Mini-Wäschetrockner sollen Platz sparen – aber trocknen sie auch ordentlich? Wir haben den Amazon-Bestseller von Homcom im Alltag getestet.
Der Homcom soll auf kleinem Raum trocknen wie ein großer Wäschetrockner. Bei größeren Teilen wie Bettwäsche braucht er allerdings etwas Unterstützung.
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Mini-Wäschetrockner sollen Platz sparen – aber trocknen sie auch ordentlich? Wir haben den Amazon-Bestseller von Homcom im Alltag getestet.
Der Homcom Mini-Wäschetrockner überzeugt bei kleinen und normalen Wäscheladungen mit guter Trocknung, einfacher Bedienung und moderaten Stromkosten. Bei Bettwäsche und dicken Handtüchern verlangt die kleine Trommel allerdings Mithilfe. Insgesamt reicht es für ein knappes "gut".
Pro
Kontra
Der Homcom Mini-Wäschetrockner ist klein genug für enge Wohnungen, soll aber trotzdem ordentlich Wäsche wegschaffen: Mit 49×43×61 Zentimetern ist er deutlich kompakter als ein Wäschetrockner in Standardgröße, bringt rund 18 Kilogramm auf die Waage und soll bis zu 5 Kilogramm feuchte Wäsche pro Ladung trocknen. So schlug er sich im Praxis-Test.
Beim Homcom handelt es sich um einen Ablufttrockner. Er saugt Luft aus dem Raum an, erhitzt sie und führt sie durch die nassen Textilien. Die aufgenommene Feuchtigkeit verlässt das Gerät anschließend zusammen mit der erwärmten Luft über den Auslass auf der Rückseite.
Ein Wärmepumpentrockner nutzt ein anderes Prinzip. Dort zirkuliert die Luft weitgehend im Gerät: Feuchtigkeit wird entzogen und vorhandene Wärme erneut verwendet. Das spart Energie, macht die Technik aber komplexer. Beim einfachen Abluftprinzip des Homcom gelangt die warme und feuchte Luft dagegen in die Umgebung, sofern sie nicht nach draußen geführt wird. In Innenräumen ist regelmäßiges Lüften daher wichtig.
Getestet haben wir die Variante B61-010V90GY. Der Frontlader besitzt eine Edelstahltrommel, ein Display und berührungsempfindliche Bedientasten. Der Hersteller spricht von sechs Trockenprogrammen beziehungsweise Einstellungen. Neben "Eco" und "Extra Trocken" stehen verschiedene Zeitvorgaben zur Verfügung. Im Timer-Betrieb sind 40, 50 oder 60 Grad Celsius sowie reines Lüften wählbar. Zudem ändert die Trommel während des Betriebs ihre Drehrichtung, was Falten reduzieren soll.
Wichtig für die Einordnung der Kapazität: Die genannten 3 Kilogramm beziehen sich auf trockene Wäsche. Nach Waschen und Schleudern bringt dieselbe Ladung durch die verbliebene Feuchtigkeit entsprechend mehr Gewicht auf die Waage.
Nach dem Einschalten startet die Auswahl beim Eco-Modus. Die Anleitung sieht dafür 1 bis 3 Kilogramm Wäsche, rund 52 Grad Celsius und maximal 250 Minuten Laufzeit vor.
"Extra Trocken" richtet sich an Ladungen von 2 bis 3 Kilogramm, arbeitet mit ungefähr 56 Grad und kann laut Anleitung bis zu 150 Minuten dauern. Für Jeans empfiehlt Homcom ausdrücklich diese Einstellung.
Alternativ lässt sich die Dauer manuell bestimmen. Dabei kann der Nutzer zwischen 40, 50 und 60 Grad oder einem reinen Luftprogramm wählen.

Eco, Extra Trocken oder Timer: Die wichtigsten Einstellungen sind mit wenigen Fingertipps ausgewählt.
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Einen klassischen Feuchtesensor führt Homcom in der Anleitung nicht auf. Trotzdem liefen "Eco" und "Extra Trocken" in unseren Versuchen teilweise kürzer als die anfangs angezeigte Zeit. Nach welcher Logik das Gerät die Dauer verkürzt, lässt der Hersteller offen.
Zunächst kam eine typische Mischung aus T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Unterhemden und einer kurzen Hose in die Trommel.
Zu Beginn zeigte der Eco-Modus mehr als vier Stunden an. Tatsächlich war der Durchgang bereits nach ungefähr anderthalb Stunden beendet. Das Ergebnis passte: Die Kleidungsstücke fühlten sich vollständig trocken an.
Auch eine weitere kleine Ladung mit Jeans, T-Shirt, Unterwäsche und Handtuch machte einen guten Eindruck. Nach dem ersten Durchgang waren sämtliche Teile bis auf einen leicht feuchten Bereich in der Mitte der Jeans trocken. Nach dem Ausschütteln und einem kurzen zusätzlichen Trockengang war auch die Hose komplett trocken.
