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Der neue Elektro-Stadtflitzer für die letzte Meile

Дата публикации: 28-06-2026 20:13:00

Citroën ë-C3 Van im Fahrbericht: Bis 322 km Reichweite, 730 Liter Laderaum, ab 19.640 Euro netto – was taugt der Elektro-Kleintransporter im Alltag?

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Kleiner Stromer, großer Nutzen: Der ë-C3 Van startet unter 20.000 Euro und will urbane Lieferdienste elektrifizieren.

Es ist wie mit dem Wolf im Schafspelz. Auf den ersten Blick schaut das Gefährt aus wie ein gewöhnlicher Citroën ë-C3. Nur dass es sich bei diesem französischen Stromer um einen Van handelt. Diese Symbiose aus zwei Welten zieht sich durch das ganze Fahrzeug. Der kleine Citroën nutzt wie die Pkw die Stellantis-Smart-Car-Plattform, hat Vorderradantrieb und 83 kW / 113 PS sowie 125 Newtonmeter Drehmoment. Die Energie kommt aus einer LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit 44,2 Kilowattstunden (43,8 netto) beim Standard Range oder 30,3 kWh (29,3 netto) beim Urban Range. Damit kommt der Van maximal 215 (Urban Range) beziehungsweise 322 WLTP-Kilometer weit. Egal, welche Variante man wählt, ein Langstrecken-Kilometerfresser ist der Citroën nicht, aber ein ziemlich passendes Vehikel für Apotheken, Pflegedienste, Kurierfahrten, Servicetechniker oder Lieferdienste, die meistens zwischen Innenstadt, Vorort und Depot pendeln. Eben die vielzitierte letzte Meile. Dass der E-Lastesel als Urban Range mit einem Netto-Preis von 19.640 Euro unter der magischen 20.000-Euro-Grenze bleibt, ist schon mal positiv. Der Standard Range kostet 3.310 Euro mehr.

Citroen auf der Straße

730 Liter unter der Ablage, bis zu 1.220 Liter bis unters Dach – der Laderaum ist praktisch, die Zuladung mit rund 300 kg aber begrenzt. press-inform
Kleinwagen-Format, Lieferwagen-Gedanke

Die Abmessungen des Citroën ë-C3 Van entsprechen denen des Kleinwagens: Das heißt 4,01 Meter lang, 1,81 Meter breit und 1,58 Meter hoch. Damit ist auch klar, dass der Elektro-Van kein monströser Blaumann-Transporter ist, sondern einer für das Gewusel in engen Städten. Letztendlich ein Kleinwagen mit größerem Kofferraum, weil ohne Rückbank. Deshalb sollte man keine Ladewunder erwarten. Hinter den Vordersitzen entsteht eine Fläche von rund 1,130 Metern Länge, 1,006 Metern Breite und 93,5 Zentimetern Höhe. Das ergibt ein Volumen von 730 Litern unterhalb der Ablage und bis zu 1.220 Litern, wenn man den Fast-Kubus bis unter das Dach vollpackt.

Citroen Kofferraum

Trennwand, Gepäcktrenngitter und eingezogene Ebene sorgen für Ordnung – ideal für Pakete, Medikamente oder Servicetaschen. press-inform

Eine Trennwand schützt die Insassen, das Gepäcktrenngitter verhindert fliegende Pakete, die eingezogene Ebene ordnet den Frachtraum. Praktisch ist das vor allem für leichte, eher kleinteilige Ware: Werkzeuge, Ersatzteile, Blumen, Medikamente, Lebensmittelboxen, Paketrollen oder Servicetaschen. Der Haken an dieser Sache ist die Zuladung. Je nach Version sind es knapp 300 Kilogramm, also nicht besonders viel. Das reicht für viele urbane Dienste, aber nicht für den Maurer mit Säcken, Maschinen und Ausrüstung. Der Baustellenarbeiter wird auch über die hohe Ladekante nicht erfreut sein. Der Citroën ë-C3 Van ist eben kein reinrassiger Kastenwagen. Wer Paletten, schwere Kisten oder sperrige Möbel transportieren möchte, greift weiterhin zu Berlingo, Kangoo, Doblò, Caddy oder gleich eine Klasse höher.

