Ukraines Präsident Selenskyj ist als erster internationaler Staatsgast von Großbritanniens neuem Premierminister Andy Burnham empfangen worden. Unterdessen hat es gegenseitige Angriffe der Ukraine und Russland gegeben.
AUDIO: Großbritanniens Premierminister Burnham empfängt Selenskyj als ersten Staatsgast (1 Min)
Ukraine-News I 27. Juli
Selenskyj als erster internationaler Gast von Premier Burnham empfangenStand: 27.07.2026 22:28 Uhr
Diese Ukraine-News vom Montag, 27. Juli 2026, sind beendet.
von MDR AKTUELL
Aktuelle Ukraine-News
Die Ehefrau Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Tatjana Nawka, geht juristisch gegen ihre EU-Sanktionen vor. Wie aus einer Veröffentlichung der EU hervorgeht, klagt die ehemalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Aufhebung der Strafmaßnahmen. Sie fordert zudem Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro. Die EU hatte Nawka im Juni 2022 mit einem Einreiseverbot und finanziellen Restriktionen belegt. Auch Jekaterina Ignatowa, die Ehefrau des Chefs des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow, geht offiziellen Datenbanken zufolge juristisch gegen die Sanktionen vor. (Quelle: Reuters)
Russland offen für neue Vorschläge im Ukraine-FriedensprozessRussland ist nach Angaben seines Außenministeriums bereit, neue Ideen und Vorschläge für den Friedensprozess in der Ukraine zu prüfen. Das russische Präsidialamt erklärte jedoch, es lägen keine konkreten Informationen über neue Friedensinitiativen vor. Einem ukrainischen Insider zufolge haben die USA und die Ukraine zuletzt über eine mögliche Aussetzung der Luftangriffe beraten. (Quelle: Reuters)
Großbritanniens Premier Burnham empfängt Selenskyj als ersten StaatsgastAls erster internationaler Gast ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von Großbritanniens neuem Premierminister Andy Burnham empfangen worden. Bei der Begrüßung auf einem Marinestützpunkt sagte Burnham, er wolle eine klare Botschaft senden, dass Großbritannien zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine stehe. Jede einzelne Zusage seines Landes werde vollständig eingehalten. Zudem dürfe die Ukraine den in Großbritannien entwickelten Drohnenschutz "Stone Cloak" künftig im eigenen Land produzieren. Das System verhindere, dass Drohnen abgefangen werden, sagte Burnham. (Quelle: Reuters)
Video: Britischer Premier Burnham empfängt Selenskyj (1 Min)
Im Osten der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist eine Drohne in ein mehrstöckiges Wohnhaus eingeschlagen. Nach Angaben der Besatzungsbehörden wurden dabei zehn Zivilisten verletzt. Ein Feuer sei in der dritten und vierten Etage ausgebrochen. (Quelle: dpa)
Caritas: Ukrainische Mitarbeiterin bei Raketenangriff getötetEine Mitarbeiterin der Caritas ist am Wochenende bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Charkiw ums Leben gekommen. Das teilte das katholische Hilfswerk mit. Oliver Müller, Leiter von Caritas international, erklärte, ihr Haus sei bei dem Raketeneinschlag völlig zerstört worden. Die Hilfsorganisation sei "tief erschüttert" über den Tod der Kollegin. Die Frau se demnach als Sozialarbeiterin tätig gewesen. (Quelle: ots, AFP)
Drei ukrainische Häfen unter russischem BeschussRussische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau drei Häfen in der Ukraine angegriffen. In Odessa und Tschornomorsk seien demnach Treibstofftanks und -lager getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff unter Beschuss gewesen, das militärische Ausrüstung transportiert habe. (Quelle: dpa, Reuters)
Russland meldet fünf Tote nach ukrainischem Angriff auf Rostow am DonNach dem ukrainischen Angriff auf Rostow am Don ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben russischer Behörden auf fünf gestiegen. Drei weitere Todesopfer seien in den Trümmern gefunden worden, erklärte Rostows Gouverneur Juri Sliussar auf der Plattform "Telegram". Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf "Facebook", dass ukrainische Streitkräfte ein Exportterminal in der Region Rostow im Südwesten Russlands angegriffen haben. Zudem seien Ölanlagen in den Regionen Jaroslawl und Udmurtien im Landesinneren attackiert worden. (Quelle: dpa, AFP)
Gestiegener Weizenpreis wirkt sich kaum auf Brötchenpreise ausDer durch den Ukrainekrieg angestiegene Weizenpreis wird nach Aussage von Experten kaum Auswirkungen auf die Brot- und Brötchenpreise haben. Leif Rehder von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI sagte MDR AKTUELL, das zeigten Modellrechnungen. Bei einem Brötchen, das rund 60 Cent koste, entfalle nicht einmal ein Cent auf den Rohstoff Weizen. Selbst wenn sich also der Weizenpreis verdopple, spiele das für den Brötchenpreis am Ende nicht wirklich eine Rolle.
Derzeit kostet Weizen pro Tonne über 240 Euro. Das ist deutlich mehr als beispielsweise im Sommer 2016, als der Preis bei 135 Euro lag.