Mehr Schwierigkeiten bereitete voluminöse Wäsche. Bei einem Versuch steckten zwei Kissenbezüge, zwei Bettdeckenbezüge, ein großes Bettlaken und ein Handtuch in der Trommel. Direkt nach dem Spülen und Schleudern wog die Ladung ungefähr 4,5 Kilogramm und lag damit unter der beworbenen Grenze von 5 Kilogramm feuchter Wäsche.
Nach zweieinhalb Stunden bei 60 Grad waren das Handtuch und die Kissenbezüge trocken. Bei den größeren Teilen sah es anders aus: Bettdeckenbezüge und Laken waren zwar zu weiten Teilen trocken, in der Mitte zeigten sich aber noch deutlich feuchte Bereiche.
Die Ursache scheint weniger mangelnde Heizleistung als fehlender Platz in der Trommel zu sein. Große Stoffbahnen können sich darin wesentlich schlechter entfalten als in einem Trockner mit Standardabmessungen und liegen schneller übereinander.
Ein Blick in die Anleitung liefert dazu einen wichtigen Hinweis: Homcom empfiehlt bei großen Textilien ausdrücklich, die Tür zwischendurch zu öffnen, die Stücke auszuschütteln und anschließend anders in die Trommel zurückzulegen. Ohne etwas Mitarbeit funktioniert das Trocknen großer Teile also nicht immer gleichmäßig.

Manchmal sitzt das Problem vor dem Gerät: Große Wäschestücke brauchen zwischendurch eine neue Position – sonst können feuchte Stellen bleiben.
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In einem weiteren Durchgang haben wir uns an diese Empfehlung gehalten und die Bettwäsche mehrfach neu verteilt. Dabei bestand die Ladung aus zwei Bettdeckenbezügen, zwei Kissenbezügen und einem großen Spannbettlaken für eine Matratze bis 180×200 Zentimeter. Trocken brachte das Paket etwa 3,3 Kilogramm auf die Waage und überschritt damit bereits die Nennkapazität.
Ganz geschafft hat der Homcom diese Menge nicht: Ein Bettdeckenbezug war zum Schluss noch merklich klamm. Nachdem bereits trockene Teile aus der Trommel entfernt waren, wurde der verbleibende Inhalt allerdings deutlich trockener. Für zwei Bettdeckenbezüge plus großes Laken und Kissen ist die Trommel schlicht knapp bemessen. Mit der beworbenen Angabe "ein Bettwäsche-Set" dürfte daher eher eine kleinere Zusammenstellung gemeint sein, beispielsweise ein Bettdeckenbezug, ein Bettlaken und ein oder zwei Kissenbezüge.
Ähnlich verhielt sich das Gerät mit Frottee. Fünf Handtücher mit zusammen etwa 3 Kilogramm Nassgewicht kamen ins Programm "Extra Trocken". Vor allem bei den größeren Duschtüchern blieben anschließend einzelne Bereiche feucht.
Auch hier dürfte das Trommelvolumen der entscheidende Faktor sein. Dickes Frottee nimmt viel Platz ein und übereinanderliegende Bereiche bekommen weniger warme Luft ab. Bei solchen Ladungen hilft es, den Inhalt zwischendurch aufzuschütteln und neu zu verteilen.
Über mehrere Durchgänge gemittelt kamen wir auf ungefähr 1,3 kWh pro Ladung. Bei einem Beispielstrompreis von 35 Cent je Kilowattstunde sind das rund 46 Cent für einen Trockengang. 100 vergleichbare Durchgänge würden damit etwa 46 Euro Stromkosten verursachen.
Die Leistungsaufnahme bleibt während eines Programms nicht konstant. In Heizphasen steigt sie deutlich, während andere Abschnitte mit erheblich weniger Leistung auskommen.
Zum Vergleich: Ein großer Wärmepumpentrockner kann pro Ladung auf ähnliche oder sogar geringere Stromkosten kommen, nimmt dabei aber normalerweise erheblich mehr Wäsche auf. Bezogen auf 1 Kilogramm Textilien arbeitet die Wärmepumpentechnik damit effizienter. Der Homcom punktet dafür mit seinem deutlich geringeren Platzbedarf und der niedrigeren Einstiegshürde bei der Anschaffung.
Dass der Homcom die Feuchtigkeit nicht sammelt, sondern nach hinten ausbläst, ist im Betrieb deutlich zu spüren. Direkt im Luftauslass haben wir Temperaturen von knapp 50 Grad Celsius gemessen. Die Temperatur im gesamten Raum erhöhte sich nur leicht, subjektiv wirkte die Umgebung während des Betriebs dennoch merklich wärmer.

