Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Künstler Grant Mooney in Mönchengladbach: Was das Material verrät

Дата публикации: 31-07-2026 07:40:00

Im Museum Abteiberg durchquert der US-Künstler Grant Mooney die jüngere Geschichte der Bildhauerei – auf poetische bis marxistische Weise. mehr...

Основное содержимое страницы с новостью.

Im Museum Abteiberg durchquert der US-Künstler Grant Mooney die jüngere Geschichte der Bildhauerei – auf poetische bis marxistische Weise.

Blick in die Ausstellung mit Ventilatorenflügeln auf dem Boden Ästhetisch perfektes Industrieprodukt, aber ausgedient: Ventilatorenflügel in Grant Mooneys „sum“, Installationsansicht

Foto: Studio Kukulies; Courtesy the artist and Museum Abteiberg

Vielleicht kann man auch einmal darüber nachdenken, was Bildhauerei uns heute zu sagen hat. Als Genre. So wie es der US-amerikanische Künstler Grant Mooney gerade im Mönchengladbacher Museum Abteiberg macht. „sum“ ist der lakonische Titel seiner Ausstellung, für die er auch Werke von 15 weiteren zeitgenössischen Künst­le­r:in­nen versammelt hat.

Und der Titel macht zugleich ein Manko der abstrakten und konzeptuellen Bildhauerei deutlich, nämlich etwas spröde und unzugänglich zu sein. Über die konkreten Bilder aus der Malerei oder Videokunst lässt sich ja besser streiten. Deren frei erschaffbaren Erzählungen sind ja eigentlich nur die Grenzen der Vorstellungskraft gesetzt. In der Bildhauerei aber hat man es mit einer Menge äußerer Kräfte zu tun.

Mit der Trägheit des Materials, mit seinen statischen und chemischen Gesetzen. Rosemarie Trockel und Thea Djordjadze haben ihre Skulpturen für eine gemeinsame Ausstellung im Lenbachhaus München mal eingeäschert und in Urnen untergebracht, weil es sich vielleicht auch für sie gar nicht mehr um frei formbare Objekte handelte, sondern um eigenwillige, widerspenstige Charaktere, zu denen sich ein so ambivalentes Verhältnis entwickeln lässt wie zu den eigenen Liebsten.

Die Ausstellung

Grant Mooney: „sum“. Museum Abteiberg Mönchengladbach, bis 20. September

="" div="">

Was nun das Material uns zu erzählen hat, das vermittelt Grant Mooney in seiner Ausstellung. Schon außen lassen sich an der zinkverkleideten Fassade des festungsartigen, postmodernen Museumsbaus von Architekt Hans Hollein zarte Klänge vernehmen. Sie stammen von den Drahtseilen einer Windharfe aus Metall, die Mooney gemeinsam mit der Künstlerin Winona Sloane Odette konzipierte. Im Inneren des Gebäudes ist der sphärische Sound dann auf einem Monitor in rote und gelbe Streifen übersetzt. Sieht aus wie ein digitaler Rothko – die Schau ist ohnehin voller kleiner, freigeistiger Referenzen.

Luft bedingt alles

Kopfüber hängt der Rothko über vielen auf den Boden verteilte Atemmasken. Die hat Park McArthur aus der Vorgängerausstellung hinterlassen. McArthur sitzt im Rollstuhl und ist von Beatmungsgeräten abhängig, was sie auch in ihrer Kunst thematisiert. Luft bedingt hier alle und alles. In einem anderen Raum um die Ecke lässt sich auf der Schwarz-Weiß-Fotografie von Laura Aguilar eine beleibte Nackte mit Softdrink in der Hand von einem Ventilator abkühlen.

Wandrelief von Grant Mooney Kleines, weirdes Wandobjekt: Grant Mooney, „Housing (c.) xi“, 2024, in der Ausstellung

Foto: Studio Kukulies; Courtesy the artist and Museum Abteiberg

Das Museum in Mönchengladbach war immer schon ein Ort des künstlerischen Experimentierens. Auch bevor es 1982 in das eigenwillige Gebäude zog, das Hollein innen mit so vielen Ebenen, Winkeln und Blickbezügen plante, dass es dem klassischen – man könnte auch sagen: autoritären – White-Cube regelrecht widerstrebt. Der vormalige Museumsdirektor Johannes Cladders hatte von den 1960ern bis in die 80er eine avantgardistische, internationale Kunstszene in Mönchengladbach versammelt – Gruppe Zero, Lawrence Weiner, Hanne Darboven. Entsprechend fulminant ist auch heute noch die Sammlung des Hauses, das ziemlich im Schatten der großen Museen von Düsseldorf und Köln steht.

