Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist fast zum Erliegen gekommen. Trotzdem erklärt US-Finanzminister Scott Bessent die wichtige Ölroute für „irrelevant“ und verweist auf Pipelines.
Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist fast zum Erliegen gekommen. Trotzdem erklärt US-Finanzminister Scott Bessent die wichtige Ölroute für „irrelevant“ und verweist auf Pipelines.
Im Durchschnitt passierten in der vergangenen Woche etwa 12 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus. Das entspricht nur rund einem Zehntel des Verkehrsaufkommens vor dem Krieg. Am vergangenen Freitag waren es nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gerade einmal zwei Tanker. Über die Straße von Hormus transportieren Staaten der Golfregion große Mengen Öl und Flüssiggas.
Trotz der angespannten Lage gibt sich die US-Regierung offenbar zuversichtlich. Finanzminister Scott Bessent erklärte am Wochenende, die Meerenge werde „irrelevant“ werden, weil sich die Öltransporte künftig über Pipelines umleiten ließen, berichtet Reuters.
Welche Pipelines Bessent konkret meinte, blieb zunächst offen. Gemeint sein dürften alternative Transportwege, über die Öl aus der Golfregion zumindest teilweise an die Straße von Hormus vorbei zu Exporthäfen geleitet werden könnte. Eine solche Umleitung würde die Abhängigkeit vom Schiffsverkehr durch die Meerenge verringern, sie könnte die Route aber nicht kurzfristig vollständig ersetzen.
An den Märkten ist von Entspannung bislang wenig zu spüren. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete rund 84,38 US-Dollar (etwa 73 Euro). US-Rohöl verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 78,75 US-Dollar (rund 68 Euro).
Für Reedereien bleibt die Route riskant, während zugleich auch wichtige Ausweichstrecken unsicherer werden. Nach Angaben von Reuters erklärten die Huthi, ihre Angriffe auf die Hafenstadt al-Mocha am Roten Meer wiederaufgenommen zu haben. Damit wächst die Sorge vor zusätzlichen Problemen auf einer alternativen Handelsroute.
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Iran erklärte am Sonntag, eine Vereinbarung mit Oman über neue Schifffahrtswege befinde sich in der Schlussphase. Die bisherigen Routen durch die Meerenge sollen demnach durch neue ersetzt werden. Eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus bedeute dies jedoch ausdrücklich nicht, sagte Außenminister Abbas Araghtschi.
Teheran knüpft die Freigabe offenbar an weitere Bedingungen. Ergänzend berichtet der US-Sender „CNN“, ein einflussreicher Vertreter der iranischen Revolutionsgarden fordere unter anderem den Abzug US-amerikanischer Truppen, ein Ende der Sanktionen und Schadensersatz für Kriegsschäden.
Direkte Verhandlungen zwischen den USA und Iran gebe es derzeit nicht, sagte Araghtschi laut „CNN“. Über Vermittler würden die beiden Seiten jedoch Nachrichten austauschen.