Zwei Reise-Experten befassen sich mit dem anstehenden Juliurlaub. Mit einigen Vorschlägen wollen sie zeigen, dass Reisen im Hochsommer auch möglich sind, ohne in Menschenmassen unterzugehen. Sie verraten ihre Geheimtipps.
Zwei Reise-Experten befassen sich mit dem anstehenden Juliurlaub. Mit einigen Vorschlägen wollen sie zeigen, dass Reisen im Hochsommer auch möglich sind, ohne in Menschenmassen unterzugehen. Sie verraten ihre Geheimtipps.
Sonne und Strand allein reichen vielen Reisenden nicht mehr. Laut dem britischen „Independent“ spielen 2026 Komfort, Temperaturen und Besucheraufkommen eine deutlich größere Rolle bei der Urlaubsplanung. Tim Hentschel, Mitgründer einer Hotelbuchungsplattform, sieht deshalb Ziele im Vorteil, die weniger überlaufen sind oder erfrischenderes Klima bieten – vom kühlen Kanada bis zur eher entspannten Region Apulien in Süditalien.
Kanada eignet sich im Juli für alle, die Natur und große Events verbinden möchten. Am 1. Juli begeht das Land seinen Nationalfeiertag, vielerorts mit Feuerwerken, etwa an den berühmten Niagarafällen.
In derselben Woche startet in Calgary in der Provinz Alberta die Calgary Stampede, nach Angaben des „Independent“ das größte Freiluft-Rodeo-Volksfest der Welt. Dazwischen locken Nationalparks in den Rocky Mountains mit gut zugänglichen Wanderwegen, türkis schimmernden Seen und Chancen, Bären oder Elche zu beobachten.
Für alle, die trotz Sommerhitze ans Mittelmeer wollen, hebt Hentschel die Region Apulien hervor. Sie liegt am Absatz des italienischen „Stiefels“ und gilt als weniger überlaufen und oft günstiger als die bekannten Hotspots Italiens. Gegenüber dem „Independent“ beschreibt er Apulien als Region mit weiß getünchten Städtchen, Küstenorten an der Adria und ausgezeichneter regionaler Küche. All das sei meist mit deutlich weniger Hektik verbunden als in Metropolen wie Rom oder Florenz.
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Sam Bruce, Mitbegründer eines Reiseveranstalters, setzt bei seinen Tipps auf Naturziele. Er empfiehlt Slowenien als Alternative zu dicht gedrängten Badeorten. Fast 60 Prozent des Landes sind bewaldet, das Soča-Tal mit seinem leuchtend türkisfarbenen Fluss und die Julischen Alpen bieten reichlich Platz für Wanderungen, Paddeltouren und Erkundungen abseits großer Gruppen.
Auch Montenegro kombiniert auf kleiner Fläche Adriastrände, Gebirge, klare Seen und historische Altstädte. Besonders hervorgehoben wird Packrafting im tiefsten Canyon Europas, einer Schlucht, die sich für Abenteurer eignet.
Wer Hitze meiden will, findet laut Bruce in Norwegen ein Sommerziel mit milden Temperaturen. Er beschreibt den Hochsommer dort als „magisch“: Sehr lange Tage, spektakuläre Fjorde und die Möglichkeit zum Wildcamping in weitgehend unberührter Natur prägen das Erlebnis.
Wildcampen bedeutet, mit Zelt oder Camper abseits klassischer Campingplätze zu übernachten, wo es rechtlich erlaubt ist. Für Menschen aus dem Vereinigten Königreich sei zudem die Insel Jersey interessant. Sie liegt vor der französischen Küste, gehört aber zum Vereinigten Königreich, sodass Briten dort ohne Reisepass einreisen können.
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Ein Blick auf die Reiseanalyse des Deutschen Reiseverbands (DRV) zeigt, wie urlaubsfreudig Deutschland ist. 2025 unternahmen die Menschen hierzulande 67,7 Millionen Reisen mit mindestens fünf Übernachtungen. 78 Prozent dieser längeren Reisen führten ins Ausland, besonders häufig an das Mittelmeer. Bei den Auslandszielen lagen Spanien, die Türkei und Italien an der Spitze. Unter allen Haupturlaubsreisen verteilten sich die Anteile so:
Auch Kurzurlaube mit zwei bis vier Übernachtungen blieben laut DRV auf hohem Niveau: 2025 wurden 91,2 Millionen solcher Reisen gezählt. 28 Prozent davon führten ins Ausland, allen voran nach Österreich und in die Niederlande. Beim Städtetourismus innerhalb Deutschlands lagen Berlin mit 12,4 Millionen Reisen, München mit 9,3 Millionen und Hamburg mit rund acht Millionen Städtereisen vorn.