Die Anwohner in Südtirol leiden ohnehin schon unter vielen Touristen und starkem Verkehrsaufkommen. Jetzt sorgt eine Porsche-Tour über zwölf Alpenpässe für zusätzliche Aufregung.
Die Anwohner in Südtirol leiden ohnehin schon unter vielen Touristen und starkem Verkehrsaufkommen. Jetzt sorgt eine Porsche-Tour über zwölf Alpenpässe für zusätzliche Aufregung.
Die Anwohner in den Alpenregionen stöhnen schon jetzt unter den vielen Besucher, die in den Berge strömen. Blechlawinen wälzen sich über die engen Passstraßen, bringen Verkehrslärm und Massentourismus. Nun sorgt eine für September von den Porsche-Zentren Berlin angekündigte „12-Pässe-Tour“ mit Helikopterflug durch Südtirol für heftige Kritik. Die Veranstalter werben mit traumhaftem Wetter, spektakulären Ausblicken auf die Dolomiten und einem besonderen Fahrerlebnis.
Viele Einheimische empfinden jedoch organisierte Sportwagen-Touren dieser Art als Belastung. In einer Region, in der vielerorts bereits gegen den starken Verkehr vorgegangen wird, machen solche Angebote viele EInheimische wütend. Unter dem Facebook-Beitrag sammelten sich innerhalb weniger Tage hundertfach überwiegend negative Kommentare.
Den Teilnehmern und Veranstaltern wird von vielen Rücksichtslosigkeit gegenüber Natur, Umwelt und Bevölkerung vorgeworfen. Das Event sei „völlig respektlos“. „Wir sind kein Disneyland“, heißt es in einem Kommentar. „Sie müssen wissen, dass Sie mit dieser Art zu reisen hier nicht erwünscht sind! Unser Land ist kein Konsumgut für Störer, nur weil diese Geld haben“, lautet ein weiterer Kommentar. „Unsere Straßen sind schon voll genug mit Leuten, die nicht fahren können. Und wir Einheimischen sollen auf die Natur, Nachhaltigkeit usw. achten“, beschwert sich ein weiterer.
Gegenüber dem „Münchner Merkur“ erklärte Porsche, dass es sich bei der Tour um ein Angebot der Wiegand Drive Events handelt, das in Kooperation mit den Porsche-Zentren in Berlin durchgeführt wurde. Die Ausfahrten würden direkt von Porsche organisiert oder unterstützt. Auf die konkrete Kritik reagierte Porsche laut „Merkur“ nur indirekt und verwies allgemein auf seine Nachhaltigkeitsstrategie, in der verantwortungsvolles und klimabewusstes Handeln betont werden.
Der Alpenverein Südtirol (AVS) hat gerade erst seine seit über 21 Jahren bestehende Forderung nach einer wirksamen Verkehrsberuhigung auf den Dolomitenpässen erneuert und Kritik an wachsendem Motorverkehr und fragwürdigen „Abenteuer-Angeboten“ gebübt.
„Die Dolomiten sind kein Erlebnispark für motorisierte Grenzerfahrungen“, so Simeoni in einer Mitteilung. „Wer hier kurzfristige Profite über den Schutz dieses einzigartigen Naturraums stellt, handelt unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen.“
Die neuen Grenzen in der Umweltgesetzgebung durch die Autonomiereform sollten auf jeden Fall ausgereizt werden, so der AVS. Angesichts der anhaltend hohen Verkehrsbelastung und neuer kommerzieller Trends bestehe dringender politischer Handlungsbedarf.
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