Vor dem Zeitfahren der Tour de France Femmes kontrollierte die UCI Sport-BHs auf verbotene Polsterungen – die Maßnahme sorgt für scharfe Kritik.
Vor dem Zeitfahren der Tour de France Femmes kontrollierte die UCI Sport-BHs auf verbotene Polsterungen – die Maßnahme sorgt für scharfe Kritik.
Vor dem Einzelzeitfahren der Tour de France Femmes hat der Radsport-Weltverband UCI eine ungewöhnliche Kontrollmaßnahme durchgeführt. Hintergrund war die Sorge, dass speziell gepolsterte Sport-BHs den Fahrerinnen durch eine veränderte Aerodynamik einen unerlaubten Vorteil verschaffen könnten. Das zugrunde liegende Konzept wird in der Fachsprache als „Chest Fairing“ bezeichnet.
Nach einem Bericht der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ plante die UCI die Kontrollen ursprünglich in einem abgeschirmten Zelt, in dem ausschließlich eine weibliche Kommissarin die Inspektionen vornehmen sollte.
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Tatsächlich fanden die ersten Überprüfungen jedoch im Freien statt. Dem Bericht zufolge wurden sie zunächst von männlichen Funktionären durchgeführt. Für keine der Athletinnen war anschließend eine weitergehende Kontrolle im vorgesehenen Zelt erforderlich.
Das Vorgehen des Weltverbands sorgte unmittelbar für Kritik. Die belgische Ex-Radsportlerin und Sporza-Expertin Ine Beyen stellte insbesondere die Durchführung der Kontrollen infrage. „Warum lässt man einen älteren Mann auf die Brüste der Fahrerinnen schauen? Wenn solche Kontrollen notwendig sind, sollte sie zumindest eine Frau durchführen“, sagte sie.
Auch Weltmeisterin Lotte Kopecky äußerte Unverständnis. Die Belgierin bezeichnete die Aktion als „absurd“ und bezweifelte, dass künstliche Polsterungen im Peloton überhaupt in relevantem Umfang eingesetzt werden, um Leistungs- oder Aerodynamikvorteile zu erzielen.
Die UCI selbst hat die Kontrollen bislang nicht ausführlich kommentiert. Der Weltverband verschärft seit einiger Zeit seine Maßnahmen gegen technische Manipulationen und überprüft bei Rennen regelmäßig Ausrüstung und Fahrräder auf mögliche Regelverstöße.