch mit etwas Abstand ist der Frust bei Joshua Kimmich über das erneut frühe Scheitern bei einer Fußball-WM groß. „Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen“, 

schrieb der DFB-Kapitän in einem Post bei Instagram

: „Gemeinsam hatten wir vor, eine sehr erfolgreiche WM zu spielen, Deutschland würdig zu vertreten und einen kleinen Beitrag für eine positive Entwicklung in unserem Land zu leisten. Und wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.“

Deutschland war bei dieser WM bereits in der ersten K.-o.-Runde gegen Paraguay ausgeschieden. Bei den Turnieren 2022 und 2018 war das Aus bereits nach der Gruppenphase gekommen. Bei allen drei Turnier-Pleiten war Kimmich dabei.

Der Bayern-Profi betonte dennoch, er sei „stolz“ darauf, „Kapitän dieser Mannschaft zu sein“. Aber die Enttäuschung über den Turnierverlauf sei weiterhin groß. „Wir hätten Euch allen und auch uns gerne mehr zurückgegeben“, schrieb Kimmich an die Fans gerichtet. Der 31-Jährige bekräftigte aber erneut, dass ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft für ihn kein Thema ist. „Aufgeben ist für mich niemals eine Option. Um wieder klarzukommen, werde ich aber sicher mehr als ein paar Tage brauchen.“

Auswechslung erzürnt Senegals Gueye: „Pausiere, solange Trainerstab im Amt ist“

Nach dem dramatischen Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Belgien will Senegals Pape Gueye unter dem aktuellen Nationaltrainer Pape Thiaw nicht mehr für sein Land spielen. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Villarreal ist erzürnt über seine frühzeitige Auswechslung beim 2:3 nach Verlängerung gegen Belgien. „Ich möchte heute schon ankündigen, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause bei der Nationalmannschaft einlegen werde“, schrieb Gueye in einer Instagram-Story.

Der Mittelfeldspieler war beim Stand von 2:0 für den Senegal in der 66. Minute ausgewechselt worden. Anschließend verspielten die Afrikaner den Sieg und verloren durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit der Verlängerung. „Ich war körperlich in guter Form, aber letztlich trifft der Trainer die Entscheidungen... Das respektieren wir“, schrieb Gueye weiter.

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Pape Gueye (Nummer 26, re.) bei seiner Auswechslung gegen Lamine Camara. ap

DR Kongo verabschiedet sich mit trauriger Nachricht

Die Pressekonferenz der Demokratischen Republik Kongo nach dem Aus im Sechzehntelfinale ist mit einer traurigen Nachricht zu Ende gegangen. „Wir möchten Ihnen mitteilen, dass der Trainer seinen Vater verloren hat. Unser aufrichtiges Beileid“, sagte ein Sprecher im Anschluss an das 1:2 gegen England. Nationaltrainer Sébastien Desabre, der neben ihm saß, wirkte für einen Moment irritiert und bedankte sich dann knapp.

Weitere Informationen zu der Bekanntgabe lagen zunächst nicht vor. Unklar blieb auch, ob Desabre (49) die Nachricht bereits vor dem Spiel erhalten hatte. Mit der DR Kongo hatte der Franzose in den vergangenen Tagen eine höchst erfolgreiche WM gespielt - die von der Ebola-Krise gezeichnete Nation hatte sich erstmals für die K.-o.-Runde qualifiziert.

Nur wenige Stunden nach dem Sieg sprachen sich die ersten für einen gesetzlichen Feiertag am Tag nach dem nächsten Spiel aus. Das Fußballfieber ist in vollem Gange. Kann das kleine Norwegen noch weiter kommen? Im Moment scheint nichts unmöglich. Eines ist jedenfalls sicher: Das ist die beste Werbung für Norwegen aller Zeiten. Die ganze Welt spricht über die norwegische Nationalmannschaft – mit Wikingerhelmen, Runenschrift und einem Selbstbewusstsein, das die Gegner in den Grund stößt. Auch wenn dänische Sportkommentatoren mürrisch bemerken, dass „Norwegen jetzt auch Fußball spielen kann“, sind wir noch lange nicht fertig damit, ihnen das unter die Nase zu reiben. Niemand kann dem mehr widerstehen. Ganz Norwegen hat das Fußballfieber gepackt. Norwegische sozialliberale Boulevardzeitung „Dagbladet“ nach dem Achtelfinal-Einzug der Nationalmannschaft

