Unzufrieden mit der Bildqualität Ihres Fernsehers? Oft lässt sich das Bild mit wenigen Handgriffen im Menü deutlich verbessern – wir zeigen, wie es geht.
Unzufrieden mit der Bildqualität Ihres Fernsehers? Oft lässt sich das Bild mit wenigen Handgriffen im Menü deutlich verbessern – wir zeigen, wie es geht.
Knallige Farben, unnatürliche Hauttöne und weichgezeichnete Details: In den Grundeinstellungen liefern viele
Fernseherein überzeichnetes Bild. Das wirkt auf den ersten Blick eindrucksvoll, sorgt langfristig aber selten für ein angenehmes Seherlebnis. Zum Glück lässt sich das meist leicht korrigieren. In den Bildmenüs bieten Fernseher zahlreiche Regler für Farbe, Kontrast, Helligkeit und weitere Feinabstimmungen. Wie Sie gezielt vorgehen und sich dabei nicht in endlosen Einstellungen verlieren, erklären wir hier.
Die größte und entscheidende Verbesserung lässt sich bereits mit dem Wechsel auf einen anderen Bildmodus erzielen – praktisch jeder Fernseher bietet ab Werk eine Voreinstellung mit ordentlich vorjustierten Farben und ohne unnötige Bildbearbeitung wie Nachschärfung. Je nach Hersteller heißt dieser Bildmodus etwa Cinema, Kino oder Film. Darüber hinaus sind dann nur noch wenige weitere Korrekturen notwendig. Auch Anpassungen an den individuellen Geschmack und an die Raumhelligkeit sind möglich. Aber ganz wichtig: Die jeweilige Einstellung ist für jede Art der Zuspielung erforderlich, also für den TV-Empfang genauso wie für die Wiedergabe per HDMI und von
Streaming-Diensten.

Optimale Bildeinstellungen für Ihren TV
Foto: COMPUTER BILD
Für aktuelle Fernseher der größten Hersteller haben sich in den Tests von COMPUTER BILD folgende Bildmodi und Einstellungen bewährt:
Ihr Fernseher ist von einer anderen Marke? Dann halten Sie im Menü nach einem Bildmodus mit ähnlicher Bezeichnung Ausschau. Das verspricht mehr Erfolg, als in den Menüs an einzelnen Parametern wie Kontrast und Farbe herumzudoktern. Modi mit Namen wie "Dynamisch" oder "Brillant" vergessen Sie dagegen getrost. Die sehen auf den ersten Blick spektakulär aus, doch zieht brillante Helligkeit meist stark verfälschte Farben nach sich, knackige Schärfe führt zu hässlichem Grieseln und zu Doppelkonturen. Für die Bildmodi "Sport" und "Fußball" gilt das Gleiche: Mit grellen Farben und überzeichneter Schärfe sind das echte Blender.
Viele Smartphones und Tablets verfügen inzwischen über spezielle Bildschirmeinstellungen mit reduziertem Blau-Anteil, der Schlafstörungen verhindern soll. Bei Fernsehern ist das nicht notwendig. Denn während Bildschirme von Smartphones, Tablets und Computern oft auf eine Farbtemperatur von 9.500 Kelvin und höher eingestellt sind, liegt die bei Fernsehern in den empfohlenen Film-Einstellungen bei 6.500 Kelvin. Dementsprechend ist damit der Blau-Anteil bei TV-Bildschirmen deutlich geringer. Für Gesundheitsgefahren und Augenschäden reicht die Intensität des Bildschirm-Lichts ohnehin nicht aus. Im Vergleich zu Tageslicht sind Fernseher und Monitore erheblich dunkler und strahlen damit auch weniger UV- und Blaulicht ab.

