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Analyse: Wie Spielplätze entstehen und saniert werden

Дата публикации: 15-08-2026 11:28:00




Im Trend liegen unter anderem Kletter- und Spiellandschaften



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Analyse Wie Spielplätze entstehen und saniert werden

Wuppertal · Im Trend liegen unter anderem Kletter- und Spiellandschaften

Der Spielplatz Loher Straße ist gerade erneuert worden.

Foto: Anna Schwartz/ANNA SCHWARTZ

Im laufenden und kommenden Jahr wird die Stadt Wuppertal etwa 8,2 Millionen Euro in Neubau, Sanierung und Aufwertung von 41 Kinderspielplätzen investieren. Doch wie viel planerische Arbeit steckt eigentlich hinter einem neuen Spielplatz oder der Sanierung eines bestehenden? Darüber gibt Viola Wessler, städtische Fachbereichsleiterin Jugend und Freizeit, Auskunft.

Die Handlungsschritte

Grundlegend lassen sich acht Handlungsschritte feststellen: Zunächst werden Bedarf und Zustand erfasst. Alle Spiel- und Bolzplätze werden regelmäßig gepflegt und überprüft, dabei wird auch der Zustand erfasst, erklärt Wessler. „Wichtige Aspekte sind der Zustand der Spielgeräte, der Spielwert, die Lebensdauer der jeweiligen Spielgeräte und die Verkehrssicherheit.“ Anhand verschiedener Kriterien werden die Spielplätze der Stadt fachlich bewertet und priorisiert, dabei werden auch Kinderzahlen, Sozialdaten und die Versorgung im Quartier berücksichtigt. Dann folgt die Klärung der Finanzierung aus Haushalts-, Bezirksvertretungs- und Fördermitteln, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die konkrete Planung, bei der noch Änderungen vorgenommen werden können, Abstimmung und Vergabe, Umsetzung und Abnahme und schließlich die Unterhaltung des Spielplatzes.

Die Mitwirkenden

„Zahlreiche Menschen und Institutionen wirken je nach Umfang an einem Spielplatzprojekt mit“, erklärt Wessler. Das ist zum einen die Pädagogische Spielplatzplanung (Ressort 208 Kinder, Jugend und Familie – Jugendamt), die Freiraumplanung, die Unterhaltung (beide Ressort 103 Grünflächen und Forsten), Kinder und Jugendliche aus den jeweiligen Quartieren, gegebenenfalls soziale Einrichtungen, Schulen und Vereine, die Politik, zum Beispiel die Bezirksvertretungen und je nach Maßnahme Jugendhilfeausschuss oder Stadtrat. Zudem beteiligt sind die städtische Kämmerei, die Vergabestelle sowie weitere Verwaltungsbereiche, gegebenenfalls Fördermittelgeber, Hersteller und Fachfirmen sowie die ausführenden Bauunternehmen. Die Beteiligung der jeweiligen Akteure hängt jedoch von Art und Umfang des Projekts ab, erklärt Wessler. Auch sind nicht alle gleichzeitig beteiligt, sondern in unterschiedlichen Phasen der Umsetzung.

Die Bedarfsermittlung

„Der Bedarf wird anhand verschiedener Faktoren im Rahmen einer Sozialraumanalyse betrachtet“, erklärt Viola Wessler. Entscheidende Rollen spielen Anzahl und Altersstruktur der Kinder, die bereits vorhandenen Spielplätze und deren Erreichbarkeit, Qualität und Spielwerte der dort vorhandenen Angebote sowie deren Alter, Zustand und Verkehrssicherheit.

Anhand des Sozialdatenatlas der Stadt wird die soziale Situation des jeweiligen Quartiers ermittelt und die zukünftige Entwicklung des Quartiers berücksichtigt. Auch Hinweise aus den Bezirksvertretungen, der Bevölkerung sowie der laufenden Unterhaltung fließen mit ein. „Die Informationen werden zusammengeführt, um den Handlungsbedarf und die Priorität einzelner Spielplätze zu bestimmen.“

Die Rolle der Jugend

„Die Kinder und Jugendlichen werden als zukünftige Nutzerinnen und Nutzer aktiv beteiligt“, erklärt Viola Wessler. Allerdings planen sie den Spielplatz nicht selbst, „geben aber wichtige Impulse für die Gestaltung“. Sie werden nach ihren Wünschen und Ideen gefragt. Durchgeführt wird die Beteiligung vom Fachbereich Jugend und Freizeit. Die Gesamtkoordination und Verantwortung liegt bei der Pädagogischen Spielplatzplanung. Mit in die Planung und Gestaltung einbezogen werden sollen Kinder, die im direkten Umfeld leben. Auch achte man darauf, die dort ansässigen Schulen und Kindergärten mit einzubinden.

Vor allem aufgrund finanzieller und fachlicher Rahmenbedingungen kann nicht jeder Wunsch umgesetzt werden. Berücksichtigt werden unter anderem Sicherheit, Barrierefreiheit, Platzverhältnisse, Kosten, Pflege und technische Vorgaben.

Die Priorisierung

Die aktuelle Einschätzung der Spielplätze in Bezug auf Zustand, Spielwert, Lebensdauer der Spielgeräte und Verkehrssicherheit dient als Ausgangslage für die Priorisierung. „Als wichtiges Planungsinstrument für eine weitere Priorisierung hat sich der Spielflächenbedarfsplan bewährt“, sagt Wessler. „Neben einer umfassenden Bestandsanalyse enthält er eine Prioritätensetzung hinsichtlich des Handlungsbedarfs auf Grundlage der sozialen Situation von Kindern und Jugendlichen (Sozialindikatoren), eine durchschnittliche Benotung der Kinderspielplätze nach Quartieren (die Plätze erhalten Schulnoten von 1 bis 6) sowie die Bedarfsdeckung des jeweiligen Quartiers nach Quadratmetern.“

Die aktuellen Trends

Aktuell gehe der Trend zunehmend von einzelnen Standardgeräten hin zu vielfältigen Spiel- und Bewegungslandschaften, weiß Viola Wessler. Besonders gefragt sind demnach multifunktionale Kletter- und Spiellandschaften, Seil- und Netzstrukturen, eine naturnahe und ins Umfeld passende Gestaltung, Angebote zum Klettern, Balancieren, Hangeln und Schwingen, Spielangebote, die zum Rollenspiel anregen, Wasser- und Ballspielflächen, Spielangebote für verschiedene Altersgruppen sowie inklusive und gemeinsam nutzbare Angebote. „Einzelgeräte wie Rutsche, Schaukel oder Wippe werden dadurch nicht grundsätzlich unbeliebt“, sagt Wessler. „Sie werden jedoch zunehmend in größere und abwechslungsreiche Spielkonzepte integriert.“

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