Mindestens 20 russische Diplomaten in Österreich stehen offenbar in Verbindung mit staatlichen Geheimdiensten. Betroffen sind neben der Botschaft auch wichtige Vertretungen bei internationalen Organisationen.
Mindestens 20 russische Diplomaten in Österreich stehen offenbar in Verbindung mit staatlichen Geheimdiensten. Betroffen sind neben der Botschaft auch wichtige Vertretungen bei internationalen Organisationen.
Das geht aus Recherchen des unabhängigen russischen Oppositionsmediums „Agentstvo“ hervor. Der Spionageverdacht betrifft demnach hochrangige Vertretungen in Wien. Betroffen sind unter anderem Gesandte bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie bei den Vereinten Nationen und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
Einzelne Diplomaten sollen direkte Verbindungen zu russischen Geheimdiensten aufweisen. Die Spuren führten dabei häufig zu geheimen Militärstützpunkten, Kommunikationseinheiten oder Ausbildungszentren der russischen Armee.
Die Journalisten werteten dafür öffentlich zugängliche Daten der Plattform Rupep.org aus. Berücksichtigt wurden gemeldete Adressen, bisherige berufliche Stationen, Einkünfte und familiäre Verknüpfungen der Diplomaten. Die Ergebnisse legen Kontakte zum Auslandsgeheimdienst SWR, dem Inlandsgeheimdienst FSB sowie zum Militärgeheimdienst GRU nahe.
Die Analyse der Mitarbeiter der russischen Botschaft in Wien zeigt ein besonders deutliches Bild. Von den 48 dort beschäftigten Diplomaten sollen mindestens acht Kontakte zu den Geheimdiensten haben, wie die Recherchen von „Agentstvo“ belegen. Einige der Mitarbeiter waren zuvor an bekannten Agenten-Adressen in Moskau gemeldet oder erhielten Gelder von Militärakademien. Auch bei der OSZE-Vertretung weisen mindestens sieben von 22 Gesandten ähnliche Verknüpfungen auf.
Diese Erkenntnisse decken sich mit Einschätzungen westlicher Sicherheitsbehörden. Demnach hat Russland die österreichische Metropole während des laufenden Krieges gegen die Ukraine gezielt zu einer seiner wichtigsten nachrichtendienstlichen Zentralen im Westen ausgebaut. Österreichs Hauptstadt gilt in europäischen Sicherheitskreisen ohnehin seit Jahren als Schwerpunkt für internationale Spionageaktivitäten.
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