Die Milliarden aus dem Sondervermögen für Infrastruktur sorgen für einen Umbruch bei Straßen- und Tiefbaufirmen. Um bei Großprojekten eine Chance zu haben, müssen Mittelständler ihre Kräfte bündeln.
Hamburg. Danny Stohanzl und Bernd Schöner stehen vor einem großen Umbauprojekt: dem Zusammenschluss ihrer beiden Rohrleitungsbauunternehmen Mennicke und Brochier. Die Geschäftsführer diskutieren Aufträge, synchronisieren Abläufe, führen Teams zusammen.
Seit wenigen Tagen firmieren die früheren Schwesterfirmen der Nürnberger Baugruppe unter einem Namen. „Das war kein einfacher Schritt für uns“, sagt Mennicke-Chef Stohanzl. „Man macht sich viele Gedanken darum, wie man Mitarbeiter und Kunden dabei mitnimmt.“
Für Mennicke + Brochier geht es um die eigene Zukunft. „Neben allen Synergien ist am Ende natürlich eines unserer Ziele, durch die neue Größe und überregionale Präsenz in komplexere und größere Projekte einzusteigen“, sagt Stohanzl.
Deutschlands Straßen- und Tiefbauer müssen sich strecken. Autobahnen, Brücken, Tunnel: Die Verkehrswege des Landes sind marode. Allein bei den Kommunen besteht laut KfW ein Investitionsrückstand von mehr als 53 Milliarden Euro. Noch ist zwar unklar, wie viel des 500 Milliarden Euro umfassenden Sondervermögens der Bundesregierung bis 2036 in Tiefbauprojekte fließen wird, da auch Bahnschienen, Stromnetze, Digitalisierung und Klimaschutz aus diesem Topf finanziert werden.