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Heizung nachts ausschalten um Strom zu sparen? Warum das keine gute Idee ist

Дата публикации: 15-02-2026 19:30:00

Viele wollen ihre Heizkosten senken und drehen nachts die Heizung ganz ab. Fachleute warnen: Das spart oft nicht, sondern treibt den Verbrauch in die Höhe und erhöht das Schimmelrisiko.

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Viele wollen ihre Heizkosten senken und drehen nachts die Heizung ganz ab. Fachleute warnen: Das spart oft nicht, sondern treibt den Verbrauch in die Höhe und erhöht das Schimmelrisiko.

Viele drehen nachts die Heizung komplett ab, um Geld zu sparen. Fachleute warnen: Das kann den Verbrauch sogar erhöhen – und Schimmel begünstigen.

Warum „Heizung aus“ in der Nacht nach hinten losgehen kann

Wenn die Energiepreise steigen, liegt es nahe, bei der Heizung anzusetzen. In vielen Haushalten ist der Reflex gleich: Abends alle Thermostate auf Null, morgens wieder voll aufdrehen. Was logisch klingt, ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Energieberatung und anderer Fachstellen häufig keine gute Idee.

Der Grund: Nicht nur die Luft im Raum kühlt ab, sondern auch Wände, Böden, Decken und Möbel. Diese Bauteile speichern Wärme. Wenn sie über Stunden stark auskühlen, braucht Ihre Heizungsanlage morgens deutlich mehr Energie, um die Räume wieder auf ein angenehmes Niveau zu bringen. Sie müssen dann nicht nur Luft, sondern die gesamte Umgebung „aufholen“.

Plattformen wie co2online weisen darauf hin, dass starke Temperaturschwankungen energetisch ungünstiger sein können als ein moderat abgesenkter, aber kontinuierlicher Betrieb. Besonders in schlecht gedämmten Gebäuden kann das morgendliche „Hochheizen“ den vermeintlichen Spareffekt der Nacht mehr als aufzehren.

Nachtabsenkung statt kompletter Abschaltung

Statt die Anlage vollständig zu deaktivieren, empfehlen Energieberatungen eine Nachtabsenkung. Dabei läuft die Heizung weiter, die Solltemperatur wird aber reduziert.

Viele moderne Heizsysteme verfügen über programmierbare Einstellungen. Zwischen festgelegten Uhrzeiten wird die Vorlauftemperatur abgesenkt, die Räume kühlen leicht ab, bleiben aber im stabilen Bereich. Der Vorteil: Am Morgen erreichen Sie mit vergleichsweise wenig Energie wieder Ihre Komforttemperatur. Die Heizung muss nicht von „Null auf Hundert“ hochfahren, und das Gebäude erfährt weniger thermische Belastungen durch extreme Schwankungen.

Kühle Oberflächen, feuchte Luft: Wie Schimmel entsteht

Neben den Heizkosten geht es immer auch um den Schutz der Bausubstanz und Ihre Gesundheit. Wenn Räume sehr stark abkühlen, sinkt auch die Temperatur von Außenwänden, Fensterlaibungen und Raumecken. Trifft feuchte Raumluft auf diese kalten Flächen, kann Wasser kondensieren – sichtbare Tropfen am Fenster sind nur die offensichtlichste Folge.

Das hessische Informationsportal VerbraucherFenster weist darauf hin, dass dauerhaft kühle Räume in Kombination mit hoher Luftfeuchte das Risiko für Schimmelpilzbefall deutlich erhöhen. Schimmel greift nicht nur Putz, Tapeten und Möbel an, sondern kann auch die Atemwege reizen, Allergien verstärken und bei empfindlichen Personen langfristig zu chronischen Beschwerden beitragen.

Die möglichen Kosten für eine Schimmelsanierung und gesundheitliche Folgen stehen in keinem Verhältnis zu den wenigen Euro, die durch radikales Ausschalten der Heizung über Nacht eingespart werden könnten. Ein maßvoller, fachlich empfohlener Umgang mit der Heiztechnik ist daher meist die wirtschaftlichere und sicherere Lösung.

Schritt für Schritt: So senken Sie Ihre Heizkosten sinnvoll

Damit Sie wirklich sparen, ohne Komfort und Gesundheit zu gefährden, lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen. Eine mögliche Reihenfolge:

  1. Thermostate sinnvoll einstellen: Legen Sie für Wohnräume eine Zieltemperatur um 20 bis 21 Grad fest. Im Schlafzimmer reichen vielen Menschen 17 bis 19 Grad. Nutzen Sie, falls vorhanden, die Programmierfunktionen Ihrer Heizkörperthermostate oder der zentralen Regelung, um nachts eine moderate Absenkung vorzunehmen, statt die Heizung komplett abzuschalten.
  2. Richtig lüften – kurz und kräftig: Öffnen Sie mehrmals täglich die Fenster für einige Minuten weit, statt sie dauerhaft auf Kipp zu lassen. Das sogenannte Stoßlüften tauscht die Luft schnell aus, ohne Wände und Möbel unnötig auszukühlen. Währenddessen können Sie die Heizung kurz herunterdrehen und danach wieder auf die gewünschte Stufe stellen.
  3. Heizkörper nicht blockieren: Achten Sie darauf, dass Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen die Heizflächen nicht verdecken. Nur wenn die Wärme ungehindert in den Raum gelangen kann, arbeitet die Anlage effizient. Verdecke Heizkörper führen oft dazu, dass länger und mit höherer Leistung geheizt wird, um die gleiche Raumtemperatur zu erreichen.
  4. Gebäudezustand berücksichtigen: In älteren, schlecht gedämmten Häusern ist eine starke Nachtabsenkung meist problematisch, weil die Bauteile schnell auskühlen. In gut gedämmten Neubauten hingegen kann eine gezielte Absenkung über mehrere Stunden echte Einsparungen bringen, ohne dass Räume unbehaglich kalt werden.

Energieagenturen und Verbraucherzentralen bieten darüber hinaus individuelle Beratungen an. Dort werden Gebäudestandard, Heiztechnik und Ihr persönliches Nutzungsverhalten gemeinsam betrachtet. So lassen sich Einsparpotenziale identifizieren, die über allgemeine Ratschläge hinausgehen und konkret zu Ihrer Wohnsituation passen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nachtabschaltung birgt Risiken: Wenn Räume und Bauteile stark auskühlen, braucht die Heizung morgens mehr Energie, um alles wieder aufzuheizen – die erhoffte Ersparnis kann ins Gegenteil umschlagen.
  • Nachtabsenkung statt AUS: Fachstellen wie die Verbraucherzentrale Energieberatung empfehlen, die Temperatur nachts moderat zu senken, statt die Heizung komplett abzuschalten – das schont Energieverbrauch, Gebäude und Raumklima.
  • Schimmel vorbeugen und Geld sparen: Leicht abgesenkte, aber nicht eiskalte Räume, richtiges Stoßlüften, freie Heizkörper und eine auf das Gebäude abgestimmte Regelung sind der beste Weg, Heizkosten zu reduzieren, ohne Komfort und Gesundheit zu gefährden.

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