Die EU verbietet 2035 alle neuen Verbrenner. Jetzt aber hat ein Polit-Magazin erfahren, wie frustriert einige Politiker offenbar von ihren E-Dienstwagen sind.
Die EU verbietet 2035 alle neuen Benzin-, Diesel- und Hybridfahrzeuge. Jetzt aber hat ein Polit-Magazin erfahren, wie frustriert offenbar einige Politiker bei Dienstreisen von schlechten Reichweiten sind.
Die Uhr tickt für europäische Verbrenner-Fahrer: Die EU verbietet ab 2035 alle Neuwagen mit Benzin-, Diesel, Hybrid- oder Gasantrieb. Nur noch E-Autos und Wasserstoff-Fahrzeuge sind dann erlaubt. Eine Ausnahme für Autos mit synthethischen Kraftstoffen ist möglich, gilt aber durch diverse regulierende Einschränkungen als unrealistisch. Schon vorher, nämlich ab 2030, plant Brüssel einen Quasi-Zwang zur Elektrifizierung bei Dienstwagen. Für die EU gibt es also zur Elektrifizierung des Verkehrs keine Alternative, auch wenn man damit weltweit gegen den Trend fährt. So haben zum Beispiel weder China noch die USA ein Verbrenner-Verbot.
Wie das Magazin „Politico” und die „Bild” berichten, erleiden aber nun gerade einige EU-Politiker einen Realitäts-Schock. „Die Elektro-Dienstwagen der EU-Kommissare schaffen die rund 440 Kilometer lange Strecke zwischen den Standorten Brüssel und Straßburg laut Mitarbeitern mehrerer Kommissarsbüros oft nicht ohne Zwischenstopp. Deshalb gehört eine Ladepause in Luxemburg offenbar mittlerweile zum Alltag”, berichtet die „Bild”. Aus der ohnehin langen Fahrt von rund fünf Stunden werde so ein noch zäherer Trip, sagten Mitarbeiter aus insgesamt acht Kabinetten. Der Frust darüber sei groß, heißt es bei „Politico”.
„Bis 2027 soll die gesamte Flotte mit 128 Fahrzeugen emissionsfrei sein. Derzeit fahren rund 80 Prozent der Wagen elektrisch”, so die „Bild”. Emissionsfrei bedeutet in diesem Fall übrigens nur, das am Auspuff keine Emissionen entstehen. Denn die tatsächliche Emissionsbilanz eines E-Fahrzeugs, sowohl beim CO2 als auch bei Schadstoffen, hängt von der Bilanz der Stromproduktion ab.
Den Vorschlag, durch langsames Fahren die Reichweite zu erhöhen, haben laut Medienberichten Politiker bereits abgelehnt: Dann steige die Reisezeit auf bis zu sieben Stunden. Eine Zugfahrt als Alternative wiederum sei nicht sinnvoll, weil dort keine vertraulichen Gespräche geführt werden könnten.
Immerhin können sich die EU-Politiker trösten: Modernere E-Autos von BMW, Mercedes oder Tesla kratzen bei der Reichweite mittlerweile an der 800 km-Marke. Ein Stromer wie der BMW iX3 kommt bei einem Autobahn-Tempo von 120 bis 150 km/h in der Praxis schon rund 500 Kilometer weit, würde die Strecke Straßburg-Brüssel also schaffen.
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