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Kohleausstieg rückt näher: Wie sich Lausitzer Firmen umstellen

Дата публикации: 10-06-2026 14:16:00

Bis vor wenigen Jahren arbeiteten Norman Dierks und Ali Saidi im Braunkohlekraftwerk Boxberg. Mit dem Kohleausstieg stellte ihr Unternehmen den Betrieb um - jetzt sind die beiden auf Windanlagen im Einsatz. Ein Netzwerk half dem Betrieb dabei.


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Förderung durch Netzwerk Kohleausstieg rückt näher: Wie sich Lausitzer Firmen umstellen

Mehrere Windkraftanlagen stehen in einer offenen Landschaft entlang der Autobahn A4 in der Naehe von Goerlitz. ( Quelle: picture alliance/Eibner-Pressefoto/Ardan Fuessman)
Mehrere Windkraftanlagen stehen in einer offenen Landschaft entlang der Autobahn A4 in der Naehe von Goerlitz. ( Quelle: picture alliance/Eibner-Pressefoto/Ardan Fuessman)
  • Lausitzer Unternehmen müssen teils wegen Kohleausstieg umstellen
  • Ein Beispiel ist die N+Z Gmbh aus Trebendorf
  • Neben Braunkohle-Kraftwerken warten sie jetzt auch Windenergieanlagen
  • Unterstützung durch Netzwerk "Mining & Generation Technology"

Durch den Kohleausstieg stehen in Südbrandenburg und Sachsen viele Energieunternehmen vor der Herausforderung, ihren Betrieb grundlegend umstrukturieren zu müssen, aber auch kleine und mittlere Firmen. Ein Beispiel ist die N+Z Gmbh aus Trebendorf (Görlitz). Die Firma kümmert sich um Instandhaltung von Werksanlagen und repariert unter anderem Förderanlagen im Braunkohle-Tagebau - arbeitet mittlerweile aber auch auf Windkraft-Anlagen.

Das bedeutet auch Veränderungen für ihre Mitarbeiter, wie Norman Dierks und Ali Saidi. Bevor sie auf ein 60 Meter hohes Windrad in Südbrandenburg steigen, ziehen sie jetzt Klettergurte mit silbernen Karabinern über, dann die Helme. Damit sie oben am Windrad arbeiten können, haben die Wartungsarbeiter Kletterkurse belegt, den Höhenrettungsschein gemacht und gelernt, wie man in 60 Metern Höhe sicher in der Schutzausrüstung arbeitet.

Es sei ziemlich spannend, sagt Dierks: "Ich wusste ja damals nicht, dass ich mal auf ein Höhenwindrad klettere." Die beiden arbeiteten vorher im Braunkohlekraftwerk Boxberg (Görlitz), das früher zu den größten Braunkohlekraftwerken in der Region gehörte.

Die Firma habe den Vertrieb neu strukturieren müssen, sagt Oliver Göschick, der Verkaufsleiter von N+Z. Inzwischen bewege sich die Firma in mehreren Bereichen - wie Windkraft, aber auch in der Chemie- und Lebensmittelindustrie. Und sie versuche, sich weiter zu etablieren, sagt Göschick. Rund die Hälfte ihres Umsatzes macht die Firma inzwischen abseits der Braunkohle-Kraftwerke. Auch im Ausland, zum Beispiel in Polen, Tschechien und im Senegal.

"Mining & Generation Technology"

Kontakte dafür bekam die Firma auch über das Netzwerk "Mining & Generation Technology" (MinGenTec), das die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg gegründet hat. Das Ziel: Lausitzer Unternehmen beim Kohleausstieg unterstützen.

Kurz nachdem es 2017 gegründet wurde, trat die Firma N+Z dem Netzwerk bei - auch um sich regelmäßig mit anderen Betrieben auszutauschen. Das Netzwerk habe die Firma die Jahre über ein Stück weit begleitet, erklärte jetzt N+Z-Chef Thomas Döring gegenüber dem rbb, beispielsweise durch Beratungen und Workshop. In diesen hätten sie gemeinsam Ziele erarbeitet und das habe die Firma in vielen Bereichen vorangebracht, so Döring.

Forschungseinrichtungen unterstützen Betriebe

Rund 300 Unternehmen und Institutionen aus Brandenburg, Berlin und Sachsen nehmen laut der Wirtschaftsförderung Brandenburg "mehr oder weniger regelmäßig" an den Angeboten des Netzwerks teil. Es berät unter anderem zu möglichen Förderungen aus Landes-, Bundes- oder EU-Mitteln.

Daneben gehören zu dem Netzwerk auch Forschungseinrichtungen. Sie unterstützen Firmen bei Themen wie Künstlicher Intelligenz (KI), aber auch bei IT-Lösungen. Hochschulen seien in der Regel auf einem neueren Wissensstand und hätten ein ganz bestimmtes Know-how, sagt Sebastian Saule von der Wirtschaftsförderung Brandenburg. So komme das Wissen aus der Forschung direkt in die Unternehmen. Dies werde auch öffentlich gefördert, sagte Saule weiter.

Die N+Z GmbH plant, Wartungsarbeiten künftig mit Sensoren durchzuführen und will sich dafür auch fördern lassen.

Sendung: Brandenburg Aktuell vom rbb, 09.06.2026, 19:30 Uhr

Video: Brandenburg Aktuell vom rbb, 09.06.2026, Isabelle Schilka

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