Kylian Mbappé, Harry Kane, Lionel Messi – bei der WM 2026 haben gerade die Stürmer vollends überzeugt. Genau daran haperte es bei Deutschland.
Selten gibt es eine WM, in der all die hochgejubelten Stars tatsächlich abliefern. Harry Kane, Jude Bellingham, Lionel Messi, bis zum Halbfinale die Franzosen – 2026 überzeugen gerade die Stürmer. Außer bei Deutschland.
Vor der WM lag die deutsche Hoffnung noch auf Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz. Die drei Hochtalentierten sollten das DFB-Team zu einem erfolgreichen Resultat tragen, blieben aber weitgehend hinter den Erwartungen. Am ehesten konnte noch Havertz überzeugen.
In der Breite kann Deutschland vielleicht sogar mit der europäischen Konkurrenz mithalten, klammern wir einmal Frankreich und den riesigen Talentepool des Nachbarlandes aus. Aber in der Spitze hapert es momentan erheblich. Das verdeutlicht allein ein (neidischer) Blick auf die Offensiv-Protagonisten der vier WM-Halbfinalisten England, Argentinien, Frankreich und Spanien.
Nahezu jede Top-Nation dieser WM verfügt über mindestens einen Ausnahme-Angreifer. Im Fall von England ist es sogar eine Kombination aus Mittelstürmer (Harry Kane) und starker zweiter Spitze (Jude Bellingham). Beide stehen bei sechs Treffern.
Vor dem Turnier wurde noch spekuliert, ob England-Trainer Thomas Tuchel überhaupt auf Bellingham setzen oder dieser allenfalls von der Bank kommen würde.
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Mittlerweile hat Bellingham seine Rolle als spielentscheidender Goalgetter im Team manifestiert. Er sorgte für den Sieg gegen Norwegen und könnte auch auf einem möglichen Weg zum ersten Titel in 60 Jahren der wichtigste Eckpfeiler der englischen Offensive sein.
Bei Argentinien, Englands Halbfinalgegner, wird die große Last nicht von einem 23-Jährigen geschultert, sondern vom 39-jährigen Lionel Messi. Er ist schon ein paar Jahre nicht mehr in Europa aktiv, nicht mehr ganz so schnell und agil wie einst, aber immer noch ein Garant für die großen Momente. Gerade im Achtelfinale gegen Ägypten war es hintenraus eine Gala-Vorstellung von Messi.
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Ansonsten ist die Albiceleste darauf ausgerichtet, den Rhythmus einer Partie zu bestimmen. Das macht die Spiele nicht immer ansehnlich – in den wichtigen Momenten kommt dann Messi zum Zug.
Unterstützung erhält er von Julián Álvarez. Der von Barcelona umgarnte Stürmer ist mittlerweile die Säule neben Messi, weil Inter Mailands Lautaro Martínez weit weg von seiner Top-Form ist. Wohl dem, der mehrere Stürmer von internationalem Format hat.
Mit Lamine Yamal besitzen die Iberer eigentlich einen Unterschiedsspieler. Das hat er bereits bei der EM 2024 unter Beweis gestellt. Bei der WM fiel der 19-Jährige bisher ab, im Kracher mit Frankreich sorgt auch er für den Unterschied.
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Bis dato war Spanien nicht auf die außerordentliche Qualität in der vordersten Linie angewiesen, sondern eher auf die Jokertore von Mikel Merino. Der Mann ist ohnehin ein Phänomen auf internationaler Bühne. Schon bei der EM vor zwei Jahren war er ein Edeljoker und traf im Viertelfinale gegen Deutschland in der 119. Minute.
Merino verkörpert den physischen Mittelfeldspieler, der aufgrund dieser Physis und Linearität auch im Sturm spielen kann. Gewissermaßen das, was Leon Goretzka einst für Bayern und die Nationalmannschaft war. Aber auch Goretzka gehört, wie wir wissen, nicht mehr zur internationalen Spitzenklasse.
Im Fall der Franzosen ist die außerordentliche Klasse in der Sturmspitze unübersehbar – daran ändert auch die unerwartet schwache Leistung gegen Spanien nichts. Kylian Mbappé, der mit acht Treffern aktuell die Torschützenliste zusammen mit Messi anführt, ist der große Superstar, aber bei weitem nicht alleine. Michael Olise und Ousmane Dembélé ergänzen den nominellen Supersturm der WM.
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Nationaltrainer Didier Deschamps verstand es in seiner nun endenden Amtszeit, die besten Spieler auf ihren optimale Positionen zu setzen. Genau das „hat mir ein wenig am deutschen Spiel gefehlt“, sagt Thomas Müller im Podcast „Kerners 11“. Und weiter:
„Wo platziere ich meine Säulen? Platziere ich Kimmich wirklich auf einer Position, wo er gar nicht so säulig sein kann? Das ist bei anderen Nationen aus meiner Sicht völlig anders. Da spielt der Superstar dort, wo er der Superstar ist, so wie auch im Klub.“
Insofern wird man etwas wehmütig, dass Deutschland genau diese Qualität (noch) nicht aufbieten kann. Bei allem Respekt vor Jürgen Klopps Fähigkeiten als Trainer und Motivator braucht es nun einmal genau das, um Titel abzuräumen.
Selbst als sich Deutschland einen Ruf als „Turniermannschaft“ erarbeitete, die sich durch Weltmeisterschaften hindurchkämpfen konnte, standen Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus, Matthias Sammer, Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil und andere Generationentalente auf dem Rasen. Davon ist 2026 wenig zu sehen.
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