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26 Infizierte, ein Todesfall: Was Sie jetzt über Legionellen wissen müssen

Дата публикации: 03-08-2026 15:04:23

Über 20 Menschen mussten aufgrund des aktuellen Legionellenausbruchs in Basel-Stadt ins Spital. Eine Person ist gestorben, die Ansteckungsquelle wurde bereits ausgemacht.

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Mehrere hundert Personen in der Schweiz infizieren sich pro Jahr mit Legionellose.Mehrere hundert Personen in der Schweiz infizieren sich pro Jahr mit Legionellose.

Bild: Science Photo Library / Getty

Wie viele Personen haben sich infiziert?

Wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt (GD) mitteilte, sind seit Ende Juli 26 Legionellose-Fälle bekannt. 25 Menschen wurden hospitalisiert, sieben davon intensivpflichtig. Eine Person davon befindet sich noch in Intensivbehandlung, und eine Person ist gestorben. Mit den 26 bekannten Fällen liegt die Zahl der Infizierten im Jahr 2026 bereits über dem Durchschnitt. In den letzten fünf Jahren gab es gemäss GD zwischen sieben bis 20 Fälle pro Jahr in Basel-Stadt.

Wo haben sich die Personen angesteckt?

Nach Befragungen konnte das GD feststellen, dass eine Mehrheit der erkrankten Personen im mittleren Kleinbasel wohnt oder sich über längere Zeit dort aufgehalten hat. Deshalb wurde in diesem Perimeter nach Ansteckungsquellen mit grösserer Reichweite gesucht. Bei Legionellenausbrüchen seien das häufig Kühltürme. Auch in diesem Fall ist die Ansteckungswelle auf sogenannte Nasskühltürme zurückzuführen. Nasskühltürme geben Wärme aus industriellen Prozessen an die Umgebung ab. Dabei tritt verdunstetes Wasser aus. Wenn das Wasser im Kühlturm zwischen 25 und 45 Grad Celsius warm ist und nicht konstant erneuert wird, können sich Legionellen schnell vermehren und über den Wasserdampf weit verbreiten.

So sind auch im aktuellen Fall sehr wahrscheinlich Nasskühltürme Quellen des Ausbruchs. Von zehn untersuchten Nasskühltürmen wurde in acht Fällen eine Überschreitung des Richtwerts für Legionellen festgestellt, zwei Proben konnten bisher nicht ausgewertet werden. In zwei Kühltürmen auf einem Bürogebäude in der Rebgasse wurde ein gehäuftes Vorkommen der Legionella pneumophila gefunden. Wie eine Sprecherin der Warenhauskette Manor dem «Tagesanzeiger» bestätigt, handelt es sich um Anlagen auf dem Dach des Firmensitzes.

Bei den restlichen sechs Kühltürmen stellte der Kanton Legionellen-Spezies fest, die für Menschen nicht gefährlich sind.

Was wurde unternommen?

Die zwei betroffenen Kühltürme sind seit dem 31. Juli ausser Betrieb und werden saniert. Eva Würfel, stellvertretende Kantonsärztin Basel-Stadt und Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Infektionsschutz, sagt: «Aktuell gehen wir davon aus, dass die Gefahr für die Bevölkerung behoben wurde.» Es ist aber keine endgültige Lösung: Da Nasskühltürme bisher nicht meldepflichtig sind, fehlt eine systematische Übersicht über die potenziellen Legionellen-Brutstätten. Der Kanton ruft deshalb Betreibende grösserer industrieller Anlagen dazu auf, sich beim Kantonalen Laboratorium zu melden. «Je mehr Nasstürme bekannt sind, desto schneller kann das Kantonale Laboratorium bei künftigen Legionellenausbrüchen reagieren.»

Was ist die Legionärskrankheit?

Ihren Namen hat die Legionellose von einem Vorfall in den USA: US-amerikanische Kriegsveteranen trafen sich 1976 in einem Hotel, in dessen Klimaanlagen sich die gefährlichen Bakterien angesiedelt hatten. Diese können beim Einatmen eine schwere Form der Lungenentzündung auslösen. In der Schweiz werden jedes Jahr mehrere hundert Fälle registriert. Für 2025 meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 527 Fälle bei Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, wobei fünf bis zehn Prozent davon tödlich verlaufen. Zum Vergleich: Mit der saisonalen Grippe infizieren sich jährlich mehrere Hunderttausend Personen in der Schweiz, 400 bis 1200 Personen sterben daran. Die Tendenz bei der Legionellose ist allerdings steigend, beobachtete zuletzt auch das Schweizer Tropeninstitut. Schuld daran sei unter anderem der Klimawandel.

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden beginnen typischerweise rund zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung. Häufig kommt es zu hohem Fieber, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Dazu können Atemnot, Durchfall, Bauchbeschwerden oder Verwirrtheit auftreten. Das Risiko einer Legionellose steigt mit zunehmendem Alter, schreibt das BAG. Und: «Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Personen, die rauchen oder eine geschwächte Immunabwehr haben, sind besonders anfällig für eine Legionellose.»

Wo kommen Legionellen vor?

Die Bakterien bevorzugen stehendes oder wenig zirkulierendes Wasser mit Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad. Entsprechend sind häufig Duschen, Pools, Warmwasserleitungen sowie Klima- und Befeuchtungsanlagen betroffen. Aufgrund der Wärme häufen sich Fälle im Sommer. Ausserdem ist das Tessin von den Schweizer Kantonen überdurchschnittlich stark betroffen.

Ist die Krankheit ansteckend?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist zwar theoretisch möglich, findet aber kaum statt. Ausserdem kann man sich beim Trinken von kontaminiertem Wasser nicht anstecken, weil die Magensäure die Bakterien abtötet.

Wie kann man Legionellen zu Hause vorbeugen?

Das BAG empfiehlt, am Ausgang des Warmwasserboilers eine Temperatur von 60 Grad sicherzustellen. Im Leitungssystem sollte das Warmwasser mindestens 55 Grad erreichen. Kaltwasser sollte unter 25 Grad bleiben. Wasserleitungen und selten benutzte Entnahmestellen sollten regelmässig durchgespült werden. Nach längerer Abwesenheit empfiehlt es sich, Duschen und Wasserhähne zunächst laufen zu lassen und dabei möglichst keinen Sprühnebel einzuatmen.

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