Selenskyj dringt in Washington auf eine heikle Freigabe: Die Ukraine will russische Raketenwerfer direkt in Russland angreifen. Dafür braucht Kiew die Zustimmung von Elon Musk.
Selenskyj dringt in Washington auf eine heikle Freigabe: Die Ukraine will russische Raketenwerfer direkt in Russland angreifen. Dafür braucht Kiew die Zustimmung von Elon Musk.
Die Ukraine drängt auf eine neue Möglichkeit im Abwehrkampf gegen russische Angriffe. Präsident Wolodymyr Selenskyj bat US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen in Washington, Elon Musk umzustimmen. Kiew möchte erreichen, dass das Satellitensystem Starlink auch auf russischem Gebiet zur Steuerung ukrainischer Drohnen genutzt werden darf.
Russland greift ukrainische Städte immer wieder mit ballistischen Raketen an. Die ukrainische Führung will deshalb nicht nur anfliegende Geschosse abfangen, sondern mobile Abschussrampen möglichst schon vor dem Einsatz treffen. Starlink gilt dafür als besonders wertvoll, weil das System eine deutlich präzisere Steuerung ermöglichen soll.
Ein ukrainischer Drohnenunternehmer sagte: „Statt die Pfeile abzuschießen, würden wir die Bogenschützen treffen.“
Bislang ist diese Nutzung ausgeschlossen. Starlink darf nach den bisherigen Regeln nur auf ukrainischem Gebiet eingesetzt werden, auch in besetzten Regionen. Für Angriffe tief in Russland muss die Ukraine daher auf andere Navigationsmethoden zurückgreifen. Diese sind nach Angaben von „The Atlantic“ vor allem bei kleinen und beweglichen Zielen weniger genau.
Eine klare Zusage erhielt Selenskyj in Washington nicht. Trump stellte demnach lediglich in Aussicht, mit Musk zu sprechen. Ob er sich am Ende tatsächlich für die ukrainische Bitte einsetzt, blieb offen.
Für Kiew ist die Frage dringend. Die Sorge ist groß, dass Russland im kommenden Winter erneut Kraftwerke, Stromnetze und Heizsysteme angreift. Aus dem ukrainischen Umfeld hieß es laut „The Atlantic“, ohne die Möglichkeit, solche Waffen auf russischem Gebiet auszuschalten, gebe es „keinen klaren Weg durch diesen Winter“.
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Elon Musk lehnt eine solche Ausweitung nach Angaben aus Kiew weiter ab. Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow soll zuletzt versucht haben, den Unternehmer über informelle Kontakte umzustimmen – ohne Erfolg. Ein Vertrauter sagte der „Kyiv Post“: „Im Moment gibt es keine positive Entscheidung.“
Musk fürchtet demnach, dass Angriffe mit amerikanischer Technik auf russischem Boden die Lage weiter verschärfen könnten. Stattdessen soll er laut ukrainischen Ansprechpartnern wiederholt gesagt haben, es sei „Zeit für ein Abkommen“.
Zugleich drohen auch bei anderer Militärtechnik Rückschläge. Kiew hatte gehofft, Patriot-Abfangraketen eines Tages im eigenen Land produzieren zu können. Doch daraus wird vorerst nichts. Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, stellte klar, dass diese Raketen ausschließlich von amerikanischen Herstellern gebaut werden dürfen.