Niedrige Wasserstände in deutschen Flüssen zwingen viele Gütertransporte auf die Straße. Nun haben weitere Bundesländer Lockerungen beim Sonntagsfahrverbot entschieden. Ein Überbl…
Stand: 12.08.2026 • 17:58 Uhr
Niedrige Wasserstände in deutschen Flüssen zwingen viele Gütertransporte auf die Straße. Nun haben weitere Bundesländer Lockerungen beim Sonntagsfahrverbot entschieden. Ein Überblick über aktuelle Regelungen.
Mit Berlin, Brandenburg und Thüringen setzen drei weitere Bundesländer Lockerungen beim Sonntagsfahrverbot um. Zuvor sind schon andere Bundesländer diesen Schritt gegangen. Durch anhaltend sehr niedrige Wasserstände auf deutschen Wasserstraßen ist die Binnenschifffahrt derzeit erheblich beeinträchtigt. Gütertransporte müssen daher teilweise auf Straße und Schiene verlagert werden, um Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Doch nicht in jedem der Bundesländer, das Lockerungen umsetzt, gelten dieselben Regelungen. Thüringen hebt das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen nach Informationen des Verkehrsministeriums ab sofort und zunächst bis 31. August ganz auf. Damit geht Thüringen weiter als andere Bundesländer. Berlin und Brandenburg etwa erlauben sonntags lediglich Lkw-Transporte von Gütern, die üblicherweise auf Binnenschiffen befördert werden.
Was gilt wo? Ein Überblick:
Welche Besonderheiten gibt es?
Kritik am Aussetzen des Fahrverbots in Thüringen kam von den Grünen. Dass Unternehmen auf andere Transportwege ausweichen müssten, sei nachvollziehbar, sagte die thüringische Grünen-Landessprecherin Ann-Sophie Bohm. "Aber durch Thüringen fließen weder Rhein, Elbe, Donau oder eine andere für den Güterverkehr relevante Wasserstraße." Statt einer generellen Freigabe plädierte sie für Einzelfallentscheidungen bei Thüringer Unternehmen, die nachweislich auf Lkw-Transporte angewiesen seien.
Für Güter, die auf Schienen umgelagert werden können, bot die Deutsche Bahn zusätzliche Unterstützung an. Die Tochter DB Cargo könnte ad hoc rund 400 Güterwagen zusätzlich mobilisieren, wie deren Vorstandschef Bernhard Osburg nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Treffen im Bundesverkehrsministerium signalisierte.
Verkehrsminister Steffen Bilger beriet mit seinen Länderkollegen über die aktuelle Lage. Er warb auch für einen weiteren Ausbau von Wasserstraßen als umweltfreundlichsten Verkehrsträger.
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