Der TSV Essingen dreht gegen den VfR Aalen einen 0:2-Rückstand und gewinnt das Testspiel mit 4:2. Entscheidend ist die Phase vor und nach der Pause.
Stand: 18.07.2026, 17:00 Uhr
Von: Tim Abramowski

Der TSV Essingen dreht gegen den VfR Aalen einen 0:2-Rückstand und gewinnt das Testspiel mit 4:2. Entscheidend ist die Phase vor und nach der Pause.
Essingen. Der TSV Essingen hat gegen Regionalligist VfR Aalen die passende Antwort auf eine schwierige Anfangsphase gefunden. Nach einem 0:2-Rückstand drehte der Oberligist das Testspiel in der Carento-Arena noch in einen 4:2 (2:2)-Erfolg und nutzte dabei vor allem die Minuten unmittelbar vor und nach der Pause gnadenlos aus.
Ein starker VfR-StartZunächst hatte der Regionalligist die Partie klar im Griff. Der VfR Aalen setzte Essingen mit hohem Pressing und viel Tempo unter Druck, gewann zahlreiche Zweikämpfe und ließ den Gastgeber kaum in sein gewohntes Kombinationsspiel kommen. „Die ersten Minuten waren überragend von Aalen. Das war Wahnsinn, mit welchem Tempo sie gespielt haben“, sagte Essingens Trainer Simon Köpf. Seine Mannschaft habe in dieser Phase zu wenig Mut gezeigt und den Ball zu schnell wieder verloren.
VfR führt mit 2:0Die Überlegenheit des Regionalligisten spiegelte sich schließlich auch im Ergebnis wider. Sean Seitz brachte Aalen in der 30. Minute in Führung, acht Minuten später erhöhte Dean Melo auf 2:0. Aus Sicht Köpfs wäre zu diesem Zeitpunkt sogar ein höherer Rückstand möglich gewesen. „Wenn Aalen zur Halbzeit 3:0 oder 4:0 führt, hätte sich niemand beschweren können“, meinte der Essinger Trainer.
Der Ausgleich fällt noch vor der PauseMit zunehmender Spielzeit fand Essingen jedoch besser in die Begegnung. Der Oberligist fand nun häufiger spielerische Lösungen gegen das Aalener Pressing und kam selbst zu gelungenen Kombinationen. Der Anschlusstreffer fiel in der 44. Minute: Nach einem Angriff über die linke Seite wurde Gökalp Kilic in die Tiefe geschickt und schob überlegt zum 1:2 ein. Nur wenig später nutzte David Braig einen weiteren gut vorgetragenen Angriff zum 2:2-Halbzeitstand (45.). „Erst als wir mutiger geworden sind, hat man gesehen, dass wir Fußball spielen können“, sagte Köpf.
Essingen jubelt erneutDirekt nach dem Seitenwechsel drehte Essingen die Partie vollständig. Nach einer längeren Ballbesitzphase spielte sich der TSV bis vor das Aalener Tor durch, wo David Braig einen Querpass nur noch zum 3:2 verwerten musste (46.). Nur sechs Minuten später legte die Heimelf nach. Nach einem Angriff über die rechte Seite fand die Hereingabe am langen Pfosten Jannik Pfänder, der den Ball zum 4:2 über die Linie drückte (52.). „Alle vier Treffer waren gut herausgespielt“, freute sich Köpf.
Essingens Kapitän Janik Wiedmann sah den Unterschied vor allem darin, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel deutlich konsequenter Fußball spielte. „Wir haben uns getraut, die Ketten zu überspielen und einfache Lösungen gefunden. Dadurch sind wir besser ins Spiel gekommen und haben unsere Angriffe sauber ausgespielt“, erklärte der Kapitän. Zudem habe die Mannschaft defensiv kompakter gestanden und sich gegenseitig besser unterstützt.
Zufrieden mit den ersten 45 MinutenAalens Trainer Beniamino Molinari war trotz der Niederlage mit dem ersten Durchgang weitgehend einverstanden. „Die ersten 45 Minuten waren richtig gut. Wir haben viele Zweikämpfe gewonnen und verdient 2:0 geführt“, sagte er. Die beiden Gegentreffer unmittelbar vor der Pause hätten seiner Mannschaft jedoch den Schwung genommen. Nach dem Seitenwechsel habe vor allem die Präsenz in den Zweikämpfen gefehlt. „Wir haben viele 50:50-Bälle verloren. Das war der größte Unterschied.“
Auch Dean Melo ordnete das Ergebnis nüchtern ein. Der Aalener Offensivspieler sprach von zwei unterschiedlichen Halbzeiten. „Wir haben in der ersten Halbzeit vieles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Nach der Pause hat Essingen das gut gemacht und wir waren nicht mehr so griffig.“
Für beide Mannschaften lieferte die Partie wertvolle Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung. Während Essingen nach einer schwierigen Anfangsphase zeigte, dass es auch gegen einen klassenhöheren Gegner spielerische Lösungen finden kann, nahm der VfR Aalen vor allem die überzeugenden ersten 40 Minuten als positives Signal mit. Beide Trainer waren sich einig, dass das Ergebnis in einem Testspiel zwar zweitrangig ist, die Partie aber wichtige Hinweise für die verbleibenden Wochen bis zum Saisonstart geliefert hat.
Die StatistikTSV Essingen, Startaufstellung: Weisheit - Auracher, Wiedmann, Koci, E. Kilic, Spitzlberger - Schelhorn, Pfänder, G. Kilic - Groiß, Braig
VfR Aalen, Startaufstellung: Otto - Barth, Odabas, Schaupp, Grötzinger - Kahriman, Gaudino, Melo, Seitz, Kindsvater - Antlitz
Tore: 0:1 Seitz (30.), 0:2 Melo (38.), 1:2 G. Kilic (44.), 2:2, 3:2 Braig (45. und 46.) 4:2 Pfänder (52.).
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