Seit 50 Jahren wird in Mainz das Rheinwasser untersucht. Die Messdaten zeigen: Vieles hat sich verbessert - doch es gibt neue Probleme.
Wer regelmäßig in Mainz am Rhein spazieren geht, der kennt das unscheinbare Gebäude mit dem kleinen hellblauen Fenster zum Wasser hin. Dahinter arbeiten rund um die Uhr die Pumpen, die unter der Theodor-Heuss-Brücke Rheinwasser ansaugen und in die Untersuchungsstation leiten.
Rheinwasser wird in Mainz rund um die Uhr geprüftDort wird es von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter die Lupe genommen. Geprüft werden Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffgehalt. Die Daten fließen dann in Langzeitstudien ein und bilden so eine Grundlage dafür, um den Rhein besser zu schützen. Werden auffällige Werte bei der Wasserqualität festgestellt, greift ein internationales Alarmsystem.
Worms 30 Jahre Rheingütestation Mini-Helfer aus Worms: So spüren winzige Krebse Gift im Rhein auf Rhein sauberer als vor 50 JahrenSeit 1976 messen Hessen und Rheinland-Pfalz hier gemeinsam, wie es dem größten Fluss Deutschlands geht. Als die Station vor 50 Jahren ihren Betrieb aufnahm, konnten Menschen den Schmutz im Rhein quasi noch riechen, so dreckig war er. Nach Angaben des Landesumweltamts ist der Fluss inzwischen deutlich sauberer - vor allem durch große Kläranlagen wie bei der BASF in Ludwigshafen.
Neue Belastungen durch neue StoffeDie Messreihen der Station zeigen, wie sich die Wasserqualität des Rheins entwickelt hat. Demnach sind klassische Schadstoffe zurückgegangen, gleichzeitig gibt es neue Belastungen: Medikamentenrückstände oder sogeannte PFAS-Stoffe (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen).
Dabei handelte es sich um chemische Substanzen, die in der Industrie fast überall eingesetzt werden, weil sie fett-, schmutz- und wasserabweisend sind - in Autositzen, Backformen oder Outdoor-Bekleidung zum Beispiel. Sie gelangen unter anderem durch industrielle Abwasserleitungen und unzureichend filternde Kläranlagen in den Rhein.
Kaub Andere Fähren fahren weiterhin Niedrigwasser im Rhein: Fähre Kaub stellt Betrieb ein Niedrigwasser setzt der Station in Mainz-Wiesbaden zuAuch die Folgen des Klimawandels für den Rhein werden immer wichtiger: Längere Hitze- und Trockenphasen verändern Temperatur, Sauerstoffgehalt und Wasserstand.
Aktuell macht das Niedrigwasser auch der Untersuchungsstation in Mainz Probleme. Eine der Pumpen auf Wiesbadener Seite liegt inzwischen trocken.
Das 50-jährige Jubiläum der Station wird am Donnerstag zunächst mit einem offiziellen Festakt mit den Verantwortlichen der Untersuchungsstation und der beiden Bundesländer begangen. Danach gibt es von 12 bis 15 Uhr einen "Tag der offen Messstation" mit Führungen für Besucherinnen und Besucher.
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