Volle Blase beim Badesee-Besuch. Der Weg zur Toilette ist lang, aber er tut der Umwelt einen großen Gefallen.
Stand: 01.08.2026, 14:32 Uhr
Von: Kevin Hunke

Volle Blase beim Badesee-Besuch. Der Weg zur Toilette ist lang, aber er tut der Umwelt einen großen Gefallen.
Dortmund – Der Tag ist heiß, der Badesee lockt mit kühlem Wasser. Nach der ersten Runde Schwimmen drückt plötzlich die Blase. Verlockend scheint, sich einfach schnell im See zu erleichtern. Heimlich gemacht hat das wohl fast jeder. Über die Folgen hingegen sind sich nur die wenigsten bewusst.
Pinkeln ins Wasser: Das sollten Bürger nur im Meer tunIm Urlaub ins Meer pinkeln – das ist völlig unbedenklich, wie Wissenschaftler erklärt haben. Da kann das Wasserlassen im Badesee so bedenklich nicht sein, oder?
Falsch! In der Tat gibt es beim Urinieren einen Unterschied, wo Badegäste sich erleichtern. Das hat die American Chemical Society (ACS) deutlich gemacht. Offene Meere verkraften den Kontakt mit unserem Urin problemlos, kleinere und abgegrenzte Gewässer dagegen nicht.
Bloß nicht in den Badesee pinkeln: Urin fördert Algen-WachstumDer Grund liegt im Stickstoff, der im Harnstoff enthalten ist. Dieser verbindet sich mit Wasser zu Ammonium und wirkt wie ein Nährstoff. Wasserpflanzen und Algen wachsen durch diese Nährstoffzufuhr schneller. Das macht sich im Badesee deutlich mehr bemerkbar als im offenen Ozean.
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Bei einer Massenentwicklung droht ein Sauerstoffmangel im Wasser, worunter Fische und andere Tiere leiden. Das Ergebnis: Der See „kippt um“.
Die Faustregel lautet: Je kleiner der See, desto größer der Schaden durch den Urin einzelner Badegäste. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei bestätigt, dass Urin für kleinere Gewässer eine Belastung darstellt, die es zu vermeiden gilt.
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Blaualgen im Badesee: Deswegen sollten Bürger nicht in den Badesee pinkelnEin hohes Algenvorkommen dürfte zudem für schwimmwillige Besucher wenig einladend sein. Öko-Test warnt darüber hinaus: Urin kann das Wachstum gesundheitsgefährdender Algen fördern, etwa der Blaualge. Diese führte im vergangenen Sommer zu Badeverboten an Seen in NRW.
Bei der Blaualge handelt es sich um ein Cyanobakterium, das Haut und Schleimhäute reizen kann. Beim Verschlucken drohen akute Magen-Darm-Beschwerden. Ebenso möglich sind Bindehautentzündungen, Atemnot oder Leberschäden.
Deshalb gilt: Den Badesee im Idealfall vom eigenen Urin verschonen und eine Toilette aufsuchen. Dann können alle Badegäste bedenkenlos planschen.
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