Zum fünften Mal zieht die Tanz-Demonstration „Rave The Planet“ durch die Straßen Berlins. In diesem Jahr gibt es ein verschärftes Sicherheitskonzept. Grund ist der Anschlag auf den CSD vor wenigen Wochen.
Techno, Frieden, Tanz-Demo: Dafür soll die Parade „Rave The Planet“ auch in diesem Jahr stehen. Zum fünften Mal bewegt sich der Zug zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor, um für den Erhalt der Club- und Kulturszene zu demonstrieren. Die Veranstalter:innen haben zehn klare Forderungen an die Politik gestellt.
Was ist Rave The Planet?Rave The Planet ist eine große Tanz-Demo in Berlin und findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt – am Samstag, den 15. August. Besonders an dem Technospektakel ist der Mix aus Demo und Rave: Mehrere hunderttausend Menschen tanzen zu verschiedenen Genres, von House-Musik bis Techno und Afro-Beats.
Mit Rave The Planet tanzen wir für Frieden und das Miteinander.
Dr. Motte, DJ und Loveparade-Gründer
Es geht vor allem darum, ein Zeichen für den Erhalt der elektronischen Musik und ihrer Kulturräume zu setzen. Das diesjährige Motto lautet: „Imagine Love“. Dazu gibt es einen gleichnamigen Song des DJs und Loveparade-Gründers Dr. Motte. „Mit Rave The Planet tanzen wir für Frieden und das Miteinander”, sagt er. Nach dem Ende der originalen Loveparade ist Rave The Planet die Nachfolgeveranstaltung des Events aus den 90er Jahren.
Für die kulturpolitische Demonstration sind 300.000 Menschen angemeldet.

© dpa/A3922 BRITTA PEDERSEN
Wo verläuft die Route von Rave The Planet und wann geht es los?Die Tanz-Demo verläuft über die Straße des 17. Juni, geht um die Siegessäule herum und wendet dann kurz vor dem Brandenburger Tor. Das Event startet um 14 Uhr, nach einer Auftaktkundgebung und Schweigeminute für die Opfer des CSD-Anschlags.
Die Parade findet ausschließlich auf dem östlichen Teil der Strecke statt, da der westliche Teil wegen einer Baustelle gesperrt ist. Die Floats, wie die Demo-Wagen genannt werden, starten auf der Straße des 17. Juni und pendeln anschließend zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule.
Die Tanz-Demo endet um 22 Uhr. Die Veranstalter:innen weisen darauf hin, sensible Bereiche wie die Naturschutzfläche und die Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma mit Respekt zu behandeln.
Welche Sperrungen und Verkehrseinschränkungen gibt es zu Rave The Planet?Während Rave The Planet sind einige Sperrungen zu erwarten. Die Bahnhöfe S+U Brandenburger Tor und U Bundestag werden gegen 12 Uhr beziehungsweise 14 Uhr aus Sicherheitsgründen geschlossen, teilte die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mit. Bahnen fahren ohne Halt durch. „Die Öffnung am Abend sowie die Schließung weiterer Bahnhöfe ist lageabhängig“, heißt es von der VIZ.
Bereits ab Freitag um 18 Uhr bis Sonntag um 10 Uhr gibt es folgende Sperrungen: Straße des 17. Juni zwischen Großer Stern und Platz des 18. März, Yitzhak-Rabin-Straße, Ebertstraße zwischen Dorotheenstraße und Behrenstraße und Pariser Platz/Brandenburger Tor.
Ab Samstag um 9 Uhr bis Sonntag um 3 Uhr sind diese Bereiche von weiteren Sperrungen betroffen: Großer Stern, Paulstraße, Spreeweg, Helmut-Kohl-Allee, Straße des 17. Juni ab Bachstraße in Richtung Großer Stern, John-Foster-Dulles-Allee/Scheidemannstraße/Dorotheenstraße zw. Spreeweg und Wilhelmstraße, Bartningallee/Flensburger Straße in Richtung Altonaer Straße, Ebertstraße zw. Lennéstraße und Behrenstraße, Hannah-Ahrendt-Straße zw. Wilhelmstraße und Ebertstraße, Behrenstraße zw. Wilhelmstraße und Ebertstraße, Altonaer Straße, Lennéstraße.
Um 3 Uhr sollen die Straßen laut VIZ wieder geöffnet werden. „Je nach Dauer der Abrüstung der Fahrzeuge und der Reinigung der Straße durch die BSR ist eine Sperrung auch länger möglich“, teilte die VIZ mit.
Kostet die Parade Eintritt und kann ich auf einem Float mitfahren?Die Teilnahme an der „Rave the Planet“-Parade ist grundsätzlich kostenlos und erfordert keine vorherige Anmeldung. Wer auf einem der Floats mittanzen möchte, muss dafür ein Ticket kaufen. Crews mit Mitfahrtickets sind mit einem orangefarbenen TICKETS-Button gekennzeichnet. Floats ohne diesen Button vergeben keine Mitfahrgelegenheiten. Der Ticketverkauf läuft direkt über die jeweiligen Betreiber, nicht über die Website von Rave The Planet selbst. Die Veranstalter:innen warnen vor Ticketbetrügern und empfehlen, Tickets nur auf offiziellen Webseiten zu kaufen.
Welche DJs legen bei Rave The Planet auf?Über 300 Künstler:innen legen in diesem Jahr bei der Tanz-Demo auf, darunter auch Techno-Größen wie Tom Wax, Juliet Fox, Pan-Pot, Westbam und Dr. Motte selbst. Die Musiker:innen kommen aus aller Welt, unter anderem aus der Mongolei und den USA.
34 der sogenannten Floats ziehen über die Straße des 17. Juni. Clubs wie das Ritter Butzke, Club Ost, Bootshaus Cologne sind ebenfalls vertreten. Ein Kids-Rave bietet auch den Kleinen einen Ort zum Tanzen.
Welche politischen Forderungen gibt es?Die Veranstalter:innen stellen zehn Forderungen in den Mittelpunkt der Tanz-Demonstration. Ein wichtiges Ziel ist laut den Veranstalter:innen, die Werte der Technokultur zu wahren. Das sind die konkreten Punkte:
Am Samstag erwartet Berlin hohe Temperaturen. Die Polizei setzt zwecks Abkühlung einen Wasserwerfer ein, der Sprühnebel erzeugt. Drei Trinkwasserbrunnen stehen entlang der Route und sollen ebenfalls für mehr Hitzeschutz sorgen. Zudem sei es wichtig, seinen Alkohol- und Drogenkonsum im Blick zu behalten, sich einzucremen und genügend Wasser zu trinken, raten die Veranstalter:innen.

