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Warum Marga Prohens am meisten von der Polizeigewalt bei der Demo gegen den Massentourismus auf Mallorca profitiert

Дата публикации: 29-07-2026 07:48:51

Wir sind uns wohl einig, dass wir Mallorquiner mit den Regierungsdelegierten kein Glück haben: Einer ist schlimmer und feiger als der andere. Wir wussten bereits, dass derjenige, den wir dieses Mal abbekommen haben, seinem Amt nicht gewachsen ist. Aber zumindest fiel Alfonso Rodríguez Badal bislang nicht allzu negativ auf. Bis jetzt.

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Wir sind uns wohl einig, dass wir Mallorquiner mit den Regierungsdelegierten kein Glück haben: Einer ist schlimmer und feiger als der andere. Wir wussten bereits, dass derjenige, den wir dieses Mal abbekommen haben, seinem Amt nicht gewachsen ist. Aber zumindest fiel Alfonso Rodríguez Badal bislang nicht allzu negativ auf. Bis jetzt.

Mit seinem miserablen Krisenmanagement hat der frühere sozialistische Bürgermeister von Calvià die linken Wähler gegen sich aufgebracht – darunter viele aus den eigenen Reihen, und das will etwas heißen. Man muss sich schon sehr ungeschickt anstellen, um der PSOE anzugehören und sich innerhalb von weniger als einer Woche mit Schlagstöcken und Handschellen gegen Demonstrierende aus dem progressiven Lager zu stellen. Wir hatten geglaubt, der Regierungsdelegierte hätte aus der inakzeptablen Festnahme der beiden Aktivistinnen von Santa Maria etwas gelernt. Wie naiv wir doch sind.

Die Polizeieinsätze am Sonntag in Palma waren völlig unangebracht. Das weiß jeder. Sogar die PP schlug angesichts der Eskalation in Ses Voltes und auf der Avinguda Antoni Maura die Hände über dem Kopf zusammen. Spätestens beim Lesen des dürftigen Berichts der Guardia Civil über die Graffiti an Immobilienbüros in Santa Maria wurde glasklar, worum es hier ging. Bereits einige Tage vor dem 26. Juli hatte die Regierungsdelegation – also die sozialistische PSOE – angekündigt, jeden strafrechtlich verfolgen zu lassen, der touristische Betriebe beschädigt. Indem Rodríguez Badal den Protest gegen die touristische Überfüllung in all seinen Formen kriminalisierte – heute kann bereits eine Privatperson, die auf Mallorca ein Plakat mit der Aufschrift „SOS Residents“ zeigt, festgenommen werden –, machte er deutlich, auf wessen Seite er steht.

"Auf sie mit Gebrüll"

Die Demonstration am Sonntag endete, ohne dass Schaufenster von Immobilienagenturen eingeschlagen wurden, ohne dass Vermummte Hotelwände beschmierten und ohne dass herzlose Aktivisten Getränkebecher auf ausländische Touristen warfen, die auf Terrassen saßen. Irgendetwas musste man also unternehmen. Schließlich konnte man diese abgerissenen Gestalten in Flip-Flops nicht mit einer friedlichen Massendemonstration davonkommen lassen. Also schlug man zwei Minuten vor dem Ende noch einmal kräftig mit den Knüppeln zu – und schon war das Chaos perfekt. Ein regelrechtes „Auf sie mit Gebrüll!“. Schließlich haben wir genug davon, dass so viele Mallorquiner gegen diejenigen protestieren, die uns angeblich ernähren. In solchen Situationen vermisst man erfahrene Leute wie Jaume Bergas, jenen Polizeiverantwortlichen, der Dutzende Ausschreitungen bewältigte – stets mit Fingerspitzengefühl und einer demokratischen Haltung im Kopf.

Der Dienst, den die Nationalpolizei der PP-Regierung erwiesen hat, ist unbezahlbar. Dass Marga Prohens die größte Demonstration gegen die touristische Überlastung, die es je auf der Insel gegeben hat, politisch unbeschadet übersteht, ist durchaus eine Leistung. Die unverhältnismäßige Reaktion der Polizei gegen die Demonstranten hat letztlich die Gründe für den Protest in den Hintergrund gedrängt – und damit der Regierung genutzt, die schließlich die Verantwortung für die Tourismuspolitik und die Veränderung des Wirtschaftsmodells trägt.

Keine Plakate gegen die PP

Es stimmt, dass die balearische Ministerpräsidentin ihre Untätigkeit in dieser Frage früher oder später an der Wahlurne bezahlen wird. „En Tomeu està cansat de tanta penya“ – „Tomeu hat die vielen Menschen satt“, „Criminal és no posar límits“ – „Kriminell ist es, keine Grenzen zu setzen“, „Mallorca és + que una terrassa“ – „Mallorca ist mehr als eine Terrasse“: Im Regierungssitz Consolat de Mar interessiert man sich lediglich dafür, dass auf der gesamten Demonstration kein einziges Plakat gegen Prohens oder die Regierung zu sehen war. Und das stimmt.

Anders als bei der Menschenkette am Es Trenc, bei der Prohens und ihre engsten Vertrauten direkt kritisiert wurden, richteten sich die Parolen am 26. Juli nicht ausdrücklich gegen die balearische PP. Die Konservativen übersehen jedoch, dass bei der Demonstration gegen die Überlastung auch rechte Bürger mit ihren typischen Spanien-Armbändchen mitliefen, die den Kollaps ebenfalls satthaben. Es wären noch mehr gekommen, hätte es nicht so viele katalanische Unabhängigkeitsflaggen gegeben.

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