Heiße Luft ist hier wörtlich gemeint: Am Abluftauslass zeigte das Thermometer knapp 50 Grad Celsius.
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Stärker fiel die Veränderung bei der Luftfeuchtigkeit aus. Sie nahm während des Trocknens merklich zu, weil das Wasser aus den Textilien direkt an die Raumluft abgegeben wird. Gleichzeitig verbreitet sich der typische warme Geruch frisch getrockneter Wäsche. Wer das Gerät in Küche oder Wohnbereich aufstellt, dürfte das schnell bemerken.
Besonders in kleinen oder schlecht gelüfteten Zimmern sollte die zusätzliche Feuchtigkeit nicht dauerhaft im Raum bleiben. Deshalb gilt: Lüftungsschlitze frei halten, den Trockner nicht direkt an die Wand pressen und während beziehungsweise nach dem Betrieb ordentlich lüften. Laut Anleitung kann schlechte Belüftung sogar dazu beitragen, dass die Wäsche nicht vollständig trocken wird.
Als besonders leise erwies sich der Homcom nicht. In unserer offenen Küche blieb das Betriebsgeräusch auch im angrenzenden Zimmer klar wahrnehmbar. Subjektiv bewegte sich die Lautstärke ungefähr auf dem Niveau unserer Waschmaschine – nur hält der Trockner diesen Geräuschpegel über längere Zeit.
Bei der Verarbeitung hinterließ das Testgerät einen ordentlichen Eindruck. Tür und Verriegelung funktionierten sauber, die Trommel wirkte solide und während der Durchgänge blieb der Trockner an seinem Platz.
Auch der Flusenfilter macht die Pflege einfach. Er lässt sich ohne Mühe entnehmen und säubern. Die Empfehlung, ihn nach jedem Einsatz zu kontrollieren, ist sinnvoll: Bereits nach wenigen Ladungen hatte sich sichtbar Material angesammelt.

Kleine Trommel, ordentliche Fusselausbeute: Der Filter ist schnell herausgenommen und ebenso schnell wieder sauber.
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Wird die Tür während des Betriebs geöffnet, stoppt die Trommel nahezu unmittelbar. Gleichzeitig ertönt ein Signal und auf dem Display erscheint "door". Auch die Kindersicherung tat im Test, was sie soll, und blockierte die Bedienelemente. Das Gehäuse erwärmte sich im Betrieb, blieb für uns aber problemlos berührbar.
Der Homcom Mini-Wäschetrockner kann mehr, als seine Abmessungen zunächst erwarten lassen. Normale Kleidung trocknete zuverlässig, die Bedienung ist unkompliziert und mit durchschnittlich rund 46 Cent bleiben die absoluten Stromkosten je Durchgang überschaubar.
Seine Grenzen zeigt das Gerät bei voluminösen Textilien. Große Bettwäsche und dicke Handtücher haben in der kleinen Trommel wenig Bewegungsfreiheit und müssen teilweise während des Programms neu verteilt werden. Wer häufig komplette große Bettwäsche-Ladungen trocknen möchte, ist mit einem ausgewachsenen Gerät besser bedient.
Für kleine Wohnungen sieht die Sache anders aus: Wer im Herbst oder Winter schnell einige Shirts, Unterwäsche, ein Handtuch oder eine Hose trocknen möchte und keinen Platz für einen normalen Trockner hat, bekommt mit dem Homcom eine erstaunlich brauchbare Lösung. Insgesamt reicht das für ein knappes "gut".
HOMCOM
169,90 EUR
Der Hersteller nennt bis zu 5 Kilogramm feuchte beziehungsweise 3 Kilogramm trockene Wäsche. Entscheidend ist nicht nur das Gewicht: Große Bettdeckenbezüge oder Laken können die kleine Trommel schon vorher stark ausfüllen.
Grundsätzlich ja, allerdings sind kleinere Bettwäsche-Ladungen sinnvoll. Große Textilien sollten laut Anleitung während des Programms herausgenommen, ausgeschüttelt und neu verteilt werden. Sehr voluminöse Ladungen können trotzdem stellenweise klamm bleiben.
Unsere Testdurchgänge lagen im Mittel bei rund 1,3 kWh. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde entstehen damit ungefähr 46 Cent Stromkosten je Trockengang.
Ja, allerdings gibt der Ablufttrockner Wärme und Feuchtigkeit direkt an die Umgebung ab. Deshalb sollte während und nach dem Trocknen ausreichend gelüftet werden.
Nein. Für den Betrieb reicht eine geeignete Stromversorgung. Das Wasser aus der Kleidung verlässt den Trockner zusammen mit der feuchten Abluft.
Das Gerät ist während des Betriebs klar wahrnehmbar. In unserer offenen Wohnung war es auch im angrenzenden Raum noch deutlich zu hören.
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