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Drohnen schlagen in Schiff von deutscher Reederei ein – Crewmitglied von anderem Frachter stirbt

Дата публикации: 06-08-2026 15:08:58

Ein Frachter einer deutschen Reederei gerät im Schwarzen Meer ins Visier von Russlands Armee. Die Crew hat mehr Glück als jene eines anderen Schiffes.

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Drohnen schlagen in Schiff von deutscher Reederei ein – Crewmitglied von anderem Frachter stirbt

Stand: 06.08.2026, 17:08 Uhr

Von: Marcus Giebel

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Ein Frachter einer deutschen Reederei gerät im Schwarzen Meer ins Visier von Russlands Armee. Die Crew hat mehr Glück als jene eines anderen Schiffes.

Odessa – Im Ukraine-Krieg werden Drohnen mehr und mehr zur entscheidenden Waffe. Schließlich kennen sie als Flugobjekte kaum Hindernisse, sind einfach zu bedienen, schwer zu stoppen und obendrein günstig. Folglich schmerzt auch ihr Verlust nicht allzu sehr. Aber auch Unbeteiligte geraten ins Visier der Drohnen. Ob Zivilisten, speziell in den umkämpften Gebieten in der Ukraine. Oder auch Handelsschiffe.

Fadenkreuz auf Frachtschiff, Wladimir Putin eingeklinkt

Im Schwarzen Meer kann sich derzeit wohl niemand sicher sein: Kreml-Chef Wladimir Putin lässt Jagd machen auf Frachtschiffe, die ukrainische Güter an Bord haben könnten. © Screenshot Rutube, picture alliance/dpa/Sputnik Kremlin Pool via AP | Alexander Kazakov

Russlands Verteidigungsministerium veröffentlichte auf dem russischen Videoportal Rutube jedenfalls ein Video mit Attacken auf verschiedene Frachter. Überschrieben ist das 27-sekündige Video, das die Anflüge der Drohnen zeigen soll, mit dem Titel „Treffer gegen drei Frachtschiffe der ukrainischen Streitkräfte im Einsatzgebiet Schwarzes Meer“. Offenbar gehört eines der angegriffenen Schiffe einer deutschen Reederei.

Russische Angriffe auf Zivilschiffe: Attacke trifft wohl auch Frachter von deutscher Reederei im Schwarzen Meer

In der letzten Sequenz des Videos ist ein Wasserfahrzeug mit der Aufschrift „EMIL“ zu sehen. Laut einem Bild-Bericht wurde es bereits am Mittwoch (5. August) angegriffen und mehrfach von den Drohnen getroffen. Der Frachter war demnach rund 21 Seemeilen von der ukrainischen Stadt Odessa im Schwarzen Meer unterwegs.

Weiter heißt es, an Bord sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere technische Systeme seien ausgefallen. Offenbar ist das Schiff manövrierunfähig. Die „EMIL“ sei ein Massengutfrachter, der unter der Flagge Liberias fahre und der in Hamburg-Altona sitzenden Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG gehöre.

Es sei niemand an Bord verletzt worden. Unter den elf Besatzungsmitgliedern befinde sich kein deutscher Staatsangehöriger. Bei der Evakuierung der Crew soll es zu einem weiteren Angriff gekommen sein.

Todesopfer nach russischen Angriffen auf Schiffe: „Gezielte Kampagne gegen Freiheit der Schifffahrt“

Offensichtlich hatten nicht alle angegriffenen Besatzungen so viel Glück. Die ukrainische Seehafenverwaltung informierte via Telegram, am Mittwochabend sei das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Zivilschiff „Mera Queen“ durch Russland bombardiert worden. Dabei sei ein ukrainisches Besatzungsmitglied ums Leben gekommen, die übrigen wurden an Land gebracht.

Fadenkreuze auf zwei Frachtschiffen

Handelsschiffe im Fadenkreuz: Diese Aufnahmen veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium. © Screenshots Rutube

Am Donnerstagmorgen habe sich das Schiff am Liegeplatz befunden. Fachleute seien dabei gewesen, den Schaden einzudämmen und die Technik zu reparieren. Die Seeverwaltung monierte, dass Russlands Angriffe auf zivile Schiffe und die ukrainische Hafeninfrastruktur „ein weiterer Beleg für eine gezielte Kampagne gegen die Freiheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer“ seien. Daher wird die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, gemeinsam daran zu arbeiten, „die Sicherheit des Seeverkehrs zu gewährleisten und den Aggressorstaat zur Rechenschaft zu ziehen“.

Attacken auf Frachter im Schwarzen Meer: „Verdeutlicht Skrupellosigkeit des russischen Terrors“

Oleh Kiper, Regionalgouverneur von Odessa, schrieb auf Telegram nach den jüngsten Angriffen, ein Todesopfer und drei Verletzte seien insgesamt zu beklagen. Laut dem 46-Jährigen hat die „Mera Queen“ ukrainischen Weizen geladen. Der Schiffsrumpf sei beschädigt worden, Teile des Schiffes seien ausgebrannt.

„Solche Angriffe verdeutlichen erneut den systematischen Charakter und die Skrupellosigkeit des russischen Terrors sowie die Bedrohung, die der Aggressor sowohl für Menschenleben als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt“, betonte Kiper.

Der Hafen der von Russland häufig beschossenen Stadt Odessa gilt als Umschlagplatz für Getreide, das die Ukraine auch in Kriegszeiten weiterhin versucht, auf den Weltmarkt zu bringen. Zuletzt hatten Moskau und Kiew die Angriffe auf Schiffe intensiviert, wobei zumindest eine ukrainische Drohne auch einen Badestrand traf und ein Blutbad anrichtete. Im Asowschen Meer ließ Kreml-Chef Wladimir Putin zuletzt sogar die Schifffahrt stoppen.

Vom russischen Verteidigungsministerium hieß es am Donnerstagmorgen bezüglich der Zwischenfälle im Schwarzen Meer auf Telegram lediglich: „Russlands Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Schiffe fortgesetzt, die im Interesse der ukrainischen Streitkräfte unterwegs sind. Vergangene Nacht haben unbemannte Flugobjekte zwei Frachter getroffen, die Militärfracht im Schwarzen Meer, südlich und östlich von Odessa, transportierten.“ (Quellen: Rutube, Bild, Telegram) (mg)

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