Die Ausstellung „Bergwelten – wo die Erde den Himmel berührt“ in Bernau zeigt Werke der Lörracher Künstlerin: Öl auf Metallplatten und Fotokunst. Die Künstlerin erhielt den „naturenergie-Förderpreis“.
Aus der Ferne könnte man Simone Litschkas Gemälde fast für Schwarz-Weiß-Fotografien von Berglandschaften halten: Alpine Berggipfel mit spitzen Zacken, immer weiß, schneebedeckt. Aus der Nähe betrachtet fällt ein leichter Blaustich auf und, dass es sich um Ölfarbe handelt und zwar auf Aluminiumplatten.
Anders als bei der Leinwand kann die Farbe hier nicht aufgesaugt, dafür aber korrigiert werden. Die Kombination von Ölfarbe und Metallplatte sorgt außerdem für einen silbrigen Schimmer – und nicht nur das: „Die Platte reflektiert. Der Betrachter spiegelt sich auch selbst darin, auch ich als Künstlerin spiegele mich beim Prozess. Die Veränderung des Lichts wird in ganz besonderer Weise zurückgeworfen“, sagt die Künstlerin.
Die Berge sind das LieblingsmotivSimone Litschkas Werk dreht sich um die Natur. Berge haben es der 54-Jährigen von klein auf angetan. Geboren ist sie in Mannheim, aber dann in Hasel im Südschwarzwald aufgewachsen. Zu den Schweizer Alpen war es nicht weit. Nach dem Abitur und noch vor dem Kunststudium kamen Reisen in die Berge Russlands und Kirgistans hinzu.
Typisch für ihre Werke ist eine gewisse Unschärfe, als ob ein Schleier über den Bildern liegen würde: „Zum Beispiel durch Nebel oder eine Bewegung im Wasser. Ich mag dieses Wechselspiel zwischen dem Greifbaren und dem, was sich dem Auge entzieht“, so Litschka.
Schlüsselmoment bringt sie zum FotografierenEin Raum der Ausstellung im Bernauer Hans-Thoma-Museum ist Litschkas Fotoserie „Lichtspiegelungen“ gewidmet. Inspiriert zum Fotografieren hat sie Anfang der 2000er-Jahre, als sie in Berlin studiert und dort auch ihr Atelier hatte, ein Schlüsselerlebnis, als sie sich in ihrem eigenen Bild spiegelte.
„Dieser Moment hat mich sehr fasziniert. Denn ich war die Malerin, den Pinsel noch in der Hand, gleichzeitig das Modell, aber auch der Betrachter von diesem Bild.“, sagt Litschka. Sie habe sich die Kamera geschnappt und angefangen zu dokumentieren, wie sie an diesem Bild arbeitete und gleichzeitig darin erschien.
Die Berglandschaften sind keine konkreten Abbilder
Die Freiburger Kunsthistorikerin Antje Lechleiter brachte das in ihrer Laudatio auf die Preisträgerin so auf den Punkt: „Simone Litschka malt keine Orte, sondern das was sie mit uns machen.“ Und tatsächlich: So vertraut die Berglandschaften den Betrachtenden auch vorkommen mögen, sie sind keine Abbilder konkreter Landschaften.
Simone Litschkas Schlüsselerlebnis im Berliner Atelier griff Antje Lechleiter ebenfalls auf:
„Sie malt mit der Kamera und fotografiert mit dem Pinsel.“ In ihrer Malerei würde das ebenso wie in ihrer Fotoserie deutlich.
Für diese „Lichtspiegelungen“ hat Simone Litschka ihre glänzenden und spiegelnden grün-blauen Landschaftsgemälde fotografiert. Aber eben nicht drinnen, sondern draußen, um die Spiegelungen einzufangen, die das Sonnenlicht bestimmt.
„Diese Bilder habe ich auch mitgenommen und habe Landschaften, Personen, auch Architektur, darin spiegeln lassen. Wenn der Moment genau richtig ist und der Lichteinfall stimmt, entsteht ein Bild, was sozusagen ich und das Licht gemeinsam gemalt haben.“