Am Schwarzen Meer suchen Millionen Russen Erholung, doch Drohnenalarme, Treibstoffprobleme und ausbleibende Gäste zeigen, wie der Krieg den Alltag erreicht.
Am Schwarzen Meer suchen Millionen Russen Erholung, doch Drohnenalarme, Treibstoffprobleme und ausbleibende Gäste zeigen, wie der Krieg den Alltag erreicht.
Der Krieg gegen die Ukraine wirkt sich zunehmend auf Russlands Tourismus aus. An der Schwarzmeerküste müssen Urlauber mit Drohnenalarmen, Sicherheitswarnungen und Problemen bei der Benzinversorgung rechnen.
Trotz der angespannten Lage reisen weiterhin viele Menschen in Badeorte wie Anapa. Reuters berichtet, dass Sicherheitsfragen für Touristen inzwischen ein fester Bestandteil der Urlaubsplanung geworden sind.
Die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“ berichtet von einer ungewöhnlichen Urlaubssaison: Über den Liegestühlen ziehen Raketen und Drohnenwarnungen hinweg, an manchen Stränden werden Ölspuren und tote Delfine gemeldet. Trotzdem bleiben viele Besucher, weil das Meer warm ist und die Preise teilweise gesunken sind.
Viele Urlauber schauen inzwischen vor der Reise nach, ob es in der Region zuletzt Angriffe gab, und behalten auch während ihres Aufenthalts die Warnmeldungen auf dem Handy im Blick. Bei der Recherche von Reuters an der russischen Schwarzmeerküste gingen mehrfach Warnungen vor möglichen Angriffen ein. Zudem waren während des Aufenthalts zweimal Luftalarmsirenen zu hören.
Viele Badegäste reagieren laut dem Bericht kaum noch auf die Alarme. In mehreren russischen Regionen seien solche Warnungen inzwischen Alltag. Gleichzeitig belastet die unsichere Lage die Tourismusbranche.
Hotels und Restaurants verzeichnen teilweise deutlich weniger Gäste. Betreiber berichten von einer schwierigen Saison und kurzfristigeren Buchungen. Einige Unternehmen kommen besser durch den Sommer, insgesamt bleibt die Nachfrage jedoch schwankend.
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Besonders betroffen ist die von Russland annektierte Krim. Nach Angaben des russischen Tourismusverbands wurden dort bis Ende Juni rund eine Million Reisen abgesagt.
Als Gründe werden unter anderem Angriffe auf die Energieversorgung und die Sicherheitslage genannt. Auch die Benzinversorgung bereitet Probleme: Laut Reuters haben Angriffe auf russische Raffinerien zu Engpässen geführt.
Viele Reisende entscheiden sich deshalb für Urlaubsziele im Ausland. Bei Pauschalreisen waren laut Reuters zuletzt vor allem die Türkei und Ägypten gefragt.
Der Betrieb an der Schwarzmeerküste geht dennoch weiter. Strände, Hotels und Restaurants bleiben geöffnet, viele Russen verzichten trotz der Risiken nicht auf ihre Ferien.
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