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Welche Sicherungsmaßnahmen gibt es nach dem CSD-Anschlag?Die Veranstalter:innen haben gemeinsam mit der Polizei entschieden, das Sicherheitskonzept für die Parade auszubauen. Grund dafür sei der Anschlag auf den Christopher Street Day vor einigen Wochen.
1500 Einsatzkräfte überwachen Rave The Planet, ein Hubschrauber ist ebenfalls im Einsatz. Sicherheitskräfte sollen dafür sorgen, dass die Parade in Bewegung bleibt. Zudem gibt es zahlreiche Unfallhilfsstellen und eine Awareness-Station für Menschen, die einen Rückzugsraum benötigen.
Gibt es besondere Gebote auf dem Event?Eigenes Trinkwasser, Sonnenschutz und Ohrenstöpsel eignen sich, um das Event bei den erwarteten, hohen Temperaturen zu genießen. Die Veranstalter:innen motivieren zusätzlich, Demoschilder mitzubringen, die zum Motto „Imagine Love“ passen. Die Tanz-Demo wird zudem auf mehreren Kanälen live gestreamt. Auf der Website von Rave The Planet beispielsweise können diejenigen einschalten, die an dem Demo-Tag nicht persönlich anwesend sein können.

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Was zu Hause bleiben sollte: Glasflaschen und andere Gegenstände, die Müll verursachen oder zu Verletzungen führen können. Darunter fallen scharfe oder spitze Gegenstände und Pyrotechnik. Drohnen und das Mitbringen von Nationalflaggen seien ebenfalls unerwünscht, heißt es von den Organisator:innen.
Gibt es eine Afterparty nach der Techno-Demo?Im Anschluss an die Parade, um 23 Uhr, gibt es erstmals eine Afterparty in der Columbiahalle in Berlin. Sie bildet einen Teil des Finanzierungskonzepts der Tanz-Demo. Dr. Motte und nationale, sowie internationale DJs legen an dem Abend auf. Genres wie Acid Techno, Driving Techno und Peak-Time sorgen auch nach der offiziellen Veranstaltung für ein musikalisches Erlebnis. Start ist um 23 Uhr. Tickets dafür finden Sie hier.

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Wird nach Rave The Planet gemeinsam aufgeräumt?Am nachfolgenden Tag, Sonntag, 16. August, startet eine Aufräum-Aktion rund um den Tiergarten und die Paradestrecke. Los geht es um 10.30 Uhr gegenüber dem Brandenburger Tor am Bremer Weg. Die Aktion selbst beginnt um 11 Uhr und endet um 19 Uhr. Die Berliner Stadtreinigung unterstützt die Aktion. Freiwillige Helfer:innen seien herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, teilten die Organisator:innen mit.
Wie verlief Rave the Planet im vergangenen Jahr 2025?Im vergangenen Jahr war die „Rave the Planet“-Parade trotz wechselhaften Wetters und Regen sehr gut besucht. Am 12. Juli 2025 trafen sich über 200.000 Menschen auf der Demonstration mit dem Motto „Our Future Is Now!“, um für den Schutz der Technokultur zu demonstrieren. Die Aufräumarbeiten konnten innerhalb eines Tages abgeschlossen werden, wobei Reinigungskräfte 76 Kubikmeter Abfall einsammelten.