Fünf Menschen auf 30 Quadratmetern: Eine junge Familie verwirklicht ihren Traum vom mobilen Tiny House. Sie sagen, der Minimalismus schenke ihnen Freiheit und Stabilität zugleich.
Fünf Menschen auf 30 Quadratmetern: Eine junge Familie verwirklicht ihren Traum vom mobilen Tiny House. Sie sagen, der Minimalismus schenke ihnen Freiheit und Stabilität zugleich.
Die 26‑jährige Sara hat für sich, ihren Mann William und die drei Kinder ein Miniatur-Wohnhaus entworfen – mit gerade einmal 30 Quadratmetern Wohnfläche. Das Haus der Schweden ist als sogenanntes Tiny House konzipiert.
Wie die schwedische Zeitung „Vetlanda-Posten“ schreibt, ist das Gebäude als sogenanntes „Attefallhaus“ genehmigt: ein Haus mit maximal vier Metern Höhe, das nur auf einem Grundstück stehen darf, auf dem sich bereits ein anderes Haus befindet. Neben Schlafbereichen hat das Haus Platz fürs Familienleben und sogar ein eigenes Büro, schreibt „Vetlanda-Posten“. Es ist rund elf Meter lang und sogar zweistöckig – aufgrund der Höhenbegrenzung ist das „Obergeschoss“ allerdings nur 1,20 Meter hoch.
Das Paar ist das Leben auf engem Raum gewohnt: Schon als junges Paar zogen sie in ein kleines Haus auf dem Grundstück von Williams Familie. Sara stieß auf die Tiny‑House‑Bewegung und begann daraufhin, ihr eigenes mobiles Haus zu planen. Wegen einer Ausbildung zur Pastorin in der ökumenischen Kirche wusste sie nicht, wo sie später arbeiten würde – deshalb war von Anfang an klar, dass das Haus beweglich sein muss.
Als Sara schließlich eine Stelle im südschwedischen Ekeby bekam, reiste das Haus einfach mit. Weil die beiden viel selbst bauten, Gebrauchtes kauften und auf Luxus verzichteten, lagen die Baukosten nur bei etwas über einer Million Kronen (rund 94.000 Euro). Im Alltag bedeutet das Minihaus viel Nähe: Die Familie ist ständig in Sicht- und Rufweite. Gäste müssen kreativ untergebracht werden und Ordnung ist wichtig – dafür ist das Putzen in kurzer Zeit erledigt.
Während die Familie freiwillig auf wenig Fläche setzt, geraten viele Menschen beim Thema Wohnen aus finanziellen Gründen unter Druck. Laut Statistischem Bundesamt lebten 2024 in Deutschland zwölf Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die als wohnkostenüberlastet gelten. Das bedeutet, dass sie mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Miete oder Wohnkosten ausgeben mussten.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit über dem EU-Durchschnitt von 8,2 Prozent – und nahe bei Schweden, wo 2024 rund 10,6 Prozent der Menschen von einer Überlastung durch Wohnkosten betroffen waren. Die Staaten landen damit im EU-Ranking der Länder mit hohem Anteil wohnkostenüberlasteter Haushalte auf Platz drei (Deutschland) und vier (Schweden).