US-General Ben Hodges befürchtet, dass Trump bei den Midterms Wahlmanipulationen „wie in der Dritten Welt” betreiben könnte. Wegen der hohen Militärpräsenz in Washington ist er beunruhigt.
US-General Ben Hodges befürchtet, dass Trump bei den Midterms Wahlmanipulationen „wie in der Dritten Welt” betreiben könnte. Wegen der hohen Militärpräsenz in Washington ist er beunruhigt.
„Es ist ein peinlicher Vorfall, was der Präsident der USA auf diese Weise gemacht hat“, erklärt der ehemalige US-General Ben Hodges bei „Maischberger“. Offenbar gingen die US-Geheimdienste mittlerweile davon aus, dass Donald Trump in seinem Flugzeug nicht sicher sei und die Iraner Methoden besitzen, die Maschine zu attackieren, so Hodges. Dabei hat die Air Force One alle denkbaren Sicherheitsvorkehrungen an Bord.
Hodges spielt natürlich auf jene unglaublichen Bilder an, die jüngst durch die Medien gingen. Darauf ist zu sehen, wie Trump am 8. Juli das Staatsflugzeug nach dem Nato-Gipfel in Ankara zunächst vor den Augen der Kameras betritt, um anschließend auf der von den Kameras abgewandten Seite unbemerkt in einen angedockten, fensterlosen Catering-Container umzusteigen. Dann wurde dieser auf die Ladefläche eines Lasters abgesenkt.
Schlimmer noch als diese Bilder wertet der Ex-US-General, was anschließend passierte. Der Präsident wurde quer über das Rollfeld zu einer unscheinbaren Militärmaschine des Typs C-32A gefahren. Während Trump heimlich nach Großbritannien flog, hob die eigentliche Air Force One mit dem regulären Pressekorps und uninformierten Mitarbeitern ab.
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„Es geht nicht, dass Journalisten und Mitarbeiter als Köder verwendet werden“, schimpft Hodges im ARD-Talk. „Das ist einfach nicht in Ordnung.“ Tatsächlich war die ungewöhnliche Aktion ein Ablenkungsmanöver. Trump selbst flog erst in England wieder offiziell mit dem Präsidentschaftstross mit. Hätte der Iran tatsächlich einen Anschlag auf Trump verübt, wären wohl die ahnungslosen Mitreisenden zu Opfern geworden. Hodges schüttelt ungläubig den Kopf.
Ungemütlich wird es nach Ansicht von Ben Hodges auch gegen Ende des Jahres in den USA. Bei den US-Midterm-Elections am 3. November steht Trump zwar nicht direkt auf dem Stimmzettel, aber der Ausgang der Wahl dürfte darüber entscheiden, ob der Präsident Gegenwind aus den eigenen Reihen der Republikaner erhält. Zumal die Demokraten aktuell tatsächlich in der Wählergunst zulegen können.
„Demokratie ist kein Ballett, sondern eher wie Rugby“, erklärt der ehemalige General und meint damit, dass Trump und seine Leute nicht vor miesen Tricks zurückschrecken werden. „Sie werden versuchen, die Wahlbeteiligung zu senken und die Wahl zu stören. Es wird Aktivitäten wie in der Dritten Welt geben“, warnt Hodges.
Ben Hodges schildert in diesem Zusammenhang auch, dass er noch nie so viele amerikanische Soldaten in den Straßen von Washington gesehen habe. „Das ist etwas, das mich sehr beunruhigt.“ Er glaubt, dass der Weg zur Wahlurne diesmal schwieriger werde.
Zugleich ist sich der Amerikaner aber sicher, dass die US-Bürger die nötige Antwort geben werden und sich nicht einschüchtern lassen. „Es werden so viel mehr Menschen zur Wahl gehen“, hofft er und ergänzt: „Wir werden sehen, wie stark die Demokratie ist.“ Der Ex-US-General möchte vor allem, dass Donald Trump die Quittung für seinen Irankrieg bekommt. „Der Krieg im Iran ist eine echte Katastrophe.“
Ben Hodges kritisiert die Hybris, mit der Trump sich in den Krieg gestürzt habe. Seine Vorgänger Ronald Reagan und Barack Obama hätten es nicht geschafft, den Iran zu besiegen. Aber Trump habe nach Venezuela geglaubt, es könne einzig ihm gelingen. „Er war so hochmütig nach dem Erfolg.“ Anfang Januar hatte der US-Präsident dort eine Militärintervention angeordnet, bei der der langjährige Staatschef Nicolás Maduro wegen Vorwürfen des „Drogenterrorismus“ festgenommen und in die USA überführt wurde.
„Sie dachten, sie könnten das Gleiche im Iran machen“, so Hodges. Dass dieser Krieg nichts bringen werde, habe man aber vorher gewusst. „Wir wussten, dass der Iran keine Atomwaffen baut, wir wussten, dass der Iran die Straße von Hormus schließen wird und sich das Volk nicht erheben wird.“
Dieser Krieg kostet bislang 40 bis 50 Milliarden US-Dollar, schadet der globalen Wirtschaft und verschlechtert den zuvor erreichten Status quo. Der Stimmzettel könnte zum Denkzettel werden.