Was passiert, wenn in einem amerikanischen Vorort der 1980er-Jahre Dinosaurier auftauchen, zeigt "The End of Oak Street". Regisseur David Robert Mitchell lasse den Alltag und das Unfassbare aufeinanderprallen, sagt Kinokritikerin Anna Wollner im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich. Das gelinge jedoch nur zum Teil.
Das Setting scheint vertraut zu sein und vermittelt "eine absolute Idylle", sagt die Filmexpertin: Kinder fahren mit BMX-Fahrrädern auf der Straße, Wäsche hängt zum Trocknen an der Leine und in den Garageneinfahrten stehen die "klassischen Familienkutschen". Doch schon bald merkt man, dass etwas nicht stimmt: "Schatten huschen durchs Bild und leere Vorgärten wirken plötzlich bedrohlich." Der Film zeige, wie unheimlich ganz alltägliche Bilder werden können. Das sei eine Stärke von David Robert Mitchell, sagt die Kinokritikerin. Deshalb sei sie ein großer Fan von ihm.
"The End of Oak Street" - ein gut gemachter Dinosaurier-FilmDer Film ist kein neuer "Jurassic Park", aber er überzeugt nach Meinung von Anna Wollner durch eine ziemlich realistische Darstellung der Dinosaurier. Gefieder und Bewegungen erinnerten an Emus und Strauße. Bedrohlich wirkten die Tiere durch Narben und abgebrochene Zähne. "Dadurch ist der Film teilweise sehr heftig. Das ist kein harmloses Dino-Abenteuer für die ganze Familie." Wer allerdings neben Dinosaurier-Gruseloptik auch gute Situationskomik mag, komme im Kino auf seine Kosten. "Die Mischung aus Schrecken und absurdem Humor funktioniert für mich am besten", findet die Filmexpertin.
Warum "The End of Oak Street" nicht vollständig überzeugt"The End of Oak Street" ist für Kinokritikerin Anna Wollner ein "unterhaltsamer, stellenweise richtig spannender und auch überraschend lustiger Kinofilm." Allerdings tauchten zu viele bekannte Horrormotive auf. Das amerikanische Genre-Kino der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre sollte wiederbelebt werden. Dafür stehe auch J. J. Abrams als Produzent, der seit "Super 8" immer wieder versucht, das Steven Spielberg-Gefühl zurückzuholen.
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Deshalb ist die Filmexpertin nicht vollständig überzeugt. "Gerade weil ich David Robert Mitchell so mag", sagt Anna Wollner, "hätte ich mir gewünscht, dass er sich ein bisschen weniger auf das Kino seiner Kindheit verlässt und ein bisschen mehr auf seine eigene - sehr besondere - Handschrift."