Trotz Fehlversuchs: Tah würde wieder Elfmeter schießen

Nationalspieler Jonathan Tah würde trotz seines Fehlversuchs beim frühen WM-Aus gegen Paraguay wieder im Elfmeterschießen antreten. „Ich würde ihn nächstes Mal wieder schießen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen“, schrieb der Abwehrspieler des FC Bayern bei Instagram.

Tah gab aber auch zu, dass ihn sein Fehlschuss noch immer beschäftige. „Der verschossene Elfmeter ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken“, schrieb der 30-Jährige: „Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh.“

WM-Traum lebt weiter: USA ziehen ins Achtelfinale ein

Die US-Fußballer träumen dank eines Sieges in Unterzahl gegen Bosnien-Herzegowina weiter von einer glorreichen Heim-Weltmeisterschaft. Das Team um Superstar Christian Pulisic bezwang die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez im Sechzehntelfinale verdient mit 2:0 (1:0). Im Achtelfinale geht es für die USA nun gegen Belgien.

Folarin Balogun (45. Minute) und Malik Tillman (82.) ließen mit ihren Toren die meisten der 68.827 Zuschauerinnen und Zuschauer im Super-Bowl-Stadion in Santa Clara frenetisch jubeln. Weil Balogun eine umstrittene Rote Karte sah, mussten die von Mauricio Pochettino trainierten Co-Gastgeber rund 30 Minuten zu zehnt spielen. Für die Bosnier um Sturm-Legende Edin Dzeko endet die erste WM-Reise seit 2014 und die zweite überhaupt.

Lukaku denkt nach Tor an toten Vater: „Wacht über mich“

Im Moment der großen WM-Erleichterung erinnerte sich Belgiens Top-Joker Romelu Lukaku an seinen toten Vater. Roger Lukaku, der selbst Fußballer und Nationalspieler für Zaire (heute DR Kongo) war, starb im September des vergangenen Jahres unerwartet und im Alter von gerade einmal 58 Jahren.

„Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher“, sagte Lukaku auf dem Rasen von Seattle, nachdem sein Team im WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal ein 0:2 noch spektakulär in ein 3:2 nach Verlängerung verwandelt hatte. Der bullige Angreifer hatte daran seinen Anteil und wirkte im Siegerinterview nach dem Fußball-Kampf gerührt und erschöpft. 

Frühere Weltmeister fordern Neuanfang beim DFB

Frühere Welt- und Europameister fordern nach dem schmachvollen deutschen Aus bei der Fußball-WM einen Neuanfang. „Es darf so nicht weitergehen“, schrieb der langjährige Nationalspieler Guido Buchwald im „Kicker“. „Alle und alles muss hinterfragt werden.“ Sein Weltmeister-Kollege von 1990, Jürgen Kohler, äußerte: „Gescheitert ist die DFB-Auswahl auch, weil ihr Spieler fehlten, die den Unterschied ausmachen.“

Die Nationalmannschaft war im Sechzehntelfinale in den USA im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Im „Kicker“ äußerten neben Buchwald und Kohler auch die 1990er-Weltmeister Andreas Möller und Olaf Thon sowie Fredi Bobic, Europameister von 1996, ihre Sorgen. In Teilen zählten sie Bundestrainer Julian Nagelsmann an. „Es braucht nun einen Neuanfang. Ich weiß nicht, ob Julian Nagelsmann dafür der Richtige ist“, sagte Thon.

Belgien nach dramatischem Comeback-Sieg im Achtelfinale

Belgiens goldene Fußball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit großer Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen.

Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66.925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich.

In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene.

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