Bei optimaler Bildeinstellung für Filme weist das Bild von Fernsehern auch ohne Nachtmodus einen geringeren Blauanteil auf als von typischen Smartphones oder Computermonitoren.
Foto: Sony
Um die Bildeinstellungen im Detail anzupassen, gibt es in den Menüs der Fernseher eine ganze Reihe Regler. Das sind die wichtigsten zur individuellen Bildjustage:

Fernseher einstellen: 10 Tipps für bessere Bildqualität
Foto: COMPUTER BILD
Wie Fernseher Bewegungen darstellen, ist weitgehend Geschmacksache. Diese Frage stellt sich in erster Linie bei Kinofilmen. Die laufen mit 24 Einzelbildern pro Sekunde – mehr war vor 100 Jahren nicht drin. Damit die Filme nicht flimmern, zeigen Kinoprojektoren jedes Bild zweimal hintereinander. Der Nachteil: Bewegungen ruckeln. Bessere Fernseher können die Bewegungsabläufe mit Optionen wie Auto Motion Plus, True Motion oder Intelligent Frame Creation glätten. Regisseure und Produzenten wie Tom Cruise hoben deswegen mahnend die Zeigefinger: Fernseher würden mit ihrer Bildbearbeitung die Filmkunstwerke verfälschen. Daher gibt es bei Fernsehern von LG, Panasonic, Philips und Samsung zusätzlich den sogenannten Filmmaker Mode. Damit halten sich Fernseher an gängige Farbnormen und schalten jegliche Nachbearbeitung ab. Je nach TV-Modell ist das Bild damit allerdings arg dunkel – Wohnzimmer sind schließlich kein Arbeitsplatz zur Filmproduktion. In den Einstell-Tipps erfahren Sie, wie Sie in solchen Fällen nachbessern.

Ob der Fernseher Bewegungen glätten soll, ist Geschmacksache. Die entsprechende Funktion heißt je nach Hersteller unterschiedlich (LG TruMotion Cinema Clear, Panasonic Intelligent Frame Creation Mittel, Philips Bewegungseinstellungen Film, Sony Motionflow Automatisch). Samsung integriert das in die Bildschärfeeinstellung mit empfehlenswerter Automatik.
Foto: COMPUTER BILD
Ihnen genügt es nicht, wenn Ihr Fernseher bloß 95 oder 99 Prozent seiner möglichen Bildqualität zeigt? Dann müssen Profi-Werkzeuge ran: Mit einem Farbmessgerät (Colorimeter oder Spektrometer) und speziellen Testbildern optimieren Sie Ihren Fernseher amtlich. Gerade hochwertige Geräte bieten sehr fein einstellbare Regler, um die Farben auf allen Helligkeitsstufen genau abzugleichen. Weil sich alle Einstellungen gegenseitig beeinflussen, kann das sehr mühsam sein und mehrere Stunden dauern. Immer mehr Fernseher erleichtern die Justage durch eine Schnittstelle zur Software
Calman von Portrait Displays. Dazu zählen bereits seit einigen Jahren viele Fernseher von
LG,
Panasonic,
Samsungund
Sony, außerdem Fernseher mit Mediatek-Pentonic-Chip etwa von
Philipsund
TCL. Mit der Autocal-Funktion ist das Bild-Tuning vergleichsweise einfach, weitere Infos erfahren Sie hier:
» Autocal von Portrait Displays: Automatisch beste Bildeinstellung für Fernseher
COMPUTER BILD ermittelt mit einem Farbmessgerät und der Software
Calmanden Bildmodus mit der besten Bildqualität. So neutral wie der Samsung MU7009 zeigen sich aber nur wenige Modelle ohne weitere Einstellungen.
Foto: COMPUTER BILD

Der Panasonic FZW954 ist schon ab Werk im "True Cinema"-Modus nahezu perfekt justiert (obere Bildhälfte), die
Calman-Autocal-Funktion perfektioniert die Abstimmung (untere Bildhälfte).
Foto: COMPUTER BILD
Was für die Filmwiedergabe gut ist, ärgert Konsolenspieler: Für die Bildoptimierung legen Fernseher zunächst ein oder mehrere Einzelbilder zur Analyse in ihren Zwischenspeicher, um anhand der Analyse mehrerer Einzelbilder besser optimieren zu können. Um die dafür benötigte Zeit hinkt dann das angezeigte Bild den Eingaben am Game-Controller hinterher (Input-Lag oder Latenz). Speziell bei
Ego-Shooternund
Rennspielenist Frust vorprogrammiert. Die speziellen Spielmodi verringern den Zeitversatz.
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