Ein britischer Radiosender erklärte König Charles III. im Mai fälschlicherweise für tot. Nun gibt es eine Erklärung für die kuriose Panne.
Für einen kurzen Moment dürfte bei einigen Hörern von „Radio Caroline“ der Schreck tief gesessen haben. Der britische Sender verkündete am 19. Mai fälschlicherweise den Tod von König Charles III. Nun hat die britische Medienaufsicht Ofcom den Vorfall untersucht und erklärt, wie es zu der folgenschweren Panne kommen konnte.

Während der „Barry Marsh Show“ wurde gegen 14.05 Uhr die laufende Sendung plötzlich unterbrochen. Mehrfach hieß es, Charles III. sei gestorben und der Tod des Königs sei durch Nachrichtenmedien „bestätigt“. Außerdem verkündete der Sender: „Aus Respekt werden wir bis auf Weiteres nun durchgehend passende Musik spielen.“ Anschließend spielte „Radio Caroline“ die britische Nationalhymne.

Tatsächlich lebte der britische Monarch. Erst eine halbe Stunde nach der Falschmeldung wurde der Fehler im Programm eingeräumt. Der Moderator sagte: „Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir vorhin versehentlich Informationen ausgestrahlt haben. Ich selbst habe das nicht gehört, aber diese Informationen waren falsch. Es handelt sich um ein technisches Problem, und selbstverständlich entschuldigen wir uns dafür.“
Aus Neugier abgespielt: So kam die falsche Todesmeldung über Charles III. ins RadioDer Auslöser war eine abgespeicherte Audiodatei für den Ernstfall. Ein Mitarbeiter von Radio Caroline war mit Wartungsarbeiten an einem Computer im Studio beschäftigt, als er auf die Datei stieß. Aus „Neugier“ spielte er sie ab – und löste damit kurzerhand das königliche Todesprotokoll aus.
Eigentlich gelten für solche Aufnahmen besonders strenge Regeln. Laut Ofcom war die Datei mit einer „Reihe strenger Anweisungen für Moderatoren und Führungskräfte“ verbunden. Der Mitarbeiter hielt sich daran allerdings nicht. Dadurch wurde der Stream des Moderators unterbrochen und die vorbereitete Falschmeldung ging auf Sendung.
Als der Mitarbeiter den Fehler bemerkte, stoppte er die Dateien und verließ nach Angaben des Senders in Panik das Studio. Weil der Moderator nichts von der Unterbrechung seines Streams wusste, dauerte es anschließend rund dreißig Minuten, bis die reguläre Sendung wiederhergestellt werden konnte.
Radio-Caroline-Chef Peter Moore hatte bereits im Mai erklärt: „Das Protokoll ‚Monarch‘ – das alle britischen Radiosender bereithalten, in der Hoffnung, es niemals nutzen zu müssen – wurde (…) versehentlich ausgelöst und hat fälschlicherweise den Tod Seiner Majestät des Königs verkündet.“
„Radio Caroline“ erklärte gegenüber Ofcom, der Sender habe den Vorfall sehr ernst genommen. Der betreffende Mitarbeiter sei „abgemahnt“ worden und habe sich entschuldigt. Zudem entfernte der Sender die Dateien vom Desktop des Studiocomputers und speicherte sie auf einem externen Laufwerk, auf das nur noch bei Bedarf zugegriffen werden soll.

Die britische Medienaufsicht wertete den Vorfall dennoch als erheblichen Verstoß. Nach den Regeln des Ofcom Broadcasting Code müssen Nachrichten mit der gebotenen Genauigkeit verbreitet werden. Die Aufsicht kam deshalb zu dem Schluss, dass es sich um einen „schwerwiegenden Fehler“ handelte. Verschärft worden sei die Wirkung der Falschmeldung dadurch, dass sie mehrfach wiederholt wurde, der Sender ausdrücklich auf eine angebliche Bestätigung durch die Medien verwies und anschließend die Nationalhymne spielte.
Auch die Korrektur kam Ofcom zufolge zu spät. Zwar sei die falsche Meldung etwa 30 Minuten später korrigiert worden. Angesichts der Bedeutung der Nachricht sei dies jedoch zu spät.
König Charles III. hatte im Februar 2024 öffentlich gemacht, dass er an Krebs erkrankt ist und behandelt wird. Die Erkrankung war bei Untersuchungen im Zusammenhang mit einer vergrößerten Prostata festgestellt worden. Nach Angaben des Buckingham-Palasts handelte es sich dabei nicht um Prostatakrebs. Der Monarch setzt seine öffentlichen Termine inzwischen wieder regulär fort.
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