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China hat eine atomwaffenfähige Rakete im Pazifik getestet. Das sorgt für neue Spannungen unter den Inselstaaten in der Region

Дата публикации: 11-08-2026 13:14:00

Ein chinesischer Raketentest sorgt für neue Spannungen unter den Pazifikstaaten. Zwischen Sicherheitsbündnissen und dem Wunsch nach Frieden wird eine gemeinsame Linie immer schwieriger.

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Ein chinesischer Raketentest sorgt für neue Spannungen unter den Pazifikstaaten. Zwischen Sicherheitsbündnissen und dem Wunsch nach Frieden wird eine gemeinsame Linie immer schwieriger.

Chinas Test einer atomwaffenfähigen Rakete im Pazifik verschärft die Spannungen zwischen den Inselstaaten der Region. Der Raketentest im Juli zeigt, wie schwierig es für die Staaten im Pazifik ist, ihren Anspruch auf eine friedliche und möglichst unabhängige Region zwischen den Großmächten zu bewahren, berichtet Reuters.

Die Rakete wurde nur wenige Stunden nach einem neuen Verteidigungsabkommen zwischen Australien und Fidschi gestartet. Für Fidschi ist die Vereinbarung ein historischer Schritt: Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist das Land ein militärisches Bündnis eingegangen. Reuters berichtet, dass mehrere Pazifikstaaten den chinesischen Test kritisch sehen, sich aber nicht auf eine gemeinsame Erklärung einigen konnten.

Streit über Chinas Militärpräsenz

Papua-Neuguineas Außenminister Justin Tkatchenko bezeichnete den Test laut dem Bericht als völlig unangebracht. China sei zwar ein enger Freund und Partner seines Landes, der Abschuss trage jedoch nicht zu mehr Sicherheit in der Region bei. Peking hatte Papua-Neuguinea vorab über den Test informiert, jedoch keine Angaben zum Einschlagsort gemacht.

China erklärte nach dem Abschuss, die Rakete sei sicher getestet worden. Gleichzeitig warnte die Regierung davor, den Vorgang überzubewerten. Es war der erste bekannte chinesische Test einer ballistischen Rakete in den Pazifik seit September 2024.

Der Test fällt in eine Zeit zunehmender militärischer Aktivitäten. China hat Kriegsschiffe in den Pazifik entsandt und dort Übungen mit scharfer Munition abgehalten. Gleichzeitig verstärken die USA und ihre Partner ihre militärischen Übungen rund um Guam und Hawaii. Auch Australien, Großbritannien und die USA arbeiten im Rahmen des Sicherheitsbündnisses AUKUS enger zusammen.

US-Vertreter treffen den philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. im Präsidentenpalast in Manila

US-Vertreter treffen den philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. im Präsidentenpalast in Manila (Archivbild) Presidential Communications Office/Anadolu via Getty Images
Pazifikstaaten wollen selbst entscheiden

Die Inselstaaten stehen damit vor einem schwierigen Spagat. Sicherheitsabkommen können Vorteile bringen, etwa bei der Überwachung illegaler Fischerei, beim Katastrophenschutz oder bei der Ausbildung von Sicherheitskräften. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die Länder durch immer mehr bilaterale Abkommen einen Teil ihrer Kontrolle über Gebiete, Gewässer und Infrastruktur verlieren.

2025 hatten die Pazifikstaaten mit der Erklärung „Ocean of Peace“ den Anspruch bekräftigt, selbst über die Sicherheitsordnung ihrer Region zu bestimmen. Laut der australischen National University sollte damit verhindert werden, dass die großen Mächte allein festlegen, wie Frieden und Sicherheit im Pazifik aussehen.

Gemeinsame Haltung bleibt schwierig

Wie groß die Unterschiede zwischen den Inselstaaten sind, zeigte das jüngste Treffen der pazifischen Außenminister. Kiribati und Nauru unterstützten laut Reuters die geplante Erklärung zum chinesischen Raketentest nicht. Beide Staaten haben ihre Beziehungen zu China in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.

Auch innerhalb der Region gibt es unterschiedliche Vorstellungen über die Zusammenarbeit mit den USA. Fidschi nahm im vergangenen Monat erstmals an dem von den USA geführten Militärmanöver RIMPAC teil. Gleichzeitig betonte Fidschis Außenminister, die Staaten müssten einen Ausgleich zwischen eigener Sicherheit und dem Wunsch nach möglichst wenig militärischer Präsenz finden.

In drei Wochen treffen sich die Staats- und Regierungschefs des Pazifik-Insel-Forums in Palau. Dort dürfte der chinesische Raketentest erneut auf der Tagesordnung stehen. Die entscheidende Frage bleibt dabei, ob die Pazifikstaaten trotz ihrer unterschiedlichen Interessen eine gemeinsame Linie gegenüber der zunehmenden Militarisierung finden.

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