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"Volksbad"-Veranstaltung mit Verein Eoto abgesagt

Дата публикации: 14-08-2026 18:03:24

Das temporäre Schwimmbecken vor der Berliner Volksbühne sollte für einige Stunden exklusiv für einen Verein der Schwarzen Community reserviert sein. Doch wird die Veranstaltung nicht stattfinden - es gibt Sicherheitsbedenken.


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"Rechte und rassistische Hetze" "Volksbad"-Veranstaltung mit Verein der Schwarzen Community abgesagt

Badegäste im Pop-Up Schwimmbad der Volksbühne. ( Quelle:  picture alliance/Anadolu/Volodymyr Sindieiev)
Badegäste im Pop-Up Schwimmbad der Volksbühne. ( Quelle: picture alliance/Anadolu/Volodymyr Sindieiev)
  • Volksbad sollte Schwarzen Kindern und Jugendlichen am Freitag für einige Stunden exklusiv zur Verfügung stehen
  • Geplante Schwimmveranstaltung wegen Sicherheitsbedenken abgesagt
  • Verein habe Gewaltandrohnungen und diskriminierende Kommentare erhalten
  • Volksbühnen-Intendant Lilienthal verteidigt Konzept, benachteiligten Gruppen zu bestimmten Zeiten exklusiven Zugang zum Volksbad zu gewähren

Die Berliner Volksbühne und der Verein Eoto haben eine für Freitag geplante Veranstaltung im "Volksbad" vor dem Theater abgesagt. Das teilten beide am Donnerstag mit. Das "Volksbad" sollte dabei für einige Stunden exklusiv Schwarzen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen.

Nun aber gebe es Sicherheitsbedenken, weil die Aktion "zum Ziel rechter und rassistischer Hetze geworden ist", hieß es in der Mitteilung der Volksbühne. Der Badebetrieb am Freitag zwischen 12 und 18 Uhr werde ausgesetzt, sagte Volksbühnen-Intendant Matthias Lilienthal Radio3 vom rbb. Danach verkündete eine Sprecherin, dass das Bad auch am Abend geschlossen bleibt. Ursprünglich sollte es zwischen 18 und 20 Uhr für den regulären Betrieb offen sein. Am Samstag solle das Bad dann wie vorgesehen ab 12 Uhr geöffnet sein, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur weiter.

Verein sieht Sicherheit der Jugendlichen gefährdet

Der Verein "Each One Teach One" (Eoto) sollte das Volksbad diesen Freitag zwischen 12 und 18 Uhr exklusiv nutzen. Anschließend sollte das Becken für den regulären Badebetrieb öffnen. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.

Vom Verein Eoto hieß es nun, es könne eine physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen am Freitag im Volksbad nicht gewährleistet werden - "auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei". Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung habe der Verein "rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social-Media" erhalten.

Senatorin Kiziltepe: "Debatte läuft in falsche Richtung"

Auch Berlins Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) äußerte sich zu dem Vorfall. "Die Debatte um den Eoto-Zeitslot im Volksbad läuft in die völlig falsche Richtung", erklärte die Politikerin. Aus einem zeitlich begrenzten Angebot für Schwarze Menschen sei ein Diskriminierungsvorwurf konstruiert worden.

"Die Volksbühne vergibt Zeitfenster an unterschiedliche Vereine – auch an Each One Teach One. Dass es dabei zeitlich begrenzte Angebote für Menschen gibt, die Rassismus und strukturelle Benachteiligung erfahren, ist keine Diskriminierung. Genau solche Maßnahmen sind vom Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz ausdrücklich gedeckt", so die Senatorin.

Dem rbb sagte Kiziltepe, die Anfeindungen gegen das Projekt seien inakzeptabel. Schwarze Menschen erlebten täglich Diskriminierung und bräuchten Schutzräume.

Finanz- und Kultursenator Stefan Evers (CDU) sieht eine Grenze überschritten. Es dürfe nicht sein, dass Projekte wegen Drohungen und Einschüchterungen abgesagt werden, sagte der CDU-Politiker dem rbb.

Lilienthal: Führen Berliner Antidiskriminierungsgesetz aus

Für die Schwarzen Kinder und Jugendlichen ist laut Intendant Lilienthal eine Ersatzveranstaltung geplant - allerdings nicht bereits am Freitag. "Wir werden mit EOTO weiterarbeiten, wir werden unsere Veranstaltungen weiter machen, und wir werden uns auch für diese Kinder und Jugendlichen eine Aktion überlegen."

Der Intendant verteidigte noch einmal das Konzept, benachteiligten Gruppen zu bestimmten Zeiten exklusiven Zugang zum temporären Schwimmbecken vor dem Theater zu gewähren. Damit werde nur das Berliner Antidiskriminierungsgesetz ausgeführt, so Lilienthal. Das gebiete geschützte Räume für Menschen mit Diskriminierungserfahrung."Wir fanden das eine Superidee, dass schwarze Kinder und Jugendliche einen Tag im Bad verbringen können und dass sie Berlin-Mitte für sich besetzen, wo sie das Bild im Bad und im Bezirk eben nicht prägen und so auch einen Weg in diese repräsentativen Räume finden."

Zur Einordnung der Aktion sagte Lilienthal: "Es war ein bisschen unglücklich mit 'exklusiv' formuliert, weil bei der Anmeldung wurde nur gefragt, ob man sich der Black Community 'zugehörig' fühlt." Er erklärte, durch "den Riesen-Shitstorm der rechten Blogger und die Kampagne der Springerzeitungen von Nios hat EOTO jetzt die Veranstaltung abgesagt": "Die Traumatisierung, die Kinder und Jugendliche erfahren könnten auf dem Weg in das Bad, können wir nicht verhindern und das kann man Kindern und Jugendlichen nicht zumuten."

Bad seit knapp einer Woche vor der Volksbühne

Neben Eoto ist das Bad an anderen Tagen zum Beispiel für den Verein Gangway-Crew, der Straßensozialarbeit mit jugendlichen und erwachsenen Menschen macht, oder den Verein Flussbad Berlin, der die Aufhebung des pauschalen Badeverbots in der Spree fordert, reserviert.

Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Schwimmbecken, das sogenannte "Volksbad". Der Eintritt ist kostenlos. Weil es Probleme mit den Duschen gibt, ist das Volksbad seit Dienstag geschlossen. Laut Programmvorschau soll es am Freitag wieder öffnen.

Sendung: rbb24 Abendschau , 14.08.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Abendschau, 14.08.2026, Samira El Hattab

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