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Waldstetten fehlen plötzlich 780.000 Euro Gewerbesteuer

Дата публикации: 24-07-2026 11:30:00

Neue Bescheide des Finanzamts verschärfen die Haushaltslage in Waldstetten. Die Gemeinde muss nun reagieren – und sparen.

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Stand: 24.07.2026, 13:30 Uhr

Von: Andrea Rohrbach

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Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht, größere Investitionen stehen nicht im Raum, die bereits im Haushalt vorgesehene Kreditaufnahme dient der Finanzierung des Rathausneubaus.

Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht, größere Investitionen stehen nicht im Raum, die bereits im Haushalt vorgesehene Kreditaufnahme dient der Finanzierung des Rathausneubaus. © Andrea Rohrbach

Neue Bescheide des Finanzamts verschärfen die Haushaltslage in Waldstetten. Die Gemeinde muss nun reagieren – und sparen.

Waldstetten. Mit einer „Wasserstandsmeldung“ zur Jahresmitte eröffnete Waldstettens Kämmerin Marietta Weil den Finanzzwischenbericht im Gemeinderat. Die bereits verschickten Sitzungsunterlagen hätten aufgrund „ganz aktueller Entwicklungen“ allerdings nicht mehr vollständig verwendet werden können.

Denn erst kurz vor der Sitzung waren neue Gewerbesteuermessbescheide des Finanzamts eingegangen – und die sorgten für eine deutliche Eintrübung der Finanzlage.

Gewerbesteuer verschlechtert Finanzprognose deutlich

Bis zu diesem Zeitpunkt habe der Zwischenbericht noch „ganz ordentlich ausgesehen“, erklärte Weil. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete die Gemeinde Erträge von rund 8,7 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von rund 9,2 Millionen Euro gegenüber, sodass zunächst ein Fehlbetrag von rund 490.000 Euro zu Buche stand.

Dann folgte jedoch die unerwartete Wendung. Neue Gewerbesteuermessbescheide des Finanzamts verschlechterten die Finanzprognose erheblich. Insgesamt muss die Gemeinde bei der Gewerbesteuer mit einem Rückgang der Erträge von rund 780.000 Euro rechnen.

Während sich ein Teil der Einbußen aus den Abrechnungen vergangener Jahre ergibt, wurden gleichzeitig die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen für 2025 und 2026 deutlich nach unten korrigiert. Dadurch verschlechtert sich das ordentliche Ergebnis nach den aktuellen Berechnungen auf rund 1,3 Millionen Euro Defizit.

Gemeinde will Ausgaben verschieben und sparen

Nun gelte es, diese Entwicklung möglichst aufzufangen. Ortsbaumeisterin Maren Zengerle schlug vor, die für Hausanschlüsse des Nahwärmenetzes an Bestandsgebäuden eingeplanten Mittel ins kommende Jahr zu verschieben und damit einen finanziellen „Puffer“ zu schaffen. Dennoch müsse die Gemeinde „den Gürtel ordentlich enger schnallen“, machte Weil deutlich. Einen Nachtragshaushalt wolle man möglichst vermeiden.

Schulden steigen – Zahlungsmittelbestand bleibt positiv

Trotz der angespannten Ertragslage rechnet die Kämmerin zum Jahresende weiterhin mit einem positiven Zahlungsmittelbestand. Der Schuldenstand werde voraussichtlich von derzeit rund 8,5 Millionen Euro auf etwa 11,5 Millionen Euro steigen und damit dennoch unter den ursprünglich prognostizierten 12,3 Millionen Euro bleiben.

Für 2027 sieht die Kämmerin noch keinen Lichtstreif

Auch für das Haushaltsjahr 2027 sieht Weil noch „keinen Lichtstreif“. Erst ab 2028 rechnet sie mit einer finanziellen Entspannung, wenn die großen Investitionen zurückgefahren werden können. Zugleich verwies sie darauf, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren ihre Infrastruktur vorausschauend ausgebaut habe. Deshalb stünden derzeit keine größeren Pflichtinvestitionen wie Schul- oder Kindergartenneubauten an.

Gemeinderat will Haushalt mit Augenmaß weiterführen

Bürgermeister Michael Rembold sprach von einer unerwarteten Entwicklung, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Gemeinde die Herausforderung gemeinsam bewältigen werde. Nun gelte es, die Ausgaben konsequent im Blick zu behalten und den Haushalt mit Augenmaß weiterzuführen.

Martin Mager von der Freien Wählervereinigung sah die Situation pragmatisch. Noch habe Waldstetten „die Investitionen und den Haushalt im Griff“, für die kommenden Jahre erkenne er einen „Lichtstreif am Ende des Tunnels“. Michael Weber (CDU) machte deutlich, die Verantwortung liege weder bei Verwaltung noch beim Gemeinderat. Entscheidend sei nun, bei den Investitionen sparsam zu wirtschaften. „Es wird auch wieder aufwärts gehen“, zeigte er sich optimistisch.

Waldstetten nimmt zwei Millionen Euro Kredit auf

Trotz der angespannten Finanzlage gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von zwei Millionen Euro. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Reaktion auf die jüngsten Gewerbesteuerausfälle, sondern um eine bereits im Haushalt vorgesehene Finanzierung des Rathausneubaus. Kämmerin Marietta Weil verwies auf die günstigen Konditionen der KfW: Mit 3,10 Prozent Zinsen liege das Darlehen deutlich unter den derzeit am Markt üblichen Angeboten.

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Классификация: Урал. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 12.4. Источник: www.schwaebische-post.de.