Russland zieht laut Satellitenbildern S-300- und S-400-Systeme aus dem Norden ab. Experten sehen darin ein Zeichen für wachsenden Druck durch ukrainische Drohnenangriffe.
Russland zieht laut Satellitenbildern S-300- und S-400-Systeme aus dem Norden ab. Experten sehen darin ein Zeichen für wachsenden Druck durch ukrainische Drohnenangriffe.
Russland hat mehrere Flugabwehrsysteme aus dem hohen Norden abgezogen. Der norwegische „Barents Observer“ berichtet, bei Sewerodwinsk seien mindestens 20 mobile Systeme der Typen S-300 und S-400 von früheren Stellungen verschwunden. Satellitenbilder zeigen demnach, dass Positionen auf der Insel Jagry und auf dem Berg Mironowa inzwischen leer sind.
Die Systeme schützten dort wichtige Ziele: Sewmasch, die einzige russische Werft für den Bau atomgetriebener U-Boote, und Swjosdotschka, das größte Reparaturzentrum für diese Boote im Land. Laut „Barents Observer“ deutet vieles darauf hin, dass diese Standorte zumindest zeitweise nur noch durch Luftabwehr mit kürzerer und mittlerer Reichweite gesichert sind.
Wo die abgezogenen Systeme nun stehen, ist offiziell nicht bekannt. Experten vermuten jedoch, dass Moskau seine knappen Ressourcen näher an die Front oder in die Umgebung der Hauptstadt verlegt.
Der Arktis-Experte Kristian Åtland sagte laut „Barents Observer“, der Mangel an Abfangraketen infolge ukrainischer Angriffe könne den Kreml dazu gezwungen haben, „einen erheblichen Teil“ seiner Luftabwehr auf andere Regionen zu konzentrieren. Erik Solli vom Norwegischen Institut für Internationale Angelegenheiten ergänzt, der Schwerpunkt liege „höchstwahrscheinlich auf der Verteidigung von Moskau, St. Petersburg und anderen strategisch wichtigen urbanen Zentren“.
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Der „Kyiv Post“ berichtet, dass ähnliche Verlagerungen auch in anderen Regionen sichtbar seien, etwa in der Arktis und im Raum Saratow. In einer dort zitierten Analyse heißt es, vor dem Krieg habe Russland über rund 116 Bataillone mit 927 Startfahrzeugen der S-300- und S-400-Familie verfügt. 580 Startfahrzeuge seien seitdem von ihren dauerhaften Standorten verlegt worden.
Das russische Exilmedium „Meduza“ schreibt, Russland verfüge bis heute nicht über ein durchgängig integriertes System zur Abwehr großer Drohnenschwärme. Vor allem bei tief fliegenden, langsamen Zielen stoße die bestehende Luftabwehr an Grenzen. Ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien im Frühjahr und Sommer 2026 hätten diese Schwächen offengelegt.