Zwei Tote bei ukrainischem Angriff auf Rostow am DonBei einem ukrainischen Luftangriff auf die südrussische Stadt Rostow am Don sind nach russischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, teilte außerdem mit, fünf Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen lebensgefährlich. Herabfallende Drohnentrümmer hätten an mehreren Orten Brände ausgelöst, unter anderem in Lagerhäusern. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: Reuters)
Zwölf Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff auf BelgorodBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzstadt Belgorod sind nach russischen Behördenangaben zwölf Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Mehrere Wohnungen in einem Wohnhaus sowie mehr als 15 Autos gerieten demnach in Brand. Die Angaben der russischen Behörden lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: Reuters)
Selenskyj vor Trump-Treffen zu Besuch in GroßbritannienDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Montag vom neuen britischen Premierminister Andy Burnham empfangen. Bei dem Treffen soll es vor allem um die militärische Unterstützung der Ukraine gehen. Geplant ist unter anderem ein Besuch eines Marinestützpunkts, an dem ukrainische Soldaten ausgebildet werden.
Großbritannien kündigte zudem an, der Ukraine die Rechte an einer neuen Technologie zur elektronischen Störung russischer Luftabwehrsysteme zu überlassen. Selenskyj reist anschließend weiter nach Washington, wo er am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen soll. (Quelle: AFP)
Selenskyj warnt vor weiterem Einsatz nordkoreanischer SoldatenDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem verstärkten Einsatz nordkoreanischer Soldaten im russischen Angriffskrieg gewarnt. Nach ukrainischen Erkenntnissen bereite Russland die Aufnahme weiterer 30.000 Soldaten aus Nordkorea vor. Zudem stehe die Lieferung zusätzlicher nordkoreanischer Raketenabschussrampen bevor.
Selenskyj erklärte, Russland verschaffe Nordkorea Kampferfahrung und helfe bei der Weiterentwicklung seiner Waffen. Das stelle nicht nur für die Ukraine, sondern auch für andere Staaten in Asien eine Bedrohung dar. Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben derzeit nicht. (Quelle: AFP)
Iran droht Ukraine nach Angriff auf Frachtschiff im Kaspischen MeerDer Iran hat der Ukraine nach einem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer mit Konsequenzen gedroht. Außenminister Abbas Araghtschi machte die Regierung in Kiew für die Attacke verantwortlich und erklärte, der Vorfall dürfe nicht unbeantwortet bleiben.
Nach iranischen Angaben wurde bei dem Angriff ein Besatzungsmitglied getötet und ein weiteres verletzt. Die Ukraine hatte zuvor erklärt, sie habe Schiffe angegriffen, die nach ihren Angaben für den Transport militärischer Fracht zwischen dem Iran und Russland genutzt wurden. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. (Quelle: AFP)
Die Ereignisse gestern – 26. Juli 2026Russland hat die Ukraine erneut massiv aus der Luft angegriffen. In Tschernihiw traf eine Drohne nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung einen Supermarkt. Mindestens zwei Menschen wurden getötet, darunter ein zehnjähriger Junge. 13 weitere Menschen erlitten Verletzungen.
In Charkiw kam nach Angaben des Gebietsgouverneurs eine 40 Jahre alte Frau ums Leben. Neun Menschen wurden verletzt, darunter ebenfalls ein zehnjähriger Junge. In Kiew gab es mindestens drei Verletzte. Durch den Beschuss und herabstürzende Trümmer brachen in mehreren Stadtteilen Brände aus. Unter anderem wurden ein Lagerhaus, mehrere Fahrzeuge und Gebäude beschädigt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland ballistische Raketen ein. Moskau erklärte, Rüstungsbetriebe in Kiew angegriffen zu haben.
Das russische Verteidigungsministerium meldete zudem einen Angriff auf den ukrainischen Hafen Tschornomorsk bei Odessa. Dabei seien ein Containerterminal mit Militärgütern und ein Frachtschiff beschädigt worden. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor.
Vor Odessa sank unterdessen der Frachter "Golden Leo". Das unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrende und mit Mais beladene Schiff war nach Angaben der Hafenbehörde bereits am 19. Juli bei einem russischen Angriff schwer beschädigt worden. Neun Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, acht wurden gerettet. Das Schiff war auf dem Weg nach Rumänien.
Ukraine-News am Montag, 27. Juli 2026Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.
Hintergründe
Der russische Angriff auf die Ukraine
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine überfallen. Doch die ukrainische Armee kann sich halten und konnte Gebiete zurückerobern, der Westen unterstützt sie. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe.
Audio | MDR AKTUELL
Was tun, Herr General? – der Podcast
Krieg in Europa. Welche Strategie verfolgt die russische Armee, wie stehen die Chancen der ukrainischen Verteidiger? Einschätzungen der militärischen Lage und der Kriegsfolgen vom früheren NATO-General Erhard Bühler.
Podcast-Reihe
Putins Krieg – die Hintergründe
Russland führt Krieg gegen die Ukraine - Zerstörung, Leid und Flucht. In diesem Podcast bündeln wir Interviews und Berichte rund um den Krieg, seine Folgen für die Welt, Europa und in Deutschland.
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