Mit dem Festival „Claiming Common Spaces“ – einer Kooperation mit dem Tanzhaus NRW – öffnet das FFT nach der Sommerpause am 10. September wieder seine Pforten für die Spielzeit 2026/ 2027.
Zum Eröffnungsfestival kommen am 10. September Fragmente der verschollenen Oper „Sieg über die Sonne“ zur Aufführung.
Foto: Siim VahurDüsseldorf · Mit dem Festival „Claiming Common Spaces“ – einer Kooperation mit dem Tanzhaus NRW – öffnet das FFT nach der Sommerpause am 10. September wieder seine Pforten für die Spielzeit 2026/ 2027.
Das Bündnis Internationaler Produktionshäuser war zuletzt von Fördermittelstreichungen durch Bund und Länder massiv betroffen. Mit dem Festival „Claiming Common Spaces“ will der Verbund, zu dem das FFT und das Tanzhaus NRW gehören, zeigen, wie wichtig der Erhalt der Kooperation ist.
Unter dem Motto „Shift the Vibe“ starten FFT und Tanzhaus gemeinsam am Donnerstag, 10. September, in die neue Spielzeit. Vier Tage lang erwarten das Publikum Performances, Tanz, Talks und Partys.
Zum Auftakt kommt mit „Sieg über die Sonne“ eine verschollene Oper wieder zur Aufführung. Vor mehr als 100 Jahren war die Premiere ein Skandal. Der Inhalt galt als zu radikal für die damalige Zeit, und die Oper wurde abgesetzt. Denn eine Gruppe von Avantgardisten wollte mit allen Konventionen brechen, eine provozierende Zukunftsvision präsentieren, die eine Welt ohne Zentrum durchspielt. Das Performance-Kollektiv Showcase Beat Le Mot hat diese Gedanken aufgenommen und eine europäische Zusammenarbeit ins Rollen gebracht, um Fragmente von „Sieg über die Sonne“ (20 Uhr) gemeinsam mit dem FFT-Publikum wiederzubeleben.
Am 11. September stehen zwischen 12 und 17 Uhr im Foyer mit „Die Kunst der Gemeinschaft“ künstlerische Begegnungsformate im Mittelpunkt des Programms. Dazu öffnet die Hamburger Migrantpolitan-Initiative Hools of Fashion einen Secret Shop im FFT-Foyer: Street-Couture mit politischem Anspruch und einer Prise Anarchie.
Die Frauen des Arabischen Thementischs aus Berlin-Kreuzberg präsentieren ihren Film „Durch unsere Augen“. Darin erzählen sie ihre eigenen Geschichten – als Autorinnen, Regisseurinnen und Gestalterinnen von Bild und Ton.
Beim Konrad-Lunch auf dem Vorplatz des FFT geht es um den Austausch mit Akteuren des Stadtteil-Lunches der WerkStadt in Essen-Katernberg.
Im Anschluss gibt es ab 18 Uhr eine Präsentation von Magda Szpecht. Angesichts von Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen stellt sie in „Staging Evidence: Art in Times of Hybrid War“ die Frage nach einer künstlerischen Verantwortung. Weniger offensichtlich sind die Auswirkungen des hybriden Kriegs auf die Empathiefähigkeit und damit auf die Grundlagen demokratischer Gemeinwesen. Szpecht fragt: Was bedeutet das für ein der Aufklärung verpflichtetes Theater? Bei allen vier Veranstaltungen ist der Eintritt frei.
Karol Filo und Mike Dele Dittrich Frydetzki setzen sich mit ihrer Doppel-Solo-Performance „Non-Violent Bodies“ und „East German Fragilities“ am 12. September ab 14 Uhr aus zwei Perspektiven mit Gewalt auseinander. Der eine schaut dabei auf Tschechien in den 1990er-Jahren, der andere auf Ostdeutschland während der Wendezeit.
Info Termine des Festivals und Tickets unter www.fft-duesseldorf.de und www.tanzhaus-nrw-de.