Beschleunigerbasierte Forschungseinrichtungen stärken Zusammenarbeit
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Eine starke Gemeinschaft: Die Gründungsfeier der LEAPS AISBL im Hanse-Büro in Brüssel brachte wichtige Vertreter aus Politik, Forschung und Wirtschaft zusammen. Foto: LEAPS AISBL
Am 22. April 2026 fand im Hanse-Office in Brüssel die feierliche Gründung von LEAPS AISBL statt, was einen wichtigen Schritt für die europäische Forschungs- und Innovationslandschaft darstellt. Die formelle Gründung von LEAPS als internationaler Verein stärkt die Koordination der führenden Synchrotron- und Freie-Elektronen-Laser-Einrichtungen Europas und festigt deren Rolle als einheitliche Stimme in europäischen politischen Diskussionen.
Die Reden und die Podiumsdiskussion brachten wichtige Vertreter aus Politik, Forschung und Industrie zusammen, darunter:
Maryam Blumenthal, Hamburger Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Joanna Drake, stellvertretende Generaldirektorin der GD RTD, Europäische Kommission
Manuel Heitor, Professor an der Universität Lissabon, ehemaliger portugiesischer Minister für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung, Koordinator der Zwischenbewertung von „Horizon Europe“ durch die Europäische Kommission
Katarina Bjelke, Generaldirektorin des Schwedischen Forschungsrats
Mark van de Kerkhof, Direktor für EUV-Forschung, ASML
Kristiaan Temst, Professor und Leiter der Forschungsgruppe „Quantum Solid State Physics“ an der KU Leuven; Pathfinding for Semiconductor Technologies, imec, Leuven
Thomas Feurer, Vorsitzender des LEAPS-Verwaltungsrats, Geschäftsführer des European XFEL; Professor an der Universität Bern.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Rolle von Forschungsinfrastrukturen im Kontext von FP10, des globalen Wettbewerbs und der technologischen Souveränität Europas.
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Maryam Blumenthal, Hamburger Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, betonte, dass Forschungsinfrastrukturen eine Schlüsselrolle für technologische Souveränität und geostrategische Autonomie spielen. Foto: LEAPS AISBL
Zum Auftakt des Abends stellte Maryam Blumenthal, Hamburger Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, die Diskussion unter dem Gesichtspunkt der Zusammenarbeit als einer entscheidenden europäischen Stärke dar. Sie betonte, dass Forschungsinfrastrukturen eine Schlüsselrolle für die Spitzenforschung und damit für unsere technologische Souveränität und geostrategische Autonomie spielen, und hob ihre Funktion nicht nur als Forschungseinrichtungen, sondern als Ökosysteme hervor, die Innovation, Zusammenarbeit und langfristige strategische Kapazitäten ermöglichen.
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Der LEAPS-Vorsitzende Prof. Dr. Thomas Feurer betonte: „Mit der AISBL schaffen wir nun den rechtlichen Rahmen, um weiter in die Zukunft zu gehen.“ Foto: LEAPS AISBL
Die formelle Gründung von LEAPS als AISBL ist ein Schritt vorwärts bei der Strukturierung dieser Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Thomas Feurer, Vorsitzender des LEAPS-Verwaltungsrats und Geschäftsführer des European XFEL, merkte an: „Im Jahr 2017, also vor fast 10 Jahren, haben wir durch den Zusammenschluss unserer Einrichtungen eine leistungsstarke Plattform geschaffen, die keine einzelne Forschungseinrichtung allein hätte erreichen können.“ Im Rückblick auf die Entwicklung der Initiative fügte er hinzu: „Mit der AISBL schaffen wir nun den rechtlichen Rahmen, um weiter in die Zukunft zu gehen. Dies ist in Zeiten wie diesen umso relevanter, in denen Aspekte wie Dual-Use, Datensicherheit, Souveränität und Wissenschaftsdiplomatie sehr ernsthaft angegangen werden müssen.“ Heute vereint LEAPS ein Netzwerk führender Infrastrukturen der Photonenwissenschaft, das jährlich mehr als 35.000 Nutzer bedient und als das fungiert, was Thomas Feurer als „eine zentrale Anlaufstelle für die Europäische Kommission und ihre Gremien“ und als „Integrator“ bezeichnete, der in der Lage ist, auf komplexe politische Herausforderungen zu reagieren.
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Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stand die Rolle von Forschungsinfrastrukturen im Kontext von FP10, des globalen Wettbewerbs und der technologischen Souveränität Europas. Foto: LEAPS AISBL
Eine klare Botschaft kristallisierte sich heraus: Forschungsinfrastrukturen sind von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Widerstandsfähigkeit Europas. Gleichzeitig wurden mehrere zentrale Herausforderungen hervorgehoben:
– die Notwendigkeit langfristiger und stabiler Finanzierungsmodelle, die auf die Lebenszyklen der Infrastrukturen abgestimmt sind,
– eine stärkere Integration von Wissenschaft, Industrie und Innovationsökosystemen,
– die Gewährleistung, dass Europa Spitzenkräfte nicht nur anziehen, sondern auch halten kann.
Die Gründung von LEAPS AISBL bietet einen stärkeren Rahmen, um die Bemühungen europaweit zu koordinieren und wirksamer zur Gestaltung der Forschungs- und Innovationspolitik beizutragen.
Mehr dazu im vollständigen Artikel: https://www.leaps-initiative.eu/strengthening-research-infrastructures-in-european-research-funding-programme-f10-and-beyond-from-vision-to-action/
LEAPS AISBL in Kürze:
Fünfzehn Organisationen, die achtzehn beschleunigerbasierte Photonenanlagen betreiben, d.h. Synchrotronstrahlungsanlagen mit hoher Brillanz und Freie-Elektronen-Laser, sind in LEAPS vereint. Sie stellen einzigartige Analysewerkzeuge für die Erforschung der atomaren und elektronischen Struktur sowie der Prozesse in Materialien und biologischen Systemen bereit. Heute stehen sie mehr als 35.000 Forschern aus Wissenschaft und Industrie mit über 1 Million Zugangsstunden pro Jahr in allen wissenschaftlichen Disziplinen zur Verfügung, von Materialwissenschaften, Biochemie, Katalyse, Geowissenschaften und Planetenforschung bis hin zu Paläontologie und Kulturerbe.