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Warum ausgerechnet diese ostdeutsche Stadt jetzt Deutschlands Drohnenabwehr voranbringen soll

Дата публикации: 18-08-2026 12:33:02

In Cochstedt wird an der Zukunft der Drohnenabwehr geforscht. Was die Wissenschaftler dort entwickeln – und warum das gerade jetzt wichtig ist.

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In Cochstedt in Sachsen-Anhalt hat an diesem Dienstag das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit seine Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung entsteht am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Salzlandkreis und richtet sich an alle, die wissen wollen, wie Deutschland künftig gegen gefährliche Fluggeräte vorgehen will.

Der Nutzen für die Öffentlichkeit ist konkret: Flughäfen und andere kritische Infrastruktur sollen besser vor missbräuchlich eingesetzten Drohnen geschützt werden. Zur Eröffnung kamen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU). Dobrindt nannte das Zentrum einen „zentralen Baustein der Sicherheitsarchitektur gegenüber der hybriden Bedrohung durch Drohnen“. Der Anlass für das Tempo war ein realer Vorfall, der die Verwundbarkeit deutscher Flughäfen offenlegte.

Was im Technologiezentrum für Drohnensicherheit erforscht werden soll

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie sich Drohnen zuverlässig erkennen und abwehren lassen. Dafür sollen in Cochstedt neue Technologien nicht nur entwickelt, sondern auch unter realistischen Bedingungen erprobt werden.

Der Standort verfolgt einen doppelten Ansatz. Erforscht werden laut DLR einerseits der Einsatz von Drohnen in sicherheitsrelevanten Situationen, andererseits die effektive Abwehr von Bedrohungen durch solche Fluggeräte. Entscheidend ist das Tempo. Weil sich Drohnentechnik und Abwehrsysteme nach Angaben des DLR mit hoher Geschwindigkeit weiterentwickeln, soll das Zentrum neue Ansätze früh bewerten, ausbauen und schneller in die Praxis überführen.

Genau hier setzt auch Forschungsministerin Bär an. Deutschland sei in der Grundlagenforschung „herausragend“, sagte sie – bei der Anwendung müsse man aber „einfach noch schneller werden“. Die gebündelte Expertise am DLR-Standort soll diese Lücke schließen.

Warum der Standort Cochstedt einzigartig ist

Cochstedt ist keine Neugründung auf der grünen Wiese. Das DLR hatte den früheren Verkehrsflughafen Magdeburg-Cochstedt 2019 übernommen und dort 2021 das Nationale Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme eröffnet.

An genau dieses Erprobungszentrum wird das neue Technologiezentrum nun angegliedert. Der Vorteil liegt in der Infrastruktur: Auf dem Testflughafen lassen sich Abwehrsysteme unter realen Bedingungen prüfen, statt nur im Labor.

Gemeinsam mit dem DLR-Standort Braunschweig entsteht nach Angaben der Beteiligten eine bundesweit einzigartige Einrichtung, die Wissenschaft und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammenbringt.

Eine Trinity-Drohne des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Vorfeld des Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt.

Eine Trinity-Drohne des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Vorfeld des Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt.

© Klaus-Dietmar Gabbert

Der Vorfall, der alles beschleunigte

Wie dringend das Thema ist, zeigte sich am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen eine umgebaute Drohne entdeckt worden, die mit Sprengstoff bestückt war. Der Vorfall liegt rund zwei Wochen zurück und habe laut Dobrindt die Dringlichkeit von Abwehrmaßnahmen noch einmal vor Augen geführt.

Besonders alarmierend: Die Drohne war dem Vernehmen nach so gesteuert worden, dass gängige Systeme sie nur schwer aufspüren konnten. Genau an dieser Lücke setzt die Forschung in Cochstedt an.

Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen und spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Dobrindt ordnete den Fall in ein größeres Bild ein: Deutschland sei „täglich Zielscheibe von hybriden Angriffe“ fremder Mächte, die durch Spionage, Sabotage und Manipulation die Stabilität des Landes untergraben wollten. Er sprach vom „Schattenkrieg des 21. Jahrhunderts“.

Ein Baustein von dreien

Das Technologiezentrum ist Teil einer größeren Strategie, die Dobrindt mit den Innenministern der Länder abgestimmt hat. Sie ruht auf drei Säulen, die ineinandergreifen sollen.

Die erste Säule ist eine Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei, die seit Dezember im Dienst ist und perspektivisch auf 300 Kräfte anwachsen soll. Als zweite Säule kommt ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern hinzu, in dem sich verschiedene Sicherheitsbehörden austauschen und in dem bei Bedarf auch die Bundeswehr einbezogen werden kann.

Die dritte Säule bildet nun die Forschung in Cochstedt. Sie soll den technologischen Vorsprung sichern und dafür sorgen, dass neue Abwehrtechnik nicht erst dann bereitsteht, wenn die nächste Bedrohung längst da ist.

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