Dänemark verlängert den Wehrdienst von vier auf elf Monate und bezieht erstmals Frauen in die Wehrpflicht ein. Hintergrund sind der Ukraine-Krieg und wachsende Spannungen in der Arktis.
Dänemark verlängert den Wehrdienst von vier auf elf Monate und bezieht erstmals Frauen in die Wehrpflicht ein. Hintergrund sind der Ukraine-Krieg und wachsende Spannungen in der Arktis.
Dänemark baut seine Streitkräfte angesichts wachsender Sicherheitsrisiken deutlich aus. Die Wehrpflicht wurde von vier auf elf Monate verlängert. Gleichzeitig gilt sie erstmals auch für Frauen. Das neue Modell startete im August und soll den Kreis der verfügbaren Rekruten deutlich vergrößern.
Das „Wall Street Journal“ (WSJ) begleitete dänische Rekruten bei ihrer Ausbildung. In einem Trainingsvideo ist zu sehen, wie die Soldatinnen und Soldaten unter anderem das Verhalten unter Beschuss üben. „Ich finde, es ist nur fair, dass Frauen genauso beitragen wie Männer“, sagt eine dänische Rekrutin im Video.
Dänemark hatte Frauen bereits zuvor den freiwilligen Dienst ermöglicht. Seit 2026 werden sie nun auch in das verpflichtende Losverfahren einbezogen. Nach Angaben des „WSJ“ sind derzeit etwa 20 Prozent der Rekruten Frauen. Sie haben sich bislang noch freiwillig gemeldet. Sollte es künftig nicht genügend Bewerber geben, kann das Losverfahren greifen.
Eine Soldatin berichtet, dass die Ausbildung für Frauen teilweise besondere Herausforderungen mit sich bringe. Bei langen Märschen könne es schwieriger sein, mit deutlich größeren Kameraden Schritt zu halten. Auch die Ausrüstung passe nicht immer optimal. Das Militär arbeite jedoch daran, die Ausstattung an die wachsende Zahl weiblicher Rekruten anzupassen.
Die dänische Armee will ihre jährliche Zahl an Grundausbildungen bis 2027 auf 6500 erhöhen, so „New York Times“. 2025 waren es etwa 4700. Ziel ist es, mehr Soldaten auszubilden und ihnen mehr Zeit für militärische Fähigkeiten zu geben.
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Neben dem Ukraine-Krieg gelten Russlands Aktivitäten in der Arktis und im Ostseeraum als wichtige Gründe für die Reform. Dänemark bereitet außerdem erstmals den Einsatz von Wehrpflichtigen in Grönland vor. Die Insel gehört zum dänischen Königreich und ist wegen ihrer Lage in der Arktis sicherheitspolitisch besonders wichtig.
Der dänische Militärsprecher erklärte im Video, es gehe nicht darum, ob ein bestimmter Anteil der Rekruten männlich oder weiblich sei. Entscheidend sei, zusätzliche Kampfkraft zu gewinnen und auf die veränderte Sicherheitslage zu reagieren.
Dänemarks Modell wird auch von anderen Nato-Staaten beobachtet. Schweden und Norwegen beziehen Frauen bereits in Friedenszeiten in die Wehrpflicht ein. In mehreren europäischen Ländern wird angesichts von Personalmangel und wachsender Bedrohungen ebenfalls über eine geschlechtergleiche Einberufung diskutiert.
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