Mooney hat sich ihrer bedient. In Joseph Beuys' „Fettwinkel“ von 1962 ranzt nun eine butterbeschmierte Gipsstruktur vor sich hin. Und eine ganze Museumswand füllen Hanne Darbovens manische Schreibarbeiten, als hätten Stift und Papier bei der Künstlerin die Überhand genommen. Daneben liegen die wassergefüllten, transparenten Kunststoffmatten von Olga Balema. Von der Straße aufgeklaubter Kies, Plastikverpackungen oder Textilien schwimmen darin herum. Diese banalen, schnell zu übersehenden Alltagszeugnisse formen in dem Schwebezustand des Wassers ein eigenes, poetisches Bild.

&#xE80F

Marcel Duchamps Readymade schwingt hier mit

Ganz klein und rätselhaft kommt in diesem Arrangement die Wandarbeit von Grant Mooney selbst daher: Auf einem verdreckten Grund und elegant von einer gewellten Polyethylenfolie umfasst, prangt ein silbernes Amulett (in seinem früheren Leben war der 1990 in Seattle geborene Mooney Silberschmied). Darauf formt sich ein Fingerring ab und eine organisch gerillte Oberfläche wie auf dem Schulp eines Tintenfischs. Weird ist das. Irgendetwas zwischen Designobjekt, Materialstudie und dem Versuch, Raum und Zeit auf weniger als einem halben Quadratmeter zu bannen.

Ausgediente Ventilatoren

In Grant Mooneys durchaus konzeptueller Bildhauerei geht es nicht nur um Ästhetik und das Eigenleben der Stoffe. Sie begibt sich auch in marxistische Gefilde. Fragt, wie das Material zirkuliert, zum Gebrauchsobjekt verarbeitet und gesellschaftlich mit Wert versehen wird – oder ihn eben auch wieder verliert. Riesige matt glänzende Ventilatorenflügel aus Aluminium liegen im Foyer auf dem Boden, wunderschön sehen sie aus in ihrer aerodynamischen Schlankheit. Marcel Duchamps Readymade, der Gedanke, die perfekte Form des Industrieprodukts habe schon die Position der Kunst eingenommen, schwingt hier mit.

Doch die Ventilatoren aus einer ehemaligen Londoner Furnierfabrik sind nicht zuerst zur Kunst erhoben worden, sondern haben vor allem keinen Nutzen mehr. Ebenso wie ihre bis ins Detail gesäuberten Motoren daneben mit den massiven Schrauben, leeren Fassungen und eingerollten Kabeln. Die würden womöglich auf dem Schrottplatz vergammeln, hätte Mooney sie nicht ins Museum geholt. Und so gelangt Mooney in dieser zwischen poetischen Windklängen und ranzigen Ecken changierenden Ausstellung auch auf eine Metaebene, die vielleicht besonders die Bildhauerei gut betreten kann. Und fragt nach nichts Geringerem als dem Verhältnis der Gesellschaft zum Material.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Nouveau Réalisme in Kunsthalle Mannheim: Er hängte sich die zersprengte Karre ins Wohnzimmer08.2102-08-2026
2Plakatausstellung in Berlin: Die Container sind immer grüner auf der anderen Seite09.7604-08-2026
3Iranische Künstlerin Aynaz Najafi: „Die Mullahs traten an die Stelle von Holofernes“08.2114-08-2026
4Athens Art Guild to celebrate grand opening of new headquarters Aug. 30015.8414-08-2026
5Ausstellung von Andrea Pichl: Unter dem Dach der Laube017.7806-08-2026
6Matisse in his 70s: The Creativity of a ‘Second Life’5723-06-2026
7Юбилейный марафон и новое слово в русском авангарде: Третьяковка празднует 165 лет0024-05-2021
8New York in Jamel Shabazz' Fotografie: Souverän gelebte Urbanität010.423-07-2026
9Первая выставка современной скульптуры открылась перед ГУМом0001-07-2021
10Christian Dior: хайлайты кутюрного шоу Джонатана Андерсона в Музее Родена7606-07-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 14.22. Источник: www.taz.de.