Ein vermeintlich wertloses Lottolos landet fälschlicherweise im Müll. Nun darf eine zweifache Mutter aus Wales den Millionengewinn nach wochenlangem Bangen doch noch beanspruchen.
Ein vermeintlich wertloses Lottolos landet fälschlicherweise im Müll. Nun darf eine zweifache Mutter aus Wales den Millionengewinn nach wochenlangem Bangen doch noch beanspruchen.
Kath Main (46) aus dem walisischen Pontypridd darf sich nach einer nervenaufreibenden Wartezeit über einen warmen Geldregen freuen. Der zuständige Lotteriebetreiber hat entschieden, ihr einen Gewinn von zwölf Millionen Pfund (rund 14 Millionen Euro) auszuzahlen, obwohl das Originallos nicht mehr existiert.
Wie unter anderem die britische Zeitung „The Independent“ berichtet, hatte ein Ladenbesitzer das Ticket versehentlich entsorgt. Da die Frist für theoretische andere Anspruchssteller bald abläuft, steht der Auszahlung nun kaum noch etwas im Weg.
Das Missgeschick geschah in einem Geschäft im südwalesischen Abercynon, wo die Mutter der Gewinnerin das Ticket überprüfen lassen wollte. Der dortige Scanner signalisierte jedoch keinen Gewinn, weshalb das Papier direkt im Abfalleimer landete.
Erst später bemerkte die Familie, dass die gezogenen Zahlen exakt mit ihren langjährigen Glückszahlen übereinstimmten. Um den Anspruch ohne das physische Los zu beweisen, reichte die Betroffene beim Lotteriebetreiber Allwyn Kaufbelege und private Aufnahmen von Überwachungskameras ein. Nach einer einmonatigen Untersuchung bestätigte das Unternehmen schließlich die Echtheit des Anspruchs.
Ein Sprecher des Betreibers betonte die Ausnahmeregelung des Unternehmens bei verlorenen Spielscheinen. „Wir sind die einzige große Lotterie, die eine Auszahlung in Betracht zieht, selbst wenn der Gewinner sein Los verloren hat. Die von uns durchgeführte Untersuchung soll sicherstellen, dass der Anspruch vom rechtmäßigen Inhaber des Loses geltend gemacht wird“, erklärte das Unternehmen gegenüber „The Independent“.
Laut dem Gambling Survey for Great Britain (GSGB) haben knapp die Hälfte (47 Prozent) der Erwachsenen in Großbritannien in den vergangenen vier Wochen irgendeine Form von Glücksspiel betrieben – ohne reine Lotterieteilnehmer waren es 27 Prozent. Online-Spiele lagen vor Präsenzangeboten, vor allem wegen Lotteriekäufen. Die häufigsten Motive waren die Chance auf einen großen Gewinn, Spaß und Geldverdienen.
Auch in Deutschland ist die Teilnahme an Glücksspieen hoch. Im Glücksspiel-Survey 2025 mit 12.340 Befragten in Deutschland gaben 36,4 Prozent an, in den letzten zwölf Monaten an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Männer spielten dabei häufiger als Frauen. Am beliebtesten waren Lotto 6aus49 und der Eurojackpot. 7,5 Prozent der Befragten nutzten riskante Spielformen wie Automaten oder Sportwetten.
Von den Befragten zeigten 5,5 Prozent ein riskantes Spielverhalten und 2,2 Prozent eine Glücksspielstörung – bei Männern lag der Anteil bei 3,2 Prozent, bei Frauen bei 1,1 Prozent.
Besonders hohe Störungsraten fanden sich bei virtuellen Automaten, Glücksspielautomaten und Live-Sportwetten. Im Vergleich zu den Erhebungen 2021 und 2023 blieben die Haäufigkeiten der Spielsucht und das Spielverhalten weitgehend stabil, während die Zustimmung zu Maßnahmen des Jugend- und Spielerschutzes weiter anstieg.