PolitikAus seinen Ambitionen, sich über die US-Verfassung hinwegzusetzen und für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, macht Donald Trump keinen Hehl mehr. Einem engen Vertrauten Trumps zufolge...
Einige Politikerinnen und Politiker mögen die hohe Kunst beherrschen, sich auf dem politischen Parkett nicht in die Karten schauen zu lassen und ihre wahren Absichten tunlichst vor der Öffentlichkeit zu verbergen - von derlei Strategien nimmt Donald Trump in seiner aktuellen zweiten Amtszeit als US-Präsident betont Abstand. Wann immer der Republikaner - mit Vorliebe auf seinem "Truth Social"-Account - seine Absichten kundtut, kann man sicher sei: Trump blufft nicht, er meint es todernst.
"Wir werden gewinnen" - Donald Trump postet düsteres Versprechen zu Präsidentschaftswahl 2028Am 15. August beispielsweise ploppte auf Trumps Account ein neuer Post auf, der demonstrativ in düsteren Schattierungen gehalten Unheil erahnen lässt: Zu einem Foto, das Donald Trump in dunkler Jacke im Halbschatten und mit einem "Trump 2028"-Basecap auf dem Kopf zeigt, sind die Worte "Wir werden gewinnen" zu lesen. Eine Parole, die weniger als hoffnungsvolles Wunschdenken, sondern vielmehr als Versprechen aufzufassen ist - ganz so, als würde Donald Trump im Namen seiner republikanischen Partei versichern, jeden noch so zwielichtigen Hebel in Bewegung zu setzen, um das Ergebnis der nächsten Präsidentschaftswahl zu seinen Gunsten zu drehen.
Donald Trump baut massiv ab - erlebt "The Don" überhaupt das Ende seiner aktuellen Amtszeit?Dass Donald Trump mit einer erneuten Kandidatur für das Präsidentenamt glasklar gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika verstoßen würde, scheint "The Don" schon lange nicht mehr zu interessieren. Denn der 22. Zusatzartikel der US-Verfassung verbietet es jeder Person ausdrücklich, mehr als zweimal ins Präsidentenamt gewählt zu werden. Auch wenn der Republikaner vor aller Augen rapide abbaut und sowohl körperlich als auch kognitiv mit verheerenden Gebrechen auffällt, scheint der 80-Jährige felsenfest davon überzeugt zu sein, nicht nur seine aktuelle Amtszeit vollenden, sondern auch weitere vier Jahre im Weißen Haus meistern zu können.
"Wir arbeiten daran..." Trump-Vertrauter enthüllt ManipulationspläneSelbst wenn Donald Trumps Umfragewerte seit geraumer Zeit im Sinkflug sind, gibt es offenbar immer noch ebenso lautstarke wie prominente Unterstützer, die Trumps Wiederwahl-Pläne eifrig unterstützen. Einer von ihnen ist Steve Bannon, der als Publizist und politischer Berater Donald Trump seit Jahren zur Seite steht und für "The Don" die rechtspopulistische Fahne in den USA hochhält. Auch Bannon hält wie US-Präsident Trump wenig davon, die wahren Machtpläne des Republikaners zu vertuschen, wie ein O-Ton von Steve Bannon belegt, der bereits 2025 für Furore sorgte und nun erneut vom X-Account "Republicans Against Trump" in Erinnerung gerufen wurde.
In dem aus der Versenkung wieder aufgetauchten Clip gab Steve Bannon vor laufender Kamera freimütig zu, man arbeite "an fünf oder sechs verschiedenen Möglichkeiten, wie Trump erneut zur Wahl antreten und gewinnen könnte". Mehr noch: "Ich lege mich fest, dass Donald Trump am Nachmittag des 20. Januar 2029 zum dritten Mal Präsident wird", so Steve Bannon mit Bezug auf jenen Januar-Tag, an dem in den USA traditionell der Gewinner der Präsidentschaftswahl vereidigt wird.
Steve Bannon: We're working on 5 or 6 different alternatives for how Trump could run again and be president…I continue to say that on the afternoon of January 20th, 2029, Donald Trump is going to be president for his third term.
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) August 15, 2026
(2025) pic.twitter.com/kegWW0v7Qz https://t.co/DbRc6Ul18B
Welche konkreten Wege Bannon sich vorstellt, ließ der ultrarechte Trump-Unterstützer jedoch offen. Wie der lokale Sender "WSPA News" berichtete, betonte er lediglich: "Ich habe nicht gesagt, dass wir die Verfassung ändern werden." Dennoch hat Trump selbst wiederholt mit dem Gedanken einer dritten Amtszeit geliebäugelt.
Wer ist Steve Bannon und was hat er mit Donald Trump zu tun?
Steve Bannon ist kein Unbekannter in Trumps Universum. In den ersten Monaten der ersten Amtszeit – von Januar bis August 2017 – diente er als Chefstratege im Weißen Haus. Seitdem hat er sich mit seinem War-Room-Podcast eine treue konservative Anhängerschaft aufgebaut. Sein Weg dorthin verlief allerdings nicht ohne Umwege über das Justizsystem: 2024 verbrachte Bannon vier Monate hinter Gittern, nachdem er wegen Missachtung des Kongresses in zwei Fällen verurteilt worden war. Er hatte sich geweigert, vor dem Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 auszusagen.
Trump-Vertraute suchen Schlupfloch für dritte Amtszeit - das sagen VerfassungsexpertenEinen Hinweis auf seine Denkrichtung lieferte Bannon bereits im Dezember 2024 in seinem War-Room-Podcast. Dort vertrat er die These, das Verbot einer dritten Amtszeit beziehe sich nur auf aufeinanderfolgende Amtsperioden – und da Trumps Präsidentschaften nicht direkt hintereinander stattfanden, stehe einer erneuten Kandidatur nichts im Weg. Verfassungsexperten halten davon wenig bis gar nichts. Professor Anthony Michael Kreis von der Georgia State University stellte gegenüber "Newsweek" klar: "Lesen ist eine Grundkompetenz, und Steve Bannon sollte es vielleicht mal versuchen. Der 22. Zusatzartikel sagt unmissverständlich: 'Niemand darf mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden.' Das ist nicht im Entferntesten diskutabel." Auch Josh Blackman, Verfassungsrechtsprofessor am South Texas College of Law Houston, räumte gegenüber "Newsweek" ein, dass der Wortlaut zwar nicht-aufeinanderfolgende Amtszeiten nicht explizit adressiere. Allerdings sei ihm nichts in der Entstehungsgeschichte des Zusatzartikels bekannt, das eine dritte, nicht-konsekutive Amtszeit erlauben würde.
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loc/news.de/stg
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