Citroen Innenraum

ein Luxus, aber zweckmäßig modern: Head-up-Display, 10,25-Zoll-Touchscreen und kabelloses CarPlay gehören zur Serienausstattung. press-inform
Gut für Pakete, schlecht für Paletten – die Grenzen des Konzepts

Die positive Kehrseite der Medaille ist die Ausstattung und das Fahrverhalten. Denn beides entspricht im Grunde dem der Pkw-Version. Das merkt man auch am Gewicht von rund 1,5 Tonnen. Also reicht die Leistung völlig, vor allem in der Stadt. Auf Autobahnen und Landstraßen ist man mit 11,0 Sekunden von null auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h ausreichend motorisiert. Voll beladen will man nicht durch jede Kurve flitzen. Viel wichtiger ist da schon die Tatsache, dass der Van sowohl die Advanced-Comfort-Sitze als auch die gleichnamigen Stoßdämpfer mit den hydraulischen Anschlägen hat. Beim Fahren macht das keinen Unterschied. Der Citroën ë-C3 Van ist auf Komfort ausgelegt und die Karosserie neigt sich in Kurven. Aber nichts, was einen aus der Ruhe bringt. Schlechte Fahrbahnen, Querfugen, abgesenkte Bordsteine und auch Schlaglöcher verarbeitet die Federn und Dämpfer ordentlich - zumindest im unbeladenen Zustand. Ganz weggebügelt werden diese Unebenheiten freilich nicht.

Citroen von hinten

Bis zu 100 kW DC-Schnellladen in der Standard Range – von 20 auf 80 Prozent in rund 26 Minuten. press-inform
Laden will gelernt sein

Wer schnell von Lieferpunkt zu Lieferpunkt eilt, hat keinen Nerv, sich mit verschiedenen Rekuperationsstärken auseinanderzusetzen. Lupft man das Fahrpedal, schaufelt die Motorbremse Energie in die Akkus. Sobald man sich darauf einstellt, kann man größtenteils auf die Bremse verzichten. Drückt man den C-Knopf unterhalb des Automatikknubbels, ist die Energierückgewinnung schwächer und das Fahrzeug rollt befreiter. Wir bevorzugen diese Einstellung. Der Verbrauch unterscheidet sich mit 16,6 kWh/100 km für den Urban Range und 17,4 kWh/100 km für den Standard Range im Grunde kaum von dem der Pkw-Version. Beim Laden muss man genau hinschauen, was man braucht. Serienmäßig lädt der ë-C3 Van mit 7,4 kW einphasig. Optional gibt es einen 11-kW-Onboardlader. Bei der Standard Range ist DC-Schnellladen mit bis zu 100 kW serienmäßig, womit die Batterie von 20 auf 80 Prozent in etwa 26 Minuten kommt. Beim Urban Range ist das DC-Laden nicht serienmäßig, sondern als 30-kW-Option erhältlich, und diese Option lässt sich laut Preisliste nicht mit dem 11-kW-Onboardlader kombinieren. Also muss man genau wissen, wie und wo der ë-C3 Van eingesetzt wird. Sind es nur Kurzstrecken und kann man das Gefährt über Nacht anstöpseln, reicht oft der Urban Range.

Citroen

Bis zu 215 km im Urban Range, bis zu 322 km in der Standard Range – für die letzte Meile in der Stadt reicht das locker. press-inform
Fast schon opulent

Der Innenraum ist für ein Nutzfahrzeug fast schon opulent. Citroën hat nicht alle Extras gestrichen, sondern stattdessen in der Plus-Basis unter anderem LED-Scheinwerfer, Klimaanlage, Tempomat, Einparkhilfe hinten, Regensensor, elektrische Fensterheber vorn, Verkehrszeichenerkennung, aktiven Spurhalteassistenten, Notbremsassistenten und Aufmerksamkeitsassistenten verbaut. Das Cockpit wirkt nicht edel, aber freundlich. Das kleine Head-up-Display ersetzt den klassischen Instrumententräger und projiziert die wichtigsten Infos in ein schmales Sichtfeld unterhalb der Frontscheibe. Das ist zunächst ungewohnt, funktioniert aber gut, weil der Blick weniger weit von der Straße wandert. Hinzu kommt MyCitroën Play Plus mit 10,25-Zoll-Touchscreen, DAB-Radio, Bluetooth, kabellosem Apple CarPlay und Android Auto. Für ein kleines Nutzfahrzeug dieser Preisklasse ist das ordentlich.

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