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So viel Eigenheim können Sie sich von Ihrem Gehalt leisten

Дата публикации: 28-07-2026 08:20:00

Wie viel Immobilie können Sie sich leisten? So berechnen Sie aus Einkommen, Zins, Laufzeit und Eigenkapital Ihr persönliches Kaufbudget.

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Ihr Einkommen bestimmt sowohl Budget als auch die Regionen, in denen Sie sich ein Eigenheim leisten können. Wir zeigen, wie Sie Ihre finanziellen Mittel einschätzen und wo der Wohnungskauf möglich ist.

Die durchschnittliche Wohnung mit 100 Quadratmetern kostet in Deutschland aktuell inklusive Nebenkosten rund 327.000 Euro. Da die wenigsten so viel Geld auf dem Girokonto besitzen, müssen Sie berechnen, ob Sie sich einen solchen Wohnungskauf leisten könnten. Dabei spielen viele Variablen eine Rolle.

  • Ausgangspunkt jeder Budget-Berechnung ist das verfügbare Nettoeinkommen Ihres Haushalts pro Jahr. Das schließt alle Gehälter, Sozialleistungen wie Kindergeld und andere Einkunftsarten, etwa aus Kapitalanlagen oder Vermietung, von allen Haushaltsmitgliedern mit ein.
  • Finanzexperten raten, dass Sie maximal 30 Prozent dieses Einkommens für Wohnkosten ausgeben sollten. Wie hoch diese Summe bei Ihnen ist, können Sie leicht selbst ausrechnen, indem Sie Ihr verfügbares Nettoeinkommen mal 0,3 multiplizieren.
  • Die Wohnkosten sind aber mehr als nur eine Monatsrate für den Immobilienkredit. Haus- und Wohnungsbesitzer sollten etwa eine Rücklage für Instandhaltung und Reparaturen einplanen. Als Faustregel können Sie dafür ein Prozent des Kaufpreises ansetzen. Hinzu kommen Grundsteuer und eine Gebäudeversicherung. Besitzer von Eigentumswohnungen zahlen zudem meist noch Hausgeld. Das wiederum überschneidet sich aber mit der Instandhaltungsrücklage. Insgesamt sollten Sie so mit 1,25 Prozent Nebenkosten vom Immobilienwert rechnen.
  • Das erschwert die Budgetplanung: Die laufenden Kosten hängen vom Immobilienwert ab, den Sie erst berechnen wollen. Schließlich hängen sie vom Wert der Immobilie ab, den Sie aber wiederum über Ihr Budget erst berechnen wollen. Aber auch für diesen Fall gibt es Faustregeln: Durchschnittlich machen Nebenkosten rund 17 Prozent der Wohnkosten aus. Wer vorsichtiger sein will, kann mit 20 Prozent rechnen. Diesen Prozentsatz müssen Sie also von Ihrem in Schritt 2 errechneten Budget abziehen. Der Wert, der jetzt stehenbleibt, ist die maximale Summe, die Sie für einen Immobilienkredit jährlich aufwenden können.
  • Wie hoch die daraus resultierende maximale Kreditsumme ist, hängt wiederum vom Zinssatz ab. Durchschnittlich verlangen Banken laut dem Finanzierer Interhyp derzeit 4,2 Prozent. Das gilt für Kredite mit 15-jähriger Zinsbindung. Im Einzelfall können die Zinsen aber andere Werte annehmen.
  • Die letzte Variable, die Sie kennen müssen, ist die Laufzeit des Kredits. Sie richtet sich zum einen danach, wie viel Zeit Sie noch vor dem Ruhestand haben, den Kredit abzubezahlen. Zum anderen richtet sie sich aber auch danach, wie lange Sie den Kredit abbezahlen wollen. Üblich sind Zeiträume von 20 bis 30 Jahren.

Daraus berechnen Sie jetzt die maximal finanzierbare Kreditsumme. Dafür gibt es folgende, mehrstufige Formel:

Schritt 1: A = (1 + jährliche Zinsrate) hoch (Laufzeit in Jahren mal -1)

Schritt 2: B = (1 – A) / jährliche Zinsrate (z.B. 0,042 für 4,2 Prozent)

Schritt 3: Kreditsumme = Jährliche Rate * B

Kennen Sie Ihre maximale Kreditsumme, müssen Sie noch entscheiden, wie viel des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten Sie damit finanzieren wollen. Typischerweise finanzieren Käufer in Deutschland 80 Prozent der Kosten über einen Kredit und zahlen 20 Prozent als Eigenanteil direkt.

Rechenbeispiel

Da das jetzt alles sehr theoretisch war, hier ein paar konkrete Beispiele. Nehmen wir zuerst einen Single mit 52.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr ohne weitere Einkünfte. Das entspricht in etwa dem mittleren Einkommen eines deutschen Arbeitnehmers. Er ist nicht in der Kirche, hat keine Kinder und zahlt den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur Krankenkasse. Netto bleiben ihm 33.346 Euro pro Jahr.

Davon kann er 30 Prozent für die Wohnausgaben nutzen. Das sind fast genau 10.000 Euro. 17 Prozent davon ziehen wir für Nebenkosten ab. Es bleiben also noch 8300 Euro. Unser Beispiel-Single möchte davon jetzt einen Kredit zum durchschnittlichen Zinssatz über 25 Jahre abschließen. Seine maximale Kreditsumme berechnet er also so:

A = (1 + 0,042) hoch (-25) = 0,3575

B = (1 – 0,3575) / 0,042 = 15,2976

Kreditsumme = 8300 Euro * 15,2976 = 126.970 Euro

Er könnte also 126.970 Euro als Kredit aufnehmen. Deckt der 80 Prozent der Summe aus Kaufpreis und Kaufnebenkosten ab, könnten diese 158.712 Euro betragen. Die Differenz von 31.742 Euro wäre der Eigenanteil.

Von dieser Summe muss unser Beispiel-Single noch die Kaufnebenkosten abziehen, um den tatsächlichen Wert einer Immobilie zu berechnen, die er sich leisten kann. Die Nebenkosten bestehen aus:

  • Grunderwerbsteuer. Sie liegt aktuell zwischen 3,5 Prozent des Kaufpreises in Bayern und 6,5 Prozent in Nordrhein-Westfalen.
  • Maklerprovision. Sie liegt in der Regel bei 5,95 bis 7,14 Prozent des Kaufpreises. Käufer und Verkäufer teilen die Kosten, so dass Sie mit 2,98 bis 3,57 Prozent zur Kasse gebeten werden.
  • Notarkosten und Grundbucheintrag. Diese Kosten sind bundeseinheitlich geregelt. Sie betragen zwischen 1,5 und 2,0 Prozent des Kaufpreises. Der genaue Anteil hängt vom Kaufpreis ab.

Insgesamt muss unser Beispiel-Single also je Region mit 8 bis 12,1 Prozent des Kaufpreises als Nebenkosten rechnen. Nehmen wir für das Beispiel den Durchschnittswert, wären das 21.100 Euro. Das bedeutet, sein Eigenheim dürfte maximal 143.630 Euro kosten.

Weitere Beispielwerte können Sie der Tabelle entnehmen.

Hier können Sie damit wohnen

Das Beispiel des durchschnittlichen Singles zeigt direkt: Die durchschnittliche 100-Quadratmeter-Wohnung kann er sich bei weitem nicht leisten. Allerdings wohnt der durchschnittliche Einpersonenhaushalt in Deutschland auch nur auf 68 Quadratmetern. In dieser Größe gibt es aber laut Postbank Wohnatlas 2026 auch nur 88 von 400 Regionen in Deutschland, in denen der Wohnungskauf für unseren Beispiel-Single erschwinglich wäre. Darunter sind viele Landkreise in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen, aber auch Großstädte wie Gelsenkirchen, Duisburg, Bremerhaven, Chemnitz und Magdeburg.

Familien hingegen benötigen schon ein deutlich höheres Einkommen. Damit sie sich 100 Quadratmeter leisten können, wäre im Schnitt ein Nettoeinkommen von rund 70.000 Euro im Jahr erforderlich. Das bedeutet, dass beide Elternteile erwerbstätig sein und in etwa ebenfalls das mittlere Einkommen in Deutschland verdienen müssten.

Wer in einer Top-Sieben-Stadt leben will, zahlt viel

Landkreise und Mittelstädte sind im Schnitt am günstigsten. Alleinstehende können sich hier eine 68 Quadratmeter große Wohnung im Schnitt ab einem Nettoeinkommen von 46.000 Euro im Jahr leisten. Das entspricht einem Bruttoeinkommen von circa 74.000 Euro im Jahr. Für Familien geht es auf 92.000 Euro brutto und rund 66.000 Euro verfügbares Nettoeinkommen für 100 Quadratmeter nach oben.

In Großstädten außerhalb der sieben größten Immobilienmetropolen München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart liegen die Werte bei durchschnittlich 51.000 Euro netto und 87.000 Euro brutto für Alleinstehende sowie 108.000 Euro brutto und 75.000 Euro netto für Familien.

Wer in einer Top-Sieben-Stadt leben will, muss tief in die Tasche greifen. Singles brauchen hier netto durchschnittlich 96.000 Euro, was 173.000 Euro brutto entspricht. Familien brauchen netto sogar 141.000 Euro, was brutto etwa 236.000 Euro entspricht.

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