Kaufzuschüsse für kleine und mittlere Einkommen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn gleichzeitig Luxus-Stromer subventioniert werden. Drei Punkte müssen sich ändern.

Porsche Macan Turbo zu seiner Markteinführung bei der Peking Autoshow 2024 (Archivbild): Listenpreis ab 117.800 Euro – und trotzdem förderfähig. Foto: REUTERS
Der deutsche Steuerzahler hat in diesem Jahr 36 Porsche-Fahrer subventioniert. Er hat auch ein paar Tausend Euro für zwei Tesla Model X mit Flügeltüren beigesteuert sowie für einen BMW iX M70 xDrive – Listenpreis ab 126.500 Euro – und einen Audi S e-tron GT – ab 126.000 Euro. So steht es in einer aktuellen Übersicht des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das über Ja oder Nein bei der E-Auto-Förderung entscheidet.
Nun kann man sagen: Die Zahlen sind klein. Was soll die Debatte? Doch politisch bergen sie Sprengstoff.
Denn eigentlich sollte der Zuschuss Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid ermöglichen. Das betont auch die Behörde.
Dass einzelne Bürger die Förderung kurzerhand zur Porsche-Prämie uminterpretieren, kratzt heftigst am Image des Programms, über dessen Ausgestaltung sich ohnehin trefflich streiten lässt.
Da ist einmal die Frage, ob es überhaupt eine Prämie braucht. Der Hochlauf der Elektromobilität hatte bereits im vergangenen Jahr – nach dem kurzen Schock durch das Aus des letzten Umweltbonus – merklich angezogen, wie die Statistik des zuständigen Kraftfahrtbundesamts zeigt. Wozu also Geld auf einen Markt werfen, der ohnehin